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Breitbandausbau: Ist der späte Start von Vorteil?

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Von: Dirk Grein

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Glasfaserleitungen bis ins Haus - davon kann ein Großteil der Herscheider profitieren.
Glasfaserleitungen bis ins Haus - davon kann ein Großteil der Herscheider profitieren. © Foto: DPA

Dass der Glasfaserausbau in Herscheid kreisweit gesehen spät startet, könnte unter dem Strich für die Gemeinde ein Glücksfall sein. Während sich die Bürger weiter in Geduld üben müssen, hofft man im Rathaus zumindest darauf, dass die Maßnahme im kommenden Jahr kompakt beginnen könnte. Im öffentlichen Teil des Planungs- und Bauausschusses skizzierte Bürgermeister Uwe Schmalenbach den Stand des Verfahrens.

Herscheid - Glasfaserleitungen bis ins Haus – diese Variante soll vielen Bürgern zu einer wesentlich höheren Geschwindigkeit bei der Nutzung des Internets verhelfen. Der Märkische Kreis hat sich mit Erfolg am dritten Aufruf (dritter Call) des Bundesförderprogramms beteiligt. Für alle Kreiskommunen und somit auch Herscheid bedeutet das: Einwohner in den meisten zusammengehörigen Wohngebieten erhalten den erhofften Glasfaseranschluss kostenfrei, sofern sie sich bei dem entsprechenden Aufruf gemeldet haben.

Dritter und sechster Call: der Unterschied

Für besagten dritten Call haben kürzlich erste Abstimmungsgespräche stattgefunden. Als Baubeginn wird nun das Frühjahr 2022 ins Auge gefasst; wie immer bei Tiefbauarbeiten in dieser Jahreszeit spielen Härte und Länge des Winters eine entscheidende zeitliche Rolle.

War zuletzt stets die Rede davon, der Ausbau vor Ort solle Ende 2021 starten, könnte diese Verschiebung sich im Endeffekt für die Gemeinde als Vorteil erweisen. Denn parallel zu den Planungen für den dritten Call erfolgt zurzeit die Ausschreibung für den sechsten Call: In diesem werden unter anderem Einzellagen außerhalb größerer Ortschaften (sogenannte weiße Flecken) mit schnellem Internet versorgt.

Einige dieser weißen Flecken befinden sich in Herscheid in ortszentraler Lage. So gibt es in der Ebbegemeinde Straßen, die zur Hälfte in den dritten und zur anderen Hälfte in den sechsten Call fallen. Würden diese beiden Maßnahmen zeitlich voneinander getrennt durchgeführt, müssten mehrmals Straßen oder Gehwege geöffnet werden.

Uwe Schmalenbach äußerte daher im Sinne der Bürger die Hoffnung, dass die Arbeiten in einem Guss erfolgen könnten: „Das wäre für uns eine komfortable Situation.“

Wohl gemerkt: Die Gemeinde hat auf das laufende Vergabeverfahren und dessen Ausgang keinerlei Einfluss. Mit einer Entscheidung hinsichtlich des sechsten Aufrufs sei spätestens bis Ende Januar zu rechnen.

Löcher wird es geben

Wie auch immer das Ergebnis am Ende ausfallen wird: Gänzlich ohne Tiefbau wird der Breitbandausbau ohnehin nicht möglich sein. Dort wo möglich, werden die Leitungen in den Fahrbahnrändern verlegt. Aber es werde auch das ein oder andere Kopfloch im Bereich der Straßen und Gehwege geben.

Die Gemeinde werde auf diese Einschränkungen Rücksicht nehmen und die für nächstes Jahr geplanten Fahrbahnsanierungen auf den Breitbandausbau abstimmen. Für letztgenannten gibt es übrigens genaue zeitliche Vorgaben: Während der dritte Call bis Mitte des Jahres 2023 abgewickelt sein muss, besteht für den sechsten Call ein Zeitfenster bis Ende 2025.

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