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Blick in die Zukunft: So entwickelt sich Hüinghausen bis 2035

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Von: Dirk Grein

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Stadtplanerin Caroline Kossinna (links) regte an einem Thementisch zur Diskussion an. Ein Schwerpunkt der Gespräche lag auf den sozialen Angeboten: Wie könnten Treffpunkte aussehen und wo sollten diese entstehen?
Stadtplanerin Caroline Kossinna (links) regte an einem Thementisch zur Diskussion an. Ein Schwerpunkt der Gespräche lag auf den sozialen Angeboten: Wie könnten Treffpunkte aussehen und wo sollten diese entstehen? © Dirk Grein

Temporeduzierung auf den Straßen, mehr Veranstaltungen für Jüngere, Stärkung des Gemeinschaftssinns: Die vielfältigsten Themen des örtlichen Daseins prägten den Auftaktabend für das Dorfentwicklungskonzept Hüinghausen.

Herscheid - Bürgermeister Uwe Schmalenbach zeigte sich gleich zu Beginn erfreut: Denn trotz bestem Grill- und Gartenwetter waren mehr als 50 Anwohner der Einladung in die Rammberghalle gefolgt. Diese Resonanz wertete er als weiteren Beleg für das große ehrenamtliche Engagement. Dieses sei bei der gemeinsam angestrebten Weiterentwicklung Hüinghausens eine der wichtigsten Stärken: „Wie wollen wir im Jahr 2035 leben, wohnen und arbeiten?“, sei die zentrale Frage. Die Bürger sollen maßgeblichen Einfluss darauf haben.

Begleitet wird der Prozess von dem Detmolder Büro Arge Dorfentwicklung. Dessen Mitarbeiter hatten sich bei einem geführten Rundgang vor einigen Wochen ein erstes Bild gemacht. Zudem waren im Internet Befragungen durchgeführt worden.

Gesellschafter Helge Jung konnte erste Ergebnisse präsentieren und fasste seine Eindrücke wie folgt zusammen: „Hüinghausen soll nicht zu einem Schlafdorf werden – danach sieht es auch nicht aus.“ Mit seinen Mitarbeitern Caroline Kossinna und Johannes Rübesam moderierte Jung die Thementische, an denen die Teilnehmer die Diskussion prägten.

Ein Schwerpunkt waren Raserei auf der Habbeler Straße und Sicherung der Spaziergänger entlang der Elsener Straße. Zudem machten sich die Bürger Gedanken zum Thema Klimaschutz bei der Gestaltung des geplanten Neubaugebietes Lingenbecke und über soziale Angebote, ganz allgemein und speziell für die jüngeren Anwohner.

Erste Ergebnisse der Online-Befragung

Laut Helge Jung liegt das Durchschnittsalter in Hüinghausen bei 45,9 Jahren (NRW: 44,3 Jahre). Die 50- bis 60-Jährigen bilden dabei die zahlenmäßig stärkste Gruppe; eine Lücke gebe es – wie in vielen anderen Ortschaften auch – bei den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Bei einer nach Jung und Alt getrennten Online-Umfrage gaben beide Altersgruppen an, dass Natur und Identifikation mit dem Heimatort zu den Stärken gehören. Die Erwachsenen nannten als Schwächen die ärztliche Versorgung und die Jüngeren fehlende Veranstaltungen. Auf einer interaktiven Karte wurden unterschiedliche Wünsche verortet: Der Umzug der Kita in die alte Schule und die Schaffung eines Begegnungszentrums wurden eingetragen, aber zum Beispiel auch die intensivere Nutzung des Sportplatzes, eine Boccia-Bahn und die Einrichtung einer Katzen-Pension.

Die Ideen waren unterschiedlicher Natur: Während einerseits Treffpunkte in Form eines Grillplatzes oder eines Unterstandes angeregt wurden, brachten andere Anwohner kleinere Verbesserungsvorschläge wie das Aufstellen von Sitzbänken ins Spiel. Laut Caroline Kossinna sei ein starkes Interesse der Hüinghauser zu spüren: Die Anwohner „wollen ihrem Heimatort eine eigene Handschrift verpassen“.

Im nächsten Schritt ist nach den Sommerferien eine Zukunftswerkstatt geplant, bei der gezielt an Ideen gearbeitet werden soll. Zudem, da waren sich die Bürger einig, sollen auch die Jugendlichen mit ins Boot geholt werden.

Was die Umsetzung der Planungen betrifft, konnte der Bürgermeister Hoffnung machen: Als Mitglied der Leader-Region „Oben an der Volme“ erhalte Herscheid ab 2023 Fördermittel. Das Ziel für Hüinghausen soll es zunächst sein, das Dorfentwicklungskonzept mit den Bürgern bis zum Jahresende aufzustellen und zu finalisieren.

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