Interview mit Sängerin Christina Rommel

Sängerin Christina Rommel: "Herscheid kann sich ein Krönchen aufsetzen"

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Christina Rommel kommt nicht allein in den Bürgersaal. Sie bringt auch ihre Band und einige Streicher mit.

Herscheid – Das Herscheider Kulturamt bereitet eine musikalische Überraschung für den Nikolaustag vor: Denn am 6. Dezember gastiert Sängerin Christina Rommel mit ihrem Programm „Nachtlicht“ im Bürgersaal. 

Im Interview mit unserem Mitarbeiter Dirk Grein spricht die Musikerin über ihre besondere Beziehung zu Herscheid und ihre Weihnachtswünsche.

Im Jahr 2008 waren Sie zum ersten Mal in Herscheid und haben im Lokschuppen gespielt. Weitere Konzerte vor Ort folgten, nun kommen Sie erneut: Es scheint, als würde es Ihnen nicht langweilig...

Christina Rommel: Nein, in Herscheid wohnen meine „ältesten“ und treuesten Fans. Das war damals eines meiner ersten Konzerte außerhalb meiner Heimat in Thüringen. Als wir seinerzeit erstmals auf Deutschlandtournee gegangen sind, war Herscheid sofort dabei. Ich weiß noch, bevor wir 2008 nach Herscheid gekommen sind, meinte der damalige Kulturamtschef: „Ach, Frau Rommel, wenn Sie anreisen und den Lokschuppen anschauen, dann müssen Sie uns schon ein paar Bratwürstchen mitbringen.“ Und dann habe ich das auch gemacht und scheine damit einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. 

Bringen Sie denn diesmal auch Bratwurst mit zum Konzert? 

Christina Rommel: Nein, aber in Zeiten von vegan ist das ohnehin aus dem Trend geraten. Wir bringen lieber Schokolade mit, das kommt immer gut an. 


Schokoladenkonzerte haben Sie bereits vor Ort gespielt, dann sind Sie mit Ihren „normalen“ Rockkonzerten unterwegs und im Advent gibt es das „Nachtlicht“. Welches dieser drei Programme ist Ihr Favorit? 

Christina Rommel: Es hat alles seine Zeit. Wir haben dieses Jahr für den Dezember entschieden, von diesem doch sehr verrückten und aufwendigen Programm „Schokolade“ so ein bisschen Abstand zu nehmen. Wir wollen uns zu Weihnachten in die besinnliche Zeit begeben und wollen auch besinnliche Songs haben. Zum Beispiel haben wir von Rainer Maria Rilke den „Advent“ vertont mit Streichern. Wir haben aber auch eigene Songs geschrieben. Zudem haben wir viele Weihnachtslieder die man bereits kennt mit im Gepäck, von deren Geschichte wir erzählen – also wie alt sind die Lieder, welche Wege haben sie auf dieser Welt schon zurückgelegt, wie klingen sie vielleicht auch in anderen Sprachen. 

Klingt nach einem Programm, wie gemacht für die Adventszeit... 

Christina Rommel: Es gibt keine bessere Zeit als den Dezember, um diese Lieder zu spielen. Für mich ist es ein Programm, bei dem ich innerlich ein bisschen zur Ruhe kommen kann, was für eine besinnliche Weihnachtszeit wirklich wichtig ist. Wir sind fast ununterbrochen auf Tour. Aber mit dem Nachtlicht-Programm sind wir dieses Jahr nur an Orten, von denen ich weiß, dass wir herzlich empfangen werden. Und das sind meine Lieblings-Konzertorte der letzten Jahre – und da gehört Herscheid definitiv dazu. 

Das ist für eine kleine Gemeinde wie Herscheid natürlich eine erfreuliche Einschätzung...

Christina Rommel: In Bereichen der Kultur muss man viel erleben. Und in Herscheid ist es immer etwas anders gewesen. Auch wenn manchmal viel Improvisation gefragt war und wir zum Beispiel damals beim Kulturbeauftragten Frank Holthaus zuhause Mittag gegessen haben, es war alles ein bisschen liebevoller als an anderen Orten, wo dann halt ein Caterer bestellt wird. Wir erleben Konzertorte, an denen alles fabelhaft läuft und alles durchgestylt ist, wo alles funktioniert – was wir natürlich auch genießen. Aber es gibt eben diese herzlichen Veranstalter, wo wir uns noch ein bisschen mehr wohlfühlen. Und dieses Wohlfühlen brauchen wir im Dezember und für unsere Nachtlicht-Konzerte. Deswegen kann sich Herscheid ein Krönchen aufsetzen, weil wir mit diesem Programm wirklich nur an Lieblingsorten sind. 

Wenn Sie sagen wir, wen meinen Sie dann? Wen bringen Sie mit nach Herscheid? 

Christina Rommel: Wir haben die Band dabei, aber wir haben auch noch Streicher dabei und das ist natürlich für die Weihnachtszeit total schön. Das geht dann runter wie Öl. Und auch ein Cello kann rockig klingen, auch das wird passieren. Aber es gibt eben Songs wie „Ich komm heim“ oder Rilkes „Advent“, wenn über Winter und Schneewirbel gesungen wird, dann muss auch der Schnee hörbar werden – und das kann mit dem Cello gezupft wunderbar umgesetzt werden. Es ist alles handgemachte Musik, eigentlich fast wie ein Hausmusikkonzert, was man auch in der guten Stube oder zuhause anbieten könnte. Wir wollen den Herscheider Bürgersaal tatsächlich gemütlich in Schnee und schöne Gedanken packen. 

Welchen Stellenwert hat für Sie persönlich die Adventszeit? 

Christina Rommel: In den letzten zehn Jahren hatte sie eigentlich gar keinen Stellenwert, weil wir nur unterwegs waren, nur Konzerte gespielt haben, nur in Action waren. Von der Weihnachtszeit hatten wir da gar nicht viel, das gilt auch für die Familien der Musiker. Aber dieses Jahr wollen wir ein wenig weihnachtlich durchatmen, wir brauchen so ein wenig Entschleunigung von dem ganzen Tour-Stress. Wir machen uns also selber ein schönes Weihnachtskonzert. Es ist ein Geschenk, nicht nur an unsere Fans, sondern auch uns selbst. 

Gutes Stichwort: Sie kommen am Nikolaustag nach Herscheid. Über welches Geschenk würden Sie sich an diesem Tag freuen? 

Christina Rommel: Ausverkauftes Haus und richtig gut gelaunte Menschen. Das ist schon fast wie Weihnachten und Ostern zusammen. Wir haben auch ganz viele Wichtelgeschenke dabei, auch unser Nachtlichtkonzert hat noch so ein paar besondere Überraschungen, aber die werden natürlich noch nicht verraten.

Das Konzert von Christina Rommel und ihrer Band am Freitag, 6. Dezember, beginnt um 20 Uhr; Einlass in den Bürgersaal des Herscheider Rathauses ist bereits ab 19 Uhr (freie Platzwahl). Eintrittskarten sind im Vorverkauf zum Preis von 25 Euro erhältlich an folgenden Stellen: Bürgerbüro des Rathauses, Lotto Panne, Dorfladen Hüinghausen, Musikhaus Auth (Lüdenscheid) sowie in der Plettenberger Buchhandlung Plettendorff.

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