Verärgerte Besucher verlassen Schützenhalle

Chaos bei der Blutspende

+
Zu Beginn des Spendetermins war die Lage noch entspannt. Diese beiden Damen ließen sich gut gelaunt zur Ader nehmen.

HERSCHEID - Die Stimmung war angespannt, Verständnis gab es kaum. Spender, die ehrenamtlichen Helfer des DRK-Ortsvereins Herscheid und die Mitarbeiter der DRK-Blutspendedienstes West – sie alle wurden am Donnerstag auf eine Geduldsprobe gestellt.

Wartezeiten von über eineinhalb Stunden drückten aufs Gemüt. Nicht wenige Herscheider verließen die Schützenhalle unverrichteter Dinge, ohne gespendet zu haben. Verärgert wandten sich „Stammkunden“ an die DRK-Helfer. „Das war heute meine 50. Spende – und auch meine letzte hier“, lautete der Kommentar eines Bürgers zu den chaotischen Zuständen. 

Auch Herscheids Blutspendebeauftragte Bianca Langenbach war restlos bedient. Immer wieder erklärte sie: „Wir sind nicht schuld an den langen Wartezeiten.“ Ein Grund waren die neuen Fragebögen, die direkt nach der Anmeldung von den Spendern ausgefüllt werden mussten. Vier Seiten anstatt (wie bisher) einer mussten ausgefüllt werden. Beim Gespräch mit den beiden Ärzten auf der Empore mussten die Antworten auf die rund 30 Fragen erörtert werden – und das dauerte. 

Hinzu kam die Personalknappheit beim Blutspendedienst West: Weniger Helfer waren nach Herscheid gekommen. Zudem wurden weniger Spenderliegen aufgestellt als sonst: Mussten die Besucher also schon lange auf das Arztgespräch warten, so standen sie im Anschluss daran meist erneut an. 

Für Irritation sorgte obendrein die veränderte Aufstellung der Stationen in der Halle, was dazu führte, das: sich die Warteschlange vor dem Arztgespräch mit der vor dem Tisch für die Messung des Hämoglobin-Wertes mischte. 

In der Summe sorgten diese Gegebenheiten für Extraschichten: Das Team des Blutspendedienstes West nahm auch eine halbe Stunde nach dem angesetzten Toreschluss (20 Uhr) noch Personen zur Ader. Und die neun Helfer des DRK Herscheid konnten nach die Schützenhalle nach dem Aufräumen erst um 21.30 Uhr verlassen. Das eigentlich im Anschluss geplante Jahresabschlussessen im Hotel „Zum Adler“ wurde daraufhin verschoben – nach einem besinnlichen Beisammensein stand den Herscheidern ohnehin nicht mehr der Sinn. 

„Auch mein Team ist über den Ablauf sehr unzufrieden und möchte unter diesen Bedingungen nicht weitermachen“, betonte Bianca Langenbach. Sie will eine schriftliche Stellungnahme an Dr. Robert Deitenbeck, den ärztlichen Direktor des Blutspendedienstes West, schicken. „Dort können sich auch Spender beschweren, die am Donnerstag nicht zufrieden waren“, sagt Langenbach. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare