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 Liebestolle Rehe: Gefahr von Wildunfällen steigt

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Von: Johannes Opfermann

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Reh am Morgen.
In der Brunft- oder Blattzeit vergessen liebestolle Rehböcke jegliche Vorsicht und wechseln urplötzlich über die Straße. Umso mehr müssen Autofahrer aufpassen, um Wildunfälle zu vermeiden. © Soeren Stache/dpa

An Straßen, die durch Wald und Feld führen, müssen Autofahrer momentan ganz besonders vorsichtig sein, denn wegen der Paarungszeit bei den Rehen ist die Gefahr von plötzlichen Wildwechseln und damit Unfällen deutlich höher.

Herscheid - „Wir haben Blattzeit – so heißt die Brunftzeit des Rehwilds in der Jägersprache – und dann drehen die Rehböcke durch, sie spielen verrückt“, sagt Dr. Matthias Dunkel, Vorsitzender des Hegerings Herscheid. „Sonst verhalten sie sich vorsichtig und zurückhaltend, aber in der Paarungszeit sind sie nur noch auf der Suche nach weiblichen Rehwild und vergessen alle Vorsicht.“ Die Rehe sind in der Brunftzeit viel aktiver und wechseln schlagartig über die Straße.

Kollidieren sie mit einem Fahrzeug, endet das für die Rehböcke meistens tödlich. Auch im Hegering Herscheid seien in der aktuellen Brunftzeit schon wieder einige Stück Rehwild totgefahren. Wildunfälle passieren das ganze Jahr über – etwa 20 Prozent des jährlichen „Abschusses“ bleibe laut Dunkel auf der Straße –, doch in der Brunftzeit häufen sie sich.

„Autofahrer müssen vorsichtiger fahren, denn die Rehe stehen plötzlich auf der Straße“, sagt Dunkel, doch häufig ist Bremsen nicht mehr möglich, eine Kollision nicht zu verhindern. Im Zweifel müsse man dann den Verlust des Tieres in Kauf nehmen, denn Ausweichversuche könnten womöglich noch zu schlimmeren Unfällen führen.

„Man muss eben die Geschwindigkeit den Örtlichkeiten anpassen, wo viel Wald und Feld ist, und vorsichtiger fahren als sonst“, sagt der Hegering-Vorsitzende. An bestimmten Stellen in der Gemeinde ist laut Dunkel ganz besonders Vorsicht geboten. Entlang der L561 zwischen Herscheid und Plettenberg, aber auch in Richtung Silberg und Lüdenscheid zählt zu den Hauptpunkten, wo verstärkt mit Wildwechseln zu rechnen ist und deswegen auch das Risiko eines Unfalls höher ist. Die Valberter Straße und die Schwarze Ahe zählen ebenso wie die Straßen zur Versetalsperre und zur Oestertalsperre zu den Strecken, an denen häufiger etwas passiert, so Dunkel.

Da die Rehe während der Brunftzeit weniger vorsichtig sind, könne es auch sein, dass Spaziergänger sie häufiger zu Gesicht bekommen. Eine Gefahr für die Spaziergänger stellen die liebestollen Rehe allerdings nicht dar. „Hunde sollten sie aber auf jeden Fall anleinen, auf den Wegen bleiben und nicht querfeldein laufen“, erinnert der Hegering-Vorsitzende an Verhaltensregeln für Waldbesucher, die grundsätzlich gelten. Das gilt zur Paarungszeit umso mehr, da die im Frühjahr auf die Welt gekommenen Kitze immer noch sehr klein sind. Und durch die Abholzung der Käferflächen sind die Rückzugsräume für Rehe und andere Wildtiere weiter geschrumpft. Auch deswegen sollte man auf das Wild Rücksicht nehmen.

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