Bund fördert Pilotprojekt mit 180 000 Euro

Bringservice und Telemedizin: Startschuss für das "Mobil Sorglos"

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Ein Rentner spricht über einen Videoanruf via Tablet mit seinem Hausarzt: Was – wie auf unserem Beispielbild – in Halle (Saale) funktioniert, soll bald auch in Herscheid in einem mobilen Wohnwagen ermöglicht werden.

Herscheid – Dem heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Heider scheint die Rolle des Herscheider Osterhasen zu gefallen. Im letzten Jahr überbrachte er ein Geschenk in Form von Bundesfördermitteln für das Freibad. In diesem Jahr fließen erneut Fördermittel aus Berlin in die heimische Region.

Die Gemeinde erhält im aktuellen Fall rund 180 000 Euro aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung. Damit wird das Pilotprojekt „Mobil Sorglos“ unterstützt, das Herscheid in Kooperation mit der Stadt Plettenberg durchführen möchte. 

Dieses Projekt stützt sich maßgeblich auf zwei Säulen: Zum einen beinhaltet es einen Bringservice. So sollen immobile Menschen mit regionalen Produkten unterschiedlicher Art versorgt werden. Dazu könnten Grundnahrungsmittel, rezeptfreie Medikamente, Schuhe, Brillen oder kosmetische Produkte zählen, die nach Hause geliefert werden. 

Gänzlich neu in der heimischen Region wäre das Angebot der Telemedizin: Ein umgerüsteter Wohnwagen dient als mobiles Sprechzimmer. Über die darin eingebaute Technik können die Nutzer Videogespräche mit Haus- und Fachärzten führen. Auf diese Weise müssen die Personen nicht die Wege in die Praxen und das dortige Verweilen in den Wartezimmern auf sich nehmen, sondern das Arztgespräch wird ihnen vor die Haustür gebracht.

„In dieser Kombination ist unser Projekt einzigartig im heimischen Raum“, erklärt Bärbel Sauerland (Fachbereichsleiterin im Herscheider Rathaus). Sie betont, dass das Mobil Sorglos nicht in Konkurrenz zu bestehenden Angeboten treten will. 

Stattdessen soll im nächsten Schritt ermittelt werden, welche heimischen Anbieter sich eine Beteiligung vorstellen können. Auf diese Weise profitieren sowohl die Bürger, aber auch Einzelhändler oder Dienstleister vor Ort. 

Diese Alleinstellungsmerkmale und der Nutzen für die Allgemeinheit dürften ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass die Bundesfördermittel nach Herscheid fließen. Das Projekt ist zunächst auf eine Dauer von zwei Jahren ausgelegt; die Gesamtkosten in Höhe von 200 000 Euro werden zu 90 Prozent durch die Fördermittel aufgebracht. Die verbleibenden 20 000 Euro werden die kooperierenden Kommunen Herscheid und Plettenberg aufbringen. 

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider jedenfalls ist von dem Projekt überzeugt: „Damit erhalten nun alle, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind – also vor allem ältere, behinderte oder führerscheinlose Menschen –, besseren Zugang zu Angeboten der Daseinsvorsorge.“

Er spricht von einem Stück Lebensqualität, das die Bürger in der heimischen Region gewinnen werden, und ergänzt: „Es handelt sich um ein echtes Gemeinschaftswerk – und damit um bürgerschaftliches Engagement im besten Sinne.“

In einem ersten Schritt wird nun eine Bedarfsanalyse durchgeführt. Eine beauftragte Firma wird sich mit den Fragen beschäftigen: Welche Zielgruppen brauchen welche Produkte und Dienstleistungen? 

Dafür sollen die älteren Bewohner in Herscheid und Plettenberg Fragebögen ausfüllen. Auch eine Online-Befragung der jüngeren Altersgruppen ist angedacht. 

Die ausgewerteten Erhebungen sollen in ein Gesamtkonzept einfließen. In dieses gehört auch die Erstellung einer Internetseite, die einen Online-Shop beinhaltet, über den Einkäufe getätigt werden, die vom Bringservice geliefert werden.

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