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Neue Vermarktungswege nach 30 Jahren: Biohof wird für Besucher geöffnet

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Von: Dirk Grein

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Mario Kutzke (links) achtet auf eine ausgewogene Ernährung und wurde auf den Biohof von Ulrich Pieper (rechts) aufmerksam. Gemeinsam überlegten die beiden Männer, wie die Lebensmittel aus Kiesbert vermarktet werden können.
Mario Kutzke (links) achtet auf eine ausgewogene Ernährung und wurde auf den Biohof von Ulrich Pieper (rechts) aufmerksam. Gemeinsam überlegten die beiden Männer, wie die Lebensmittel aus Kiesbert vermarktet werden können. © Grein, Dirk

Zum runden Geburtstag stellt sich der Gärtnerhof Pieper neu auf: Am Standort in Kiesbert soll es künftig Führungen und Verkauf ab Hof geben. Mit diesen Entscheidungen, die Veränderungen für den beschaulichen Betrieb bedeuten, hat sich Betreiber Ulrich Pieper lange Zeit schwergetan.

Herscheid - Spinat, Kohlrabi, rote Beete, Lauch, Bohnen, Salate, Wirsing: Bei einem Rundgang entlang der Beete und der Obstbäume besticht die Vielfalt. All das wachse am Fuße des Ebbegebirges, vollkommen ohne Hilfsmittel wie Kunstdünger, betont Pieper mehrfach. Er setze seit nunmehr 30 Jahren auf ökologische Methoden und das mit wachsendem Erfolg – wobei besagtes Wachstum, also das seiner Pflanzen, stets von der Witterung abhängig sei. Auch in den zuletzt trockenen Jahren seien die Ernten üppig ausgefallen, ergänzt der Biobauer.

Nicht die Erzeugung, sondern vielmehr die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte stellt für ihn zunehmend eine Herausforderung dar. Pieper beobachtet immer mehr eine Erwartungshaltung in der Gesellschaft, die schwierig zu bedienen sei: „Aus den Supermärkten sind es die Kunden gewohnt, dass immer alle Lebensmittel verfügbar sind, am Besten 365 Tage im Jahr.“ Dass die Produkte dafür aus der ganzen Welt importiert werden müssen, sei meist nur eine Randnotiz – doch genau da setzt der Herscheider an. Er möchte seine regionalen Produkten auf möglichst kurzem Weg und ohne Verpackung verkaufen.

Genau das sei zuletzt schwieriger geworden: Wochenmärkte zu beliefern rentiere sich für ihn kaum noch, weil nach eigener Aussage „immer weniger Menschen dort unterwegs sind und Supermärkte sowie Discounter alles, auch Biogemüse, unter einem Dach anbieten.“ Über die Solidarische Landwirtschaft Lüdenscheid, die er von Anfang an unterstütze, seien hauptsächlich noch Kartoffeln gefragt. Durch die Schließung des Bioladens Lüdenscheid sei für ihn eine weitere Absatzmöglichkeit verloren gegangen.

Immerhin: In dieser Hinsicht erhält der Herscheider Unterstützung. Mario Kutzke ist auf den Biohof aufmerksam geworden und stellte den Kontakt zu einem Bioladen in Attendorn her, der nun aus Kiesbert beliefert werden soll.

Gemeinsam mit Kutzke überlegte Pieper, welche weiteren Alternativen er nutzen könne – immer vor dem Hintergrund, dass er die Vermarktung allein schultern muss. Aus diesem Grund scheide ein reiner Hofladen aus, denn dieser bedeute einen zu großen Aufwand. Unter anderem nennt der Herscheider den bewussten Verzicht auf Lagerkapazitäten wie Kühlräume, um nicht unnötig Energie zu verschwenden. „Frisch vom Feld“ sollen seine Produkte bleiben.

Deshalb hat sich der 64-Jährige dazu entschieden, einen Ab-Hof-Verkauf einzurichten. Dieser soll zu festgelegten Zeiten und nach Möglichkeit nach vorheriger Anmeldung erfolgen, der besseren Planbarkeit wegen. Außerdem will Pieper seinen Hof regelmäßig der Öffentlichkeit präsentieren. Bei Führungen über seine Flächen will er mit den Gästen in den Austausch treten über Permakultur und Selbstversorgung.

Öffnungszeiten

Der Verkauf ab Hof ist mittwochs von 17 bis 19 Uhr möglich. Führungen sind sonntags von 15 bis 17 Uhr terminierbar. Bei Besuchen bittet Ulrich Pieper um vorherige Kontaktaufnahme unter Tel. 0 23 57 / 28 47.

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