Terminvergabe sorgt für Entzerrung

Blutspende ganz im Zeichen der Corona-Einschränkungen: App sorgt für reibungslosen Ablauf

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Birgit Lenke ist von der Anmeldung per App überzeugt.

Herscheid – Spenderblut wird immer benötigt – auch während der Einschränkungen durch Corona. Doch Blutspenden können natürlich nicht mehr so erfolgen wie noch vor der Pandemie. 

Damit dennoch möglichst viele ihren Lebenssaft spenden konnten, setzte das DRK Herscheid auf eine Voranmeldung per App. Die Erfahrung war positiv, Kritik an dem System gab es lediglich vereinzelt.

Besonders wichtig war den Organisatoren, das Spenderaufkommen zu entzerren, schließlich heißt es während der Pandemie vor allem: „Abstand halten!“ Beim Herscheider Blutspendetag am Donnerstag hatten viele Spender die Möglichkeit der Anmeldung über eine App genutzt – sehr zur Freude von Bianca Langenbach, Blutspendebeauftragte des Herscheider DRK: „Wir bekamen 57 Anmeldungen über diesen Weg. Praktisch ohne Wartezeiten lief alles ganz entspannt und ohne große Reibungsprobleme ab.“ 

Thorsten Grüber (45 Blutspenden) hatte sich nicht angemeldet und monierte: „Ich kam wie im Juni auch heute unangemeldet, wurde aber durch die Bevorzugung der angemeldeten Spender immer wieder nach hinten geschoben. Da hätten sich die Organisatoren etwas einfallen lassen müssen, um auch uns Nichtangemeldete zeitnah zu berücksichtigen.“ Bianca Langenbach erklärte dazu später: „Gerade die angemeldeten Personen haben natürlich ein Anrecht auf die Einhaltung des vorher vereinbarten Termins. Wenn wir diese hätten warten lassen, würde die Voranmeldung doch ad absurdum geführt.“ 

Weil elf Spenderbetten und auch gleichzeitig neun speziell ausgebildete Helfer und drei Ärzte des DRK Hagen zur Verfügung standen, gab es, wenn überhaupt, nur kurze Wartezeiten, auch für die nichtangemeldeten Spender. Dafür sorgten auch die elf Helfer des DRK Herscheid, die sich um die organisatorischen Dinge und um die Verpflegung der Spender kümmerten. 

Erstspender Markus Hoffmann von Marc Kiss Entertainment in Herscheid hatte sich von seiner Freundin Angelina Frank (elf Blutspenden) aus Siegen überzeugen lassen, Blutspender zu werden. Beide hatten sich über die App angemeldet und freuten sich über den reibungslosen Ablauf. 

Sabine Wernecke aus Herscheid kam ohne Anmeldung zu ihrem 46. Blutspendetermin: „Ich hatte nur eine Wartezeit von fünf Minuten. In zehn Minuten war der halbe Liter durchgelaufen. Ich spende gerne, weil ich hoffe, dass ich auch Spenderblut bekommen kann, wenn ich es selbst benötige.“ 

Eva Marcinkowski und Sohn Leon kamen zur Blutspende noch ohne Anmeldung, mussten nach eigener Aussage aber auch nur fünf Minuten warten.

Besonders wirksam ist die Reklame für die Blutspende innerhalb einer Gemeinschaft oder, wie in diesem Fall, in einer Familie: Birgit Lenke hatte sich ganz einfach über die App einen Termin geholt und konnte zum 32. Mal ihren Lebenssaft geben, sagte sie während der Spende. „Auch mein Sohn Mika ist mitgekommen“, ergänzte sie nicht ohne Stolz. Sohn Mika (19) war bereits fertig und genoss die Ruhezeit auf einem der elf Ruhebetten: „Ich bin zum fünften Mal dabei und habe mich auch ganz einfach über die App angemeldet.“ 

Auch ein weiteres Mutter-Sohn-Gespann war zufrieden mit dem Ablauf der Herscheider Blutspende. „Ich habe vor einer Nadel ziemlichen Respekt und noch etwas Angst vor dem Pieks. Doch eigentlich ist es gar nicht schlimm“, berichtete der 19-jährige Leon Marcinkowski. Seine Mutter Eva (97-fache Blutspenderin) hatte bereits ihre Ruhezeit hinter sich: „Wir kamen ohne Anmeldung, brauchten aber auch nur fünf Minuten warten“, und lächelte ihrem Sohn aufmunternd zu. 

Bianca Langenbach resümierte: „Die Anmeldungen über die App sind ein Erfolgsrezept. Nicht nur jetzt in der Coronazeit, sondern auch bestimmt darüber hinaus. Wenn sich alle, auch in Zukunft, darüber anmelden würden, hätten wir praktisch keine Wartezeiten und Warteschlangen mehr, was jedem Beteiligten guttun würde. Auf der anderen Seite freuen wir uns selbstverständlich über jeden Blutspender, auch wenn er ohne Anmeldung kommt. Und nicht jeder verfügt über ein Smartphone.“

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