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Betreuermangel bei Ferienspaß: Abenteuerspiel eine Nummer kleiner

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Von: Dirk Grein

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Da ist Zusammenarbeit gefragt: Beim Gang über die Planke sollen die Piratenanwärter aneinander vorbeigehen, aber dabei die Balance nicht verlieren.
Da ist Zusammenarbeit gefragt: Beim Gang über die Planke sollen die Piratenanwärter aneinander vorbeigehen, aber dabei die Balance nicht verlieren. © Dirk Grein

Personelle Engpässe zwingen die Macher des Ferienspaßes zu Veränderungen. Doch die müssen sich nicht zwangsläufig negativ auswirken, wie das Beispiel Abenteuerspiel zeigt.

Herscheid - Üblicherweise startet die zweite Woche der Sommerferien am Jugendzentrum stets mit einer Schatzsuche. Dabei erforschen die Kinder, aufgeteilt in kleine Gruppen, den Ortskern, wo an unterschiedlichen Stationen Prüfungen auf sie warten. „Dafür fehlen uns diesmal schlichtweg die Betreuer“, erklärt Einrichtungsleiterin Silke Obier. An Personen, die an den Stationen verkleidet als Spielleiter auftreten, mangele es.

Auf das Abenteuerspiel mussten die Kinder dennoch nicht verzichten, sie erlebten eine abgewandelte Version. Das Geschehen wurde kurzerhand auf das Außengelände des Jugendzentrums verlegt. Dort hatte Leutnant Andreas (Wehberg) sieben Piratenprüfungen vorbereitet. Dabei mussten die 45 Kinder, die sich in sechs Gruppen aufgeteilt hatten, vor allem eines beweisen: Zusammenhalt.

Beim Piraten-Tango etwa war die Herausforderung, dass zwei Kinder auf einem schmalen Balken aneinander vorbeibalancieren, ohne den Rasen zu berühren. Zielgenauigkeit war beim Schiffeversenken gefragt: Denn dabei versuchten die Kinder, mit dem Wurf einer Boule-Kugel ein Papierschiff in einem mit Wasser gefüllten Becken zu treffen.

Beim Schiffeversenken zielten die Kinder mit Boule-Kugeln auf ein Papierschiff im Wasserbecken.
Beim Schiffeversenken zielten die Kinder mit Boule-Kugeln auf ein Papierschiff im Wasserbecken. © Dirk Grein

Kirschkernweitspucken, Enterhakenwerfen, Schiffsverkleinerung: Die Kinder hatten sichtlich Freude. Zur Belohnung ging es abschließend auf gemeinsame Schatzsuche, bei der reichlich Süßes wartete. Ob sie die Prüfungen bestanden haben, stellt sich am Abschlusstag des Ferienspaßes heraus, denn dann sollen die Freibeuterbriefe verteilt werden.

Apropos Abschluss: Auch dieser fällt anders aus. Die große Galavorstellung vor Publikum wurde bewusst gestrichen. „Damit wollen wir Druck von den Kindern und den Betreuern nehmen“, erklärt Silke Obier. Das Einüben des Programms sei zuletzt für viele Teilnehmer zunehmend belastend gewesen, darauf reagiere man nun. Anstelle des regelmäßigen Übens in den Gruppen stehe nun viel freies Spielen an der Tagesordnung. „Das genießen die Kinder sehr“, beschreibt Silke Obier die entspannte Stimmung. Aber auch die angebotenen Bastel-Workshops (Teilnahme freiwillig) würden gut angenommen.

Fledermausfund sorgt für Aufregung

Für große Aufregung bei den Ferienkindern sorgte Rüdiger. So tauften sie die kleine Fledermaus, die sie am Jugendzentrum entdeckten. Da sie geschwächt wirkte, suchten die Betreuer über das Internet nach möglichen Hilfen. Dabei stießen sie auf eine Fledermausauffangstation in Lüdenscheid. Dorthin brachte Betreuerin Vera Wehberg das lediglich 2,4 Gramm schwere Tier. Nach Auskunft vor Ort werde man versuchen, die Fledermaus aus dem Jugendzentrum aufzupäppeln, damit sie möglichst bald wieder allein auf Erkundungsflüge gehen kann. Die Ferienkinder drücken ihrem Rüdiger ganz fest die Daumen. „Er war so süß“, berichteten einige Mädchen sichtlich begeistert.

Weitere kleinere Umstellungen, auf die das Team keinen Einfluss haben, machten sich ebenfalls bemerkbar. So sei die Busfahrt zum Ketteler Hof nach Haltern am See aufgrund der Bückensperrung im Verlauf der A45 länger als sonst und somit eine echte Geduldsprobe gewesen.

Der obligatorische Besuch im Freibad (das nur wenige Meter entfernt auf der anderen Straßenseite liegt) sei komplett gestrichen. Ohne zusätzliche Rettungsschwimmer sei ein Besuch als Gruppe nicht möglich, so lauten die neuen Bestimmungen. Doch auch hier zeigen sich die Planer erfinderisch: So sind bei entsprechenden Temperaturen ausgiebige Wasserspiele im Garten geplant. Denn echte Piraten ohne Wasser, das passt nicht zusammen. „Wir werden sicherlich viel Spaß haben“, blickt Silke Obier zuversichtlich auf die verbleibenden Tage der Ferienaktion.

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