Bürgerbusverein hat vielseitige Probleme

Fahrbetrieb wäre ohne Sponsoren nicht realisierbar

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Die Reparaturen am Herscheider Bürgerbus nehmen zu. Zuletzt musste der Verein ein Ersatzfahrzeug der MVG nutzen.

Herscheid – 23 000 Kilometer reisten die Fahrgäste und Fahrer 2018 mit dem Bürgerbus durch die Gemeinde, rund 2 100 Kilometer weniger als im Vorjahr. Dabei verzeichnete der Verein 3242 Fahrgäste, unwesentlich weniger Gäste als 2017.

Doch die Einnahmen durch die Fahrgäste reichen nicht aus, um die Kosten für den Bus zu decken. Daher dankte Reinhard Merkschien, Vorsitzender des Bürgerbusvereins Herscheid, nicht nur den 16 Fahrern, sondern auch den Sponsoren. „Ohne diese Hilfe könnte das Bürgerbusangebot in der derzeitigen Form nicht bestehen bleiben“, macht Merkschien die angespannte Lage deutlich. 

Dringend ist der Verein auf der Suche nach ehrenamtlichen Fahrern, vor allem aus der jüngeren Generation. Leider gebe es, angesichts der Altersstruktur im Fahrerteam, vermehrt gesundheitliche Ausfälle, betonte Merkschien: „Dies ist überhaupt nicht zu kritisieren, sondern einfach zur Kenntnis zu nehmen.“ Den Fahrern ist der Respekt und Dank von Vorstand und Fahrgästen gewiss. 

„Aus den Gesprächen mit den Fahrgästen wissen wir, dass die Nutzer des Bürgerbusses ebenso einen hohen Respekt für die Leistung der Fahrer haben und sehr dankbar für das Angebot der Beförderung sind“, wusste Merkschien dankbar zu berichten. Aber dennoch: Trotz geringerer Fahrkilometer und einem reduzierten Streckenangebot, denn die Hüinghausen-Route wurde eingestellt, laufen für 2020 beim Bürgerbusverein die Planungen, den in die Jahre gekommenen Bus, der mittlerweile über 200 000 Kilometer auf der Uhr hat, gegen ein neueres Modell auszutauschen. 

Wie wichtig neben den Fahrscheineinnahmen die Sponsorengelder sind, zeigt die Tatsache, dass es dem Bürgerbusverein untersagt ist, Sonderfahrten durchzuführen. „Es sind uns nur Fahrten auf lizensierten Linien erlaubt, ohne Ausnahme. Zudem dürfen Fahrten nicht über Strecken des MVG-Netzes erfolgen“, erklärt Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Jülich die behördlichen Auflagen durch die Bezirksregierung. 

Grund dafür ist, dass ein privater Busunternehmer aus dem Hemeraner/Mendener Kreis gegen den dortigen Bürgerbusverein geklagt hatte, weil ihm Einnahmen entgingen. Herscheid hat weder ein Busunternehmen, noch ein Taxiunternehmen. Sonderfahrten zu Veranstaltungen in die Außenbereiche, die anderen Unternehmen einen Umsatzverlust bedeuten würden, gibt es zwar nicht. Aber auch für Herscheid gilt: Keine Sonderfahrten für Vereine oder zu Veranstaltungen. 

„Eine höchst bedauerliche Entscheidung, die uns einiges an Einnahmen kostet“, so Jülich. Auch für Bürgermeister Uwe Schmalenbach ist die Entscheidung schwer nachvollziehbar: „Hier müssen wir als Gemeinde sicherlich noch einmal mit den Entscheidungsträgern in Kontakt treten. Schmalenbach verweist auf die Einzigartigkeit dieser Entscheidung: „In anderen Bundesländern und auch teilweise in NRW gibt es diese Einschränkungen nicht."

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