Bewusst essen ohne Verbote: Jutta Jacques gibt Tipps zur gesunden Ernährung

„Nie wieder Nutella? Das ist völlig unrealistisch!“

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Was gehört zu einer gesunden Mahlzeit und was nicht? Mit diesem täglichen Puzzlespiel haben viele Bürger ihre Probleme. Ernährungsmedizinerin Jutta Jacques möchte den Herscheidern anhand von ein paar einfachen Hinweisen beim Start in ein gesundes neues Jahr helfen. Von strikten Verboten und unrealistischen Gewichtsverlust-Zielen hält sie allerdings wenig.

HERSCHEID - Endlich abnehmen! Diesen Vorsatz haben sich viele Herscheider in den Kalender 2018 geschrieben. An der Umsetzung hapert es jedoch häufig – und an dem Druck, dem man sich selbst aussetzt.

Gute Vorsätze seien generell lobenswert, weil man sein eigenes Verhalten hinterfragt, meint die Herscheider Ernährungsmedizinerin Jutta Jacques: „Aber von jetzt auf gleich alles umzukrempeln, ist wenig sinnvoll.“ Getreu der Devise „Weniger ist oftmals mehr“ rät sie dazu, sich auf ein oder zwei wesentliche Dinge zu konzentrieren. 

Die Grundsätze einer gesunden Ernährung sind nicht selten in Vergessenheit geraten oder werden aufgrund von Stress und Hektik im Alltag rasch über Bord geworfen. Dabei sollte der Aspekt der Gesundheit bei der Ernährung stets die wichtigste Rolle spielen, betont Jutta Jacques. In der Realität lassen sich aber zu viele Menschen von dem Zeit-Faktor drängen. „Bis Ostern 20 Kilogramm Gewicht zu verlieren“, das sei ein unrealistisches Ziel. 

Auch wenn es schwer fällt: Das Abnehmen sei ein Prozess, der seine Zeit braucht. Auch Rückschläge seien vorprogrammiert und völlig normal, sagt die Expertin: „Davon darf man sich auf keinen Fall von seinem Weg abbringen lassen.“ Was auch bedeutet, dass man sich nicht selbst bestrafen sollte: Bei einer Geburtstagsfeier ein Stück Sahnetorte zu essen, sei kein Drama. Auch der Genuss von Pizza, Döner oder Burger sei kein Tabu, allerdings sollte Fast Food eine Ausnahme bleiben. 

Ohnehin kann Jutta Jacques Verboten nur wenig Positives abgewinnen: „Nie wieder Nutella – das ist völlig unrealistisch.“ Worauf es ankommt, das sei das richtige Maß. Ein praktischer Tipp: Die eigene Hand ist eine gute Maßeinheit, um die Größe von Portionen abzuschätzen. Außerdem rät Jutta Jacques von Light-Produkten ab. 

Ein Patentrezept für ein langes, gesundes Leben gebe es nicht. Das Punktezählen oder das mühselige Berechnen von Kalorien – wie bei bekannten Diäten – brauche man nicht. Stattdessen erarbeitet Jutta Jacques gemeinsam mit ihren Patienten einen individuellen Ernährungsplan. Dabei müsse stets die Person im Mittelpunkt stehen: Gibt es Erkrankungen oder müssen regelmäßig Medikamente eingenommen werden? All das müsse berücksichtigt werden. 

Zur Last dürfe die Ernährungsumstellung nicht werden: Wer das Grundgerüst einer gesunden Ernährung verinnerlicht hat und sich ein paar Tipps merkt, der sei auf dem richtigen Weg in Richtung Wohlfühlgewicht. „Dabei muss auch niemand hungern, sondern man kann sich sattessen“, macht die Herscheiderin Mut.

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