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Corona-Ausbruch: Notbetreuung im Familienzentrum

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Von: Dirk Grein

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Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Eingangstür zum Familienzentrum stand am Dienstag zwar offen, auf den bei Sonnenschein normalerweise gut genutzten Sitzbänken herrschte wegen des Notbetriebs hingegen Leere.
Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Eingangstür zum Familienzentrum stand am Dienstag zwar offen, auf den bei Sonnenschein normalerweise gut genutzten Sitzbänken herrschte wegen des Notbetriebs hingegen Leere. © Dirk Grein

Die Coronafallzahlen vor Ort nehmen zu: Mit 706,8 hatte die Gemeinde Herscheid zu Beginn der neuen Woche die höchste Inzidenz (Neuinfektionen der letzten sieben Tage hochgerechnet auf 100 000 Einwohner) im gesamten Märkischen Kreis. Der Abstand zu den nächstfolgenden Kommunen Meinerzhagen (487) und Balve (459,89) ist groß.

Herscheid - Diese Entwicklung verschont auch die heimischen Einrichtungen nicht. Massiv betroffen ist in dieser Woche das Evangelische Familienzentrum „Unterm Regenbogen“. Wegen akuten Personalmangels musste am Dienstag eine Notbetreuung angemeldet werden. Von den insgesamt 14 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen waren lediglich drei arbeitsfähig. Ein Großteil fällt wegen einer Corona-Erkrankung aus, andere wegen Urlaubs oder sonstiger Krankheiten.

Dank einer frühzeitigen Kommunikation über eine App konnten die Familien bereits im Verlauf des Wochenendes informiert werden. „Die Eltern haben mit großem Verständnis reagiert und konnten in vielen Fällen eine private Betreuung ihrer Kinder ermöglichen“, erzählt die stellvertretende Einrichtungsleiterin Sandra Gurian.

Die besagte Notbetreuung erfolgt lediglich in der Zeit von 7.30 bis 14 Uhr und steht Kindern offen, deren Elternteile beide berufstätig sind. Von den insgesamt 86 Mädchen und Jungen, die im Familienzentrum angemeldet sind, kamen am Dienstag zehn in die Einrichtung. Dieses Entgegenkommen der Eltern erleichtere dem verbliebenen Erzieherinnen-Trio die Arbeit. Diese besteht neben der Betreuung der Kinder zurzeit zu einem nicht unerheblichen Teil aus Absprachen mit Behörden sowie aus der Information der Eltern. Wichtige Aufgaben, die aber viel Zeit benötigen.

Apropos Zeit: Der erste Coronafall in Reihen der Mitarbeiterinnen trat vor etwa zwei Wochen auf. Als Folge darauf wurden die Schutzmaßnahmen erhöht, galt beispielsweise für die Eltern beim Betreten des Familienzentrums Maskenpflicht; diese gilt auch für die Erzieherinnen beim Kontakt zu Erwachsenen im Gebäude. Auf die Einhaltung von Hygienevorschriften werde ohnehin genauestens geachtet.

Die verbliebenen Erzieherinnen hoffen, dass es ihren Kolleginnen bald wieder besser geht. Die Notbetreuung ist vorerst auf die erste Oktoberwoche begrenzt. Danach, so die Hoffnung im Familienzentrum, könnten wieder mehr Erzieherinnen und auch Kinder die Einrichtung besuchen.

Nach Chorkonzert in der Aula: Sänger und Besucher stecken sich mit Corona an

„Schlange stehen vor dem Testzentrum, das habe ich auch schon lange nicht mehr erlebt“, erzählt Jürgen Adamsky. Genau diese Erfahrung machte der Vorsitzende des MGV Sängerbund Rärin am Dienstag vor dem Herscheider Testzentrum im DRK-Heim, wo der morgendliche Andrang nach dem Feiertag groß gewesen sei. Guten Zuspruch erfuhr indes auch das Konzert der Räriner Sänger am 24. September in der Aula am Bildungszentrum Rahlenberg – in den Folgetagen waren in Reihen der Sänger der Chorgemeinschaft Rärin und Holthausen und auch der Zuschauer mehrere Coronaerkrankungen aufgetreten. Er hoffe, dass alle Betroffenen möglichst bald wieder auf den Beinen sind, sagte Jürgen Adamsky. Wie es für seinen Gesangverein weitergeht, sei noch nicht erkennbar. Der Probenbetrieb sei zunächst regulär ausgesetzt; er sollte jedoch rechtzeitig vor dem für den 29. Oktober in Plettenberg (im Saal Ochtendung) geplanten zweiten Konzert wieder aufgenommen werden. „Ob dieser Auftritt tatsächlich durchgeführt werden kann, das steht noch in den Sternen“, müssen Adamsky und die Sänger die weitere Corona-Entwicklung abwarten.

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