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Besucher schweben in gläserner Gondel über der Firma Alberts

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Von: Stefanie Vieregge

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Der Höhepunkt des Betriebsfestes – nicht nur wortwörtlich gemeint: Die Besucher konnten in einer verglasten Gondel Platz nehmen, die von einem Kran in 55 Meter Höhe gezogen wurde. Auf diese Weise warfen die Gäste aus der Vogelperspektive einen Blick auf Grünenthal und die gewachsenen Strukturen von Herscheids größtem Arbeitgeber.
Der Höhepunkt des Betriebsfestes – nicht nur wortwörtlich gemeint: Die Besucher konnten in einer verglasten Gondel Platz nehmen, die von einem Kran in 55 Meter Höhe gezogen wurde. Auf diese Weise warfen die Gäste aus der Vogelperspektive einen Blick auf Grünenthal und die gewachsenen Strukturen von Herscheids größtem Arbeitgeber. © Stefanie Vieregge

Anlässlich des 170-jährigen Bestehens lud die Firma Alberts am Samstag nach drei Jahren Corona-Pause ihre Mitarbeiter, deren Familien und geladene Gäste zu einem Betriebsfest ein. Über 1200 Anmeldungen konnten verzeichnet werden.

Herscheid - Mittelpunkt der Veranstaltung war ein etwa zweistündiger Rundgang durch alle Hallen. „Wir haben am Freitagabend noch mal die gesamte Beschilderung überprüft, damit auch jeder den Weg findet“, berichtet Geschäftsführer Dietrich Alberts mit einem Augenzwinkern. Die Pressen, Stanzen, Werkzeuge und Fertigungsstraßen konnten aus nächster Nähe, teils sogar im Einsatz, bestaunt werden.

Beschreibungen, kurze Videos und vor allem die persönlichen Erklärungen durch die Mitarbeiter an den einzelnen Stationen gestalteten den Weg sehr unterhaltsam. Für die Kinder gab es eine Schnitzeljagd, die am Ende mit einer Süßigkeitentüte belohnt wurde. Der Rundgang gewährte nicht nur den Angehörigen einen Einblick, sondern war auch für viele Mitarbeiter eine neue Perspektive. „Der Weg zum eigenen Arbeitsplatz führt nicht immer durch den gesamten Betrieb“, erklärt der Marketingleiter Holger Geck.

Bereitwillig und mit viel Witz gaben alle Auskunft über ihre Tätigkeit. So wurden im Werkzeugbau zum Beispiel die Unterschiede zwischen Bohrer und Fräskopf erklärt, sowie vom Abteilungsleiter Christian Garcia die einzelnen Schritte bis zum fertig gefrästen, gestanzten und getrennten Produkt. Im weiteren Verlauf erfuhr man, was sich hinter einem Schrumpftunnel verbirgt – nämlich eine Anlage, in der eine Folienverpackung durch Hitze schrumpft und sich um das Produkt legt.

Dietrich Alberts hatte sichtlich Spaß beim Chauffieren in den kleinen Elektroflitzern. Spannend: Alle Türen werden linksseitig geöffnet.
Dietrich Alberts hatte sichtlich Spaß beim Chauffieren in den kleinen Elektroflitzern. Spannend: Alle Türen werden linksseitig geöffnet. © Stefanie Vieregge

Ein weiterer Grund für das Fest war die Verbundenheit aller Beteiligten, die sich in der – für heutige Zeiten außergewöhnlich – langen Betriebszugehörigkeit widerspiegelt. 22 Jahre und länger waren die befragten Mitarbeiter für das Unternehmen tätig. Holger Geck (30 Jahre zugehörig) und Christian Anheier (Eintritt 1996, Betriebsleiter seit 2021) wurden immer wieder von ehemaligen Kollegen angesprochen.

So zum Beispiel von dem ehemaligen Einkaufsleiter Hans-Werner Marl. Er verbrachte 47 Jahre bei der Firma Alberts und schwelgte in Erinnerungen, von den anfänglich nur 60 Kollegen, über extrem steigende Zahlen während der Startphase von Baumärkten bis hin zu automatisierten Verpackungsabläufen. Alle strahlten Ruhe und Zufriedenheit aus, und die Ehemaligen auch ein bisschen Wehmut.

Apropos Zusammengehörigkeit: Die wird von der Geschäftsführung vorgelebt. Familie Alberts begrüßte am Eingang jeden Gast persönlich und mit Namen. Das Unternehmen beschäftigt über 500 Mitarbeiter aus mehr als 20 Nationen an fünf internationalen Standorten. Marketingleiter Geck freute sich besonders über die 20 angereisten Kollegen aus Mannheim.

Persönliche Begrüßung durch den Geschäftsführer: Alexander Alberts (rechts) nahm die Besucher des Tages der offenen Tür in Empfang.
Persönliche Begrüßung durch den Geschäftsführer: Alexander Alberts (rechts) nahm die Besucher des Tages der offenen Tür in Empfang. © Stefanie Vieregge

Es gab viele Gründe zu feiern, auch weil mit Corona wieder eine Phase der Veränderung und Anpassung bewältigt wurde. Alexander Alberts übernahm bereits 2019 in Teilen die Geschäftsführung von seinem Vater, die offizielle Übergabe erfolgte 2020. „Während des ersten Lockdowns stieg die Nachfrage extrem an, weil die Menschen viel an Haus und Garten gearbeitet haben“, so Alberts. „Derzeit bricht es aufgrund der Reiselust etwas ein, aber auch das wird sich wieder ändern.“

Die Attraktion des Fests war die am Kran hängende Gondel, organisiert durch Extreme Event Services aus Mönchengladbach. Aufgrund der niedrigen Wolken blieb der Weitblick verwehrt, was aber dem Vergnügen keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, sieben Leute pro Auffahrt genossen in 55 Metern Höhe bei angenehmen Temperaturen den Ausblick auf Herscheid und das Betriebsgelände, auch durch den Glasboden nach unten.

Geplauscht wurde im Anschluss in der neuen Halle 17 in Friedlin, wo sich die Kleinen auf der überdimensionalen Hüpfburg austoben konnten. Außerdem gab es eine Kartbahn und Bogenschießen. Zur Stärkung der Besucher wurde mit Gegrilltem, Crepes, Eis und alkoholfreien Cocktails gesorgt.

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