Nach 44 Jahren

Zahlreiche Besucher verabschieden Wolfgang Heß auf besondere Weise - Video online

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Wolfgang Heß (vorne) wurde von Bürgermeister Uwe Schmalenbach und vielen Besuchern in den Ruhestand verabschiedet.

Herscheid - 44 Jahre hat der Herscheider Schwimmmeister Wolfgang Heß im Freibad gearbeitet und in dieser Zeit Generationen von Menschen geprägt. Am Samstag verabschiedete sich der 64-Jährige in den Ruhestand. Die Freibadbesucher zollten ihm Respekt und Anerkennung - auf ganz besondere Weise.

Am Samstagabend ging eine Ära zu Ende: Mit vielen Glückwünschen, Danksagungen und auch unter Tränen wurde Wolfgang Heß in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. 44 Jahre war er im Freibad der Mann am Beckenrand: Er hatte Generationen von Kindern das Schwimmen beigebracht und stets ein wachsames Auge auf das Geschehen im und ums Wasser gehabt. Die Freibadbesucher hatten ihn genauso ins Herz geschlossen, wie er sie.

„Wir sind wie eine Familie“, sagte Heß nach seiner letzten Schicht. „Es war wirklich eine ganz, ganz tolle Zeit!“ Ein Familienmitglied lässt man natürlich nicht ohne Weiteres ziehen. Es gab kaum einen, der nach dem fröhlichen Badetag bei noch einmal bestem Sommerwetter nicht bei Heß vorbeiging, um sich persönlich zu verabschieden. Ein fester Händedruck hier, eine liebevolle Umarmung dort; besonders die Kinder herzten „ihren Wolfgang“ innig, oft verbunden mit der Frage „Kannst du nicht bleiben?“

Zum Dank für die vielen gemeinsamen Jahre hatten die Freibadbesucher zusammengelegt, um Heß ein Geschenk zu machen, das ihn an sie erinnert: Eine Holzbank, auf der die Unterschriften der ‚Familienmitglieder’ zu finden sind. Ohne viele Worte zu machen, überreichte Heß’ langjähriger Kollege Reiner Wittkamp das Präsent. Ein kurzer Sitzversuch, bevor der Verabschiedungsmarathon weiterging, denn wirklich jeder wollte dem scheidenden Schwimmmeister ein paar liebe Worte mit auf den nun vor ihm liegenden Lebensabschnitt geben.

Von offizieller Seite überbrachte Bürgermeister Uwe Schmalenbach die Glückwünsche. Er erinnerte an Heß’ Anfangszeit, 1976, als der Eintrittspreis noch bei 1,20 DM lag, und umriss, wie viel sich vor allem in den vergangenen Jahren getan hat und natürlich auch, wie viel Heß für das Bad geleistet habe. Diese „Lebensleistung“ sei aller Anerkennung wert, so Schmalenbach. Zum Schluss gab es noch ein Ständchen.

Zur Melodie von „Take Me Home, Country Roads“ hatte Jörg Wilmink den Text auf Heß umgeschrieben. In den Refrain stimmten schließlich alle verbliebenen Badegäste, Freunde Arbeitskollegen und Weggefährten mit ein: „Lieber Wolfgang, dir tausend Dank. Das Freibad hier, war dein Revier. Du wirst uns allen ab morgen fehlen. Ein Teil von dir bleibt für immer hier.“

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