Appell an Raser 

Brenzlige Situationen, Unfälle und verletzter Hund: Anwohner schlagen Alarm

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Seit der Sperrung der Bundesstraße 236 zwischen Plettenberg und Werdohl hat das Verkehrsaufkommen auf der Landstraße 879 stark zugenommen. Im Bereich Schwarze Ahe hat Anwohner Adam Kulik daher Holzschilder mit eindeutiger Botschaft aufgestellt, in der Hoffnung, damit zumindest einige eilige Fahrer auf die Problematik aufmerksam zu machen und zum Einhalten des Tempolimits zu ermuntern.

Herscheid – Trotz verengter Fahrbahn zügelt der Lastwagenfahrer sein Tempo nicht. Erst in Höhe des Ahehammers bremst er ab und wartet, bis der entgegenkommende Lkw sich vorbeigezwängt hat. Kurz darauf gibt der Fahrer wieder Gas und braust in Richtung Werdohl weiter.

Szenen wie diese beobachtet Joanna Kulik-Sawko mehrfach am Tag. Gemeinsam mit ihrem Mann wohnt sie seit einem Jahr in Schwarze Ahe. Aus beruflichen Gründen hat es das Ehepaar aus dem Ruhrgebiet in den Herscheider Außenbereich verschlagen. Die Lage im Grünen, direkt am Wald, hat die junge Familie, die in Kürze Nachwuchs erhält, angelockt. Eigentlich fühlen sie sich hier wohl, wäre da nicht das Problem mit der Raserei. 

Dass die Landstraße 879 direkt am Grundstück verläuft, war dem Paar vor dem Einzug bewusst. „Aber mit einer solchen Missachtung der Verkehrsregeln haben wir nicht gerechnet“, sagt Joanna Kulik-Sawko. An das vorgegebene Tempo (50 km / h) halte sich an dieser Stelle kaum ein Fahrer. Durch die Sperrung der Bundesstraße 236 zwischen Plettenberg und Werdohl habe das Verkehrsaufkommen auf der Landstraße, der Ausweichstrecke, extrem zugenommen. Der erhöhte Schwerlastverkehr bereitet den Anwohnern große Sorge. 

Adam Kulik hat daher kurzerhand zu Farbe und Spanplatten gegriffen und zwei Schilder mit der Aufschrift „50 km / h – hier leben Menschen“ angefertigt und auf seinem Grundstück aufgestellt. Der Wirkungsgrad dieser Aktion sei begrenzt: Immerhin bremsen einige Fahrer ab, anscheinend aufgerüttelt durch die Schilder. Andere Unbelehrbare lassen sich davon nicht beirren. Wenn Joanna Kulik-Sawko mit Handzeichen dazu auffordert, doch bitte langsamer zu fahren, dann erntet sie nicht selten Beschimpfungen oder einen Stinkefinger. 

Sieben Treppenstufen trennen das Grundstück der Familie von der L 879. Wenn Joanna Kulik-Sawko mit ihren beiden Hunden Uwe und Coco Gassi gehen will, dann muss sie zwangsläufig entlang der viel befahrenen Landstraße vorbei.

Auch SPD-Ratsfrau Petra Hüttemeister, die direkt nebenan wohnt, hat schon etliche brenzlige Situationen im Begegnungsverkehr gesehen. Nachbarn beklagten bereits Schäden an Mauern und an ihren Autos, die an der Straße geparkt waren; die Verursacher konnten nur in wenigen Fällen ermittelt werden. 

In besonders leidvoller Erinnerung ist der Familie Kulik ein Unfall vor der eigenen Haustür geblieben, bei der Hündin Coco schwer verletzt wurde. Wegen innerer Blutungen musste Coco eine Nacht in einer Tierklinik in Betzdorf bleiben, inzwischen hat sie sich von diesem Vorfall wieder erholt. 

Neben den beiden Hunden Coco und Uwe wohnen auch noch Alpakas und Hühner auf dem Grundstück der Familie. In wenigen Wochen bereichert ein Baby das Familienleben. Ein Kinderfahrrad steht bereits jetzt an der Treppe und soll die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren. 

Doch dies allein dürfte nicht ausreichen; daher hofft Joanna Kulik-Sawko auf Unterstützung: „Wir wünschen uns mehr Geschwindigkeitskontrollen im Verlauf der Landstraße.“

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