Besuch auf Tannenbaumschonung

Trockenschäden an Tannenbäumen als Folge des Klimawandels

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Die Hitze sorgte auch für Stammrisse, insbesondere wie hier bei der Frasertanne und der Koreatanne.
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Durch die starke Sonneneinstrahlung gab es viele Hitzeschäden wie hier an einem Nobilis-Zweig.
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In Ober-Holten werden selbst die kleinsten Kunden fündig und wollen ihren Baum gar nicht mehr loslassen.
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Michael Geck ist nicht nur für den Bauhof der Gemeinde Herscheid, sondern seit mehr als 25 Jahren nebenbei auch im Weihnachtsbaum-Verkauf in Ober-Holte tätig.
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Herscheid – Auch in diesem Jahr haben Hitze und Trockenheit wieder den für Weihnachten bestimmten Tannenbäumen zugesetzt. Beim Besuch auf seiner Tannenschonung in Ober-Holte erklärt Michael Geck, wie man die Trockenschäden in Grenzen halten konnte.

Bereits 2018 sorgte die extreme Trockenheit vor allem in Wäldern und auf Feldern für große Probleme, die sich in diesem Jahr auch in Herscheid nahtlos fortsetzten: „Das Frühjahr und der Sommer waren wieder enorm trocken. Im Monat April hatten wir bei uns gerade einmal 32 Liter Regenwasser. Diese Menge füllt nur drei normalgroße Eimer“, blickt Michael Geck auf die schwierigen Verhältnisse für die heimische Natur zurück.

Er ist zwar nicht hauptberuflich davon abhängig, doch für seinen kleinen Familienbetrieb in Ober-Holte spielen die äußeren Bedingungen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Denn auch für Anbieter von Weihnachtsbäumen, die bei Familie Geck auf einer Fläche von 3,5 Hektar zu finden sind, hat der Klimawandel vor Ort erhebliche Auswirkungen: So musste Michael Geck in diesem Jahr erstmals seine neu angepflanzten Bäume im Sommer regelmäßig bewässern.

In Ober-Holten werden selbst die kleinsten Kunden fündig und wollen ihren Baum gar nicht mehr loslassen.

„Im Juli war es ja am heißesten. Damals mussten wir wöchentlich gießen“, erinnert er an sein Vorgehen, um dem hochsommerlichen Wetter zu trotzen und die Bäume resistenter gegen die Hitze zu machen. Zudem wird auf seiner Fläche nicht gespritzt, sondern ausschließlich gemäht, wodurch die Feuchtigkeit besser im Boden bleibe. Um Bäume vor zu starker Hitze zu schützen, können Neuanpflanzungen auch unter oder im Bereich von größeren Bäumen platziert werden, die somit Schatten spenden.

Mit all diesen Maßnahmen konnte Geck die Anzahl der Trockenschäden in Grenzen halten: „Zum Glück gab es keine massiven Ausfälle. Abseits der Borkenkäfer-Problematik bei den Fichten hat es nur einen kleinen Teil meiner Bäume erwischt.“

Bei den Tannen habe es etwa im August Schäden durch starke Sonnenstrahlung gegeben, die an mehreren Stellen zu bräunlichen Verfärbungen geführt hätten. Dieses Schnittgrün sei daraufhin nicht mehr nutzbar gewesen, stellt Michael Geck klar. Seit September ist die Zeit der „absoluten Trockenheit“ jedoch vorbei und mehr Regen sorge für bessere Verhältnisse.

Die Hitze sorgte auch für Stammrisse, insbesondere wie hier bei der Frasertanne und der Koreatanne.

Davon profitiert das Wurzelwachstum der Pflanzen. Bei Familie Geck wird zum Beispiel die Nordmanntanne angepflanzt, bei der es sich um einen sogenannten Pfahlwurzler handelt. Damit sind die deutlich tiefer in den Boden wachsenden Wurzeln dieser Baumart gemeint. Deren Vorteil ist, dass eine bessere Wasserversorgung gewährleistet werden kann. Als „besonders standfest“ bezeichnet Michael Geck die Nordmanntanne und sagt von ihr: „Vielleicht ist das der Baum der Zukunft.“ Dieser scheint zumindest kein ausgemachtes Ziel von Schädlingen wie dem Borkenkäfer zu sein.

Neben mehreren Sorten der Nordmanntanne ist beim Weihnachtsbaumverkauf in Ober-Holte auch die Nobilis Tanne (Edeltanne) zu entdecken. Früher hatte es noch eine größere Vielfalt gegeben, doch die veränderte Witterung hinterlässt auch hier ihre Spuren.

Seit über 25 Jahren ist Familie Geck im Geschäft aktiv und wie gewohnt ging es schon vor dem ersten Advent mit dem Verkauf von Schnittgrün als Deko los: „Das zieht unwahrscheinlich gut“, berichtet Michael Geck, der sich auf viele langjährige Stammkunden aus Herscheid, Lüdenscheid oder auch Meinerzhagen verlassen kann.

Durch die starke Sonneneinstrahlung gab es viele Hitzeschäden wie hier an einem Nobilis-Zweig.

Und was ist bei ihnen besonders beliebt? „Wichtig ist allen die Frische der Bäume, die ja möglichst lange halten sollten. Ansonsten sind die Geschmäcker ganz unterschiedlich“, verweist Geck darauf, dass die gewünschten Varianten „schön breit und buschig“, aber auch „sehr schmalwüchsig“ aussehen können. Die Größe liege meist zwischen 1,50 und 2 Metern.

In Ober-Holte kann sich übrigens auch jeder selbst in die Schonung begeben und seinen eigenen Favoriten unter den Bäumen mit einem bunten Namensschild kennzeichnen: „Danach übernehmen wir das Fällen und alle bekommen ihren Wunschbaum“, erwähnt Michael Geck das neue Angebot, das in diesem Jahr zum ersten Mal getestet und bisher überaus positiv angenommen werde.

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