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CDU will Licht für Ende der Brückensperrung zum Leuchten bringen

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Von: Dirk Grein

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Brüchiger Betetonschutzwand: CDU-Vertreter aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik sowie der SIHK und der Industrie begutachteten am Montagvormittag die Schäden in der Bobbahn zwischen Herscheid und Lüdenscheid.
Brüchiger Betetonschutzwand: CDU-Vertreter aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik sowie der SIHK und der Industrie begutachteten am Montagvormittag die Schäden in der Bobbahn zwischen Herscheid und Lüdenscheid. © Dirk Grein

Dauerhaften Druck auf das Bundesverkehrsministerium ausüben, transparenter über die Prozesse informieren, Anwohnern und Unternehmern Mut machen: Diese drei grundsätzlichen Forderungen stellte die CDU am Montag für die gesperrte Rahmedetalbrücke (Autobahn 45) und das weitere Vorgehen auf.

Herscheid - Das Einstiegsthema an diesem Vormittag wies Parallelen auf, spielte aber an einem anderen Standort: Zunächst trafen sich die CDU-Vertreter am Versedamm, wo seit geraumer Zeit wegen Bauwerkschäden Tempo 30 gilt. Ein Sicherungselement der landläufig genannten Bobbahn ist brüchig, es bestehe die Gefahr, dass sich der Zustand durch anhaltende Erschütterung verschlechtere und zudem bei Unfällen ein Durchbrechen von Fahrzeugen in die Talsperre nicht verhindert werden könnte.

Diese Verkehrsader sei für die Region Herscheid und Plettenberg von zentraler Bedeutung, weil es für diesen Autobahnzubringer keine Alternativen gebe; die Straße nach Treckinghausen sei marode und entlang der Klamer Brücke gelte ein Lkw-Verbot. Eine Sperrung des Versedamms wäre für die Bürger und die Firmen eine Katastrophe und müsse mit allen Mitteln verhindert werden.

Versedamm gilt als unproblematisch

Eine Ausbesserung sei kurzfristig jedoch nicht in Sicht: Aufgrund personeller Engpässe müssten beim für diesen Bereich zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW Prioritäten gesetzt werden. Und da der Verkehr (wenn auch langsamer) fließe und keine Staus entstehen, werde der Versedamm vom Landesbetrieb nicht als problematisch eingestuft, sagte Landtagsabgeordneter Ralf Schwarzkopf.

Der Bundestagsabgeordnete Florian Müller sprach in diesem Zusammenhang von einem engmaschigen Monitoring: Der Versedamm werde regelmäßig überprüft, um die Funktionalität zu sichern. Dies stellten einige CDU-Mitglieder in Frage: Im Bereich der Ruhrverband-Kurve bilden sich bei Regen große Pfützen. Im Winter (Stichwort Streusalz) könne dies dazu führen, dass die Bobbahn durch Spritzwasser weiter an Substanz verliere.

Deshalb war der Landesbetrieb nicht vor Ort

Antworten auf ihre Fragen hatten sich die CDU-Mitglieder vom Landesbetrieb Straßen.NRW erhofft. Dieser besucht generell keine Parteiversammlungen, begründete Sprecherin Julia Ollertz auf telefonische Nachfrage unserer Zeitung das Ausschlagen der Einladung. Angaben zum Planungsstand am Versedamm konnte sie am Montag nicht machen. Sie führte jedoch aus, dass nach der Einführung von Tempo 30 Mitte Mai 2021 zunächst das Juli-Hochwasser und dann die Brückensperrung auf der A45 (im Dezember) dafür gesorgt haben, dass Baumaßnahmen in und um Lüdenscheid nach Dringlichkeit neu kategorisiert werden mussten.

So wichtig diese Lebensader für Herscheid und Plettenberg auch ist: Im Vergleich dazu sei die Rahmedetalbrücke der „Elefant im Porzellanladen“, verglich Florian Müller. Die Sperrung habe Auswirkungen auf ganz Südwestfalen. Die beste Maßnahme, um Pendler, Unternehmen und Anwohner zu entlasten, sei eine Beschleunigung des Neubaus. Das scheitere in diesem Fall nicht am nötigen Geld, sondern an der Bürokratie, warnte Müller. Der Bund – in erster Linie das Verkehrsministerium – müsse seine Versprechen einhalten, müsse offen sein für einen Beschleunigungsweg.

Eine beunruhigende Zahl nannte Christoph Brünger von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer: Auf eine Million Euro pro Tag werde der Schaden für die Volkswirtschaft in der Region geschätzt. Er wünschte sich die Installation eines Infrastrukturmanagers für die Region. Von diesem erhoffe er sich eine verlässliche Koordination und Finanzierung. „Wir haben das Recht, Sonderwege zu nutzen, wir sind schließlich auch unverschuldet in diese Situation gekommen“, sagte Brünger.

Bürgern und Firmen Mut machen

Den Transitverkehr durch Lüdenscheid unattraktiver machen und unbequemer für die Verhandlungspartner werden – die Besucher der Diskussionsrunde im Café-Restaurant Vedder forderten mehr Vehemenz ein. Jedoch dürfe dabei nicht zu kritisch vorgegangen werden: Dietrich Alberts als Firmenvertreter regte an, dass man Bürgern und Industrie Mut machen müsse, offen über die Fortschritte berichten sollte, um somit ein Licht am Ende des Tunnels zum Leuchten zu bringen.

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