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Bezirksregierung bestätigt einstimmiges Votum: Herscheid ist Erholungsort

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Von: Dirk Grein

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Die Bezirksregierung bestätigt der Gemeinde Aufenthaltsqualität: Daher darf sich Herscheid staatlich anerkannter Erholungsort nennen.
Die Bezirksregierung bestätigt der Gemeinde Aufenthaltsqualität: Daher darf sich Herscheid staatlich anerkannter Erholungsort nennen. © Foto: Engel / Grein, Montage: Grein

Knallende Sektkorken soll man im Rathaus am Montag zwar nicht gehört haben. Dennoch dürfte die Freude groß gewesen sein, als um kurz nach 9 Uhr der erhoffte Anruf der Bezirksregierung Arnsberg einging. Diese teilte nach zwei Wochen des Wartens offiziell mit, dass Herscheids Bewerbung erfolgreich war: Die Gemeinde ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Herscheid - „Dieses Votum ist einstimmig gefasst worden“, bestätigt Ursula Kissel, Pressesprecherin der Bezirksregierung. Anfang Oktober war eine dreiköpfige Besucherkommission zu Gast in Herscheid gewesen. Dort erlebte sie in einer sechsstündigen Bereisung die Vorzüge der Ebbegemeinde: Sowohl bei einem Spaziergang durchs Dorf, aber auch bei der anschließenden Rundfahrt wurden touristische Attraktionen wie das Freibad, der Spieker, der Robert-Kolb-Turm auf der Nordhelle, aber auch die Märkische Museumseisenbahn und das Bildungszentrum Rahlenberg gezeigt.

Dokumentationen, Vorträge, persönliche Gespräche: Die Herscheider Verwaltung um Bürgermeister Uwe Schmalenbach, aber auch ehrenamtliche Vertreter des Marketingvereins, des Heimatvereins, der Kleinbahn und des Bürgerbusvereins – die den Transport durch die Gemeinde übernahmen – scheinen Eindruck hinterlassen zu haben. Vor allem konnten sie gemeinschaftlich belegen, dass die durch das Kurortegesetz NRW vorgegebenen Qualitätsstandards dafür erfüllt sind, dass die Gemeinde das Prädikat Erholungsort tragen darf.

Eine Besucherkommission sah sich im Auftrag der Bezirksregierung in der Gemeinde um. Hier zeigt Bürgermeister Schmalenbach die Dorfwiesen.
Eine Besucherkommission sah sich im Auftrag der Bezirksregierung in der Gemeinde um. Hier zeigt Bürgermeister Schmalenbach die Dorfwiesen. © Foto: Hochstein / Gemeinde Herscheid

„Nach dem Besuchstermin hatte die Kommission zwei Wochen Zeit, um ihr Votum zu Papier zu bringen“, beschreibt Ursula Kissel. Genau das sei nun geschehen. Amtlich gemacht werde die Prädikatisierung per Urkundenüberreichung, einen Termin dafür wird die Bezirksregierung noch mit der Gemeindeverwaltung vereinbaren.

Reaktion aus dem Rathaus

Bereits jetzt ist die Freude in Herscheid groß: „Das setzt unsere touristischen Bemühungen und Angebote in ein anderes Licht“, sagt Frank Holthaus. Als Tourismusbeauftragter der Gemeinde hatte er die Besucherkommission durch das Dorf begleitet. Bereits dabei habe er gespürt, dass die Gäste sowohl von der Natur und den sich daraus resultierenden Freizeitmöglichkeiten begeistert waren, aber auch von dem in den letzten Jahren schrittweise modernisierten Freibad, das als Alleinstellungsmerkmal hervorgehoben wurde.

Die Gemeinde sei in vielen Belangen sehr gut aufgestellt, das verdeutliche die Prädikatisierung. Diese sei zugleich ein Ansporn, nicht nachzulassen, versichert Holthaus.

Reaktion des Marketingvereins

„In Herscheid steckt jede Menge Potenzial“, betont Markus Gumpricht, Vorsitzender des Marketingvereins. Die vielfältigen Qualitäten würden durch das Prädikat Erholungsort nicht nur für die Bewohner, sondern auch für Besucher von außerhalb sichtbar.

Als „emotionalen Pluspunkt“ beschreibt Carsten Engel, Vorstandskollege von Markus Gumpricht, diese Anerkennung. Der leidenschaftliche Mountainbiker pflegt vielseitige Kontakte zu Radlern aus der näheren Umgebung und auch aus dem Ruhrgebiet. Diese sagen nicht selten nach einer Tour durch die heimischen Wälder: „Ein Ausflug nach Herscheid ist wie einen Tag Urlaub machen“.

Von dem Titel Erholungsort könnten alle Bürger profitieren. So erhofft sich Carsten Engel eine infrastrukturelle Stärkung. Zudem könnte die Gemeinde noch attraktiver als Wohnort werden.

Reaktion der Region Oben an der Volme

Ralf Thebrath, der Freizeit- und Naherholungsbeauftragte der Region Oben an der Volme, spricht in diesem Zusammenhang von einem Qualitätsmerkmal, das der Gemeinde einen Vorsprung verleihen dürfte. Er nennt ein Beispiel: Wanderer auf der Suche nach neuen Wegen könnten verstärkt ins Ebbe gelockt werden. „Herscheid hat jetzt ein objektives Unterschiedskriterium“.

Nach innen, für die heimischen Akteure, sei dieses Prädikat ein Zeichen dafür, dass sich in Herscheid etwas bewege, dass sich ein Engagement lohne. Für den Verbund Oben an der Volme, dem Herscheid seit einigen Jahren angehört, bedeute dies eine zusätzliche Attraktivitätssteigerung; damit komme man dem Ziel, die Region überregional bekannter zu machen, ein Stückchen näher, da ist sich Thebrath sicher.

Reaktion des Tourismusverbandes und der Gastwirte

In ihrer Funktion als Geschäftsführerin des Freizeit- und Tourismusverbandes weiß Hana Janeckova, wie wichtig den Bürgern Qualitätsmerkmale sind. So vergibt sie als Prüferin an die hiesigen Ferienunterkünfte die begehrten Sterne-Auszeichnungen, die bei der Auswahl einer Ferienwohnung für die Gäste von großer Bedeutung seien. Vergleichbar damit sei auch die Prädikatisierung zum Erholungsort. „Das ist für die Gemeinde eine wichtige Imageförderung“, betont Janeckova.

In Herscheid gibt es insgesamt 122 Betten in Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Hotels, die zur Übernachtung genutzt werden können (diese Vielfalt war übrigens ein Kriterium, auf das die Besuchskommission geachtet hat). Für diese Anbieter werde sich der Titel Erholungsort positiv bemerkbar machen, ist sich Gastwirtin Caroline Vedder sicher. Darüber hinaus hofft sie, dass die Gemeinde durch die staatliche Anerkennung bei Förderverfahren die Nase vorne haben könnte – zum Beispiel im Fall des geplanten Walderlebniszentrums auf der Nordhelle. „Das könnte eine Magnetwirkung für unsere Region haben“, verbindet Vedder mit der Prädikatisierung daher große Hoffnungen.

Lesen Sie mehr über den Besuch der Kommission in Herscheid.

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