„Beschimpfungen ausgesetzt“

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Der aktuelle Dorfausschuss zeigte sich vorerst zufrieden mit dem Beschluss des Bauausschusses, möchte beim Thema „Verkehrsberuhigung“ aber weiter hartnäckig bleiben.

Mit ihrem Einsatz für eine Beruhigung der Verkehrssituation im Dorf hätten sich die Elsener nicht nur Freunde gemacht – im Gegenteil.

„Das Thema begleitet uns ja bereits seit über 30 Jahren, aber in den letzten Monaten hat sich die Diskussion verändert. Wir Elsener waren in den sozialen Netzwerken einigen Beschimpfungen ausgesetzt und mussten uns beim Einkaufen den einen oder anderen Spruch gefallen lassen“, erklärte Bettina Bräucker, Sprecherin der Dorfgemeinschaft Elsen, im Rahmen der Bürgerversammlung.

Diese war besonders stark von der Debatte rund um die Verkehrssituation vor Ort geprägt. Dementsprechend intensiv thematisiert wurde dann auch die aktuelle Lage, die sich nach der Sitzung des Gemeinde-Bauausschusses Anfang letzter Woche bekanntlich erneut verändert hat.

Dietrich Herfel brachte alle anwesenden Teilnehmer der Versammlung auf den neuesten Stand: „Wir werden am unteren Dorfeingang ein sogenanntes Berliner Kissen installiert bekommen. Es handelt sich dabei um eine Art mobile Schwelle, die kurzfristig bestellt werden soll. Wann genau dies passiert, ist bislang nicht klar, weil zunächst noch die Farbe und die exakte Größe festgelegt werden müssen. Auch der Standort ist noch nicht auf den Meter genau fixiert.“

Gleichzeitig verband er mit seinen Ausführungen die Bitte, dass sich möglichst alle Elsener hinter diese Entscheidung stellen sollten. Man müsse Einigkeit beweisen, um die beste Lösung für das Dorf zu finden. Dass es für diese noch Geduld braucht, steht für ihn jedoch genauso fest: „Mit einem Berliner Kissen haben wir natürlich längst nicht das Problem gelöst. Außerdem müssen wir abwarten, wie laut es wirklich ist, wenn Autos über diese Schwelle fahren. Irgendeine Kröte müssen wir wohl schlucken.“

Falls der Lärm durch die beschlossene Maßnahme zur Geschwindigkeitsreduzierung nicht zu groß würde, könnten weitere bauliche Veränderungen folgen, kündigt Herfel an. Bis zu drei Schwellen (An den beiden Dorfeingängen und in der Mitte von Elsen) plus zwei Blumenkübel könnten die Verkehrssituation vor Ort beruhigen.

Bräucker sieht deshalb momentan erst einmal das Positive: „Die Gemeinde hat nach langer Zeit eingesehen, dass gehandelt werden muss, und nimmt erfreulicherweise finanzielle Mittel in die Hand, um etwas zu tun. Der erste Schritt wurde gemacht und wir hoffen daher demnächst auch auf langfristig angelegte Maßnahmen.“

Die mögliche Geräuschbelästigung beobachten, aber den Strohhalm „mobile Schwelle“ unbedingt ergreifen – diese Meinung vertritt Edgar Althoff, der allen engagierten Bürgern für ihren Einsatz dankte. Denn sie hätten dazu beigetragen, die Besonderheit der L 561 durch Elsen zu verdeutlichen.

Dies habe auch die Polizei erkannt, welche zuletzt zwar wieder weniger kontrolliert habe, jedoch auf Nachfrage der Elsener versichert habe, verstärkt Präsenz zeigen zu wollen. Bräucker zeigte sich angesichts der vielen Diskussionsbeiträge und den überwiegend positiven Rückmeldungen zur Entscheidung des Bauausschusses zufrieden. „Das Wichtigste ist neben der Geschlossenheit weiterhin hartnäckig gegenüber den Behörden zu bleiben. Wir müssen alle am gleichen Strang ziehen“, richtete sie abschließend einen Appell an die Dorfgemeinschaft, in der man sich darüber einig ist, die anstehende Testphase in Ruhe abzuwarten und anschließend das weitere Vorgehen zu besprechen.

Max Gerhard

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