Viele Großprojekte - doch wo besteht Verbesserungsbedarf? Antworten der Herscheider Parteien / der Wählergemeinschaft

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Der Alte Schulplatz gehört zu den größten Herscheider Bauvorhaben der letzten Jahrzehnte.

Herscheid -  Sechs Fragen stellt das ST den für den Herscheider Gemeinderat kandidierenden Parteien beziehungsweise der Wählergemeinschaft. Die erste Frage lautet: Wo sehen Sie in Herscheid Verbesserungsbedarf?

So antworteten die Kommunalpolitiker: 

CDU: Feuerwehr auf technisch hohem Standard

In jedem Falle muss das Gemeindeentwicklungskonzept über das Jahr 2025 hinaus fortgeschrieben werden. Mit dem Schulzentrum Rahlenberg befindet sich ein großes Projekt derzeit in der 2. Bauphase. Der Abschluss dieser 2. Phase ist für 2021 geplant. Es fehlt dann noch der 2. Schritt mit dem Rückbau der bisherigen Grundschule und der Außengestaltung. Durch einen Bundeszuschuss wird uns ermöglicht, im kommenden Herbst mit dem Umbau und der Modernisierung unseres Freibades zu beginnen. Mit der geplanten Modernisierung der Gemeinschaftshalle und den Zusagen zur Förderung geht das nächste Projekt für ein modernes zukunftsorientiertes Herscheid an den Start. Die Hallenplatzgestaltung sollte in Ergänzung erfolgen. Wichtig wird es sein, aufgrund des fortschreitenden Klimawandels das Wirtschaftswegenetz auch in Zeiten des intensiven Holztransportes so zu stabilisieren, dass Feuerwehrfahrzeuge gefahrlos zu Waldbränden kommen können. Die Modernisierung unserer Feuerwehrgerätehäuser wird in nächsten Jahren zu einer Mammutaufgabe, da hier kaum Fördermöglichkeiten bestehen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Feuerwehr auf einem technisch hohen Standard bleibt, denn die Ehrenamtlichen riskieren für in Not geratene Bürgerinnen und Bürger Leib und Leben. Wegen einer Änderung im Baugesetz werden wir in Zukunft auch in den Außenbereichen für eine gesetzeskonforme Löschwasserversorgung sorgen müssen. Eine faire Lastenteilung ist hier unser Ziel.

SPD: Maßnahmen gegen Klimawandel

Mit Hilfe von Fördergeldern wurden viele Projekte angestoßen, die weniger der Grundversorgung dienen, sondern auf die Attraktivitätssteigerung Herscheids zielen. Die seit Jahren trotz aller Prognosen stabile Einwohnerzahl bestätigt, dass dieses Plus an Engagement weit über dringliche Erhaltungsmaßnahmen hinausgeht. Das bleibt auch über die Ortsgrenzen Herscheids hinaus nicht unerkannt. Viele Familien und junge Menschen zieht es aus anderen Städten dauerhaft nach Herscheid. Ein Großteil der Projekte befindet sich noch in der Planung oder im Bau, zum Beispiel Schule, Gemeinschaftshalle oder Freibad. Dieses Geld muss in den nächsten Jahren verbaut werden. Dennoch sollten neue Angebote für die Freizeitgestaltung und gut ausgebaute Radwege das Ziel sein. Darüber hinaus steht in den nächsten Jahren die Umsetzung des Brandschutzbedarfsplanes an. Hierfür müssen erhebliche Eigenmittel aufgebracht werden, um die Bauvorhaben zu stemmen. Ebenso wichtig ist, dass die Gemeinde als Vorbild geeignete Maßnahmen für Herscheid gegen den Klimawandel ergreift. Als Ziel muss definiert werden, dass die Gemeinde bei ihren Gebäuden in den nächsten Jahren Klimaneutralität erreicht. Corona und damit verbundene sinkende Steuereinnahmen dürfen keine Begründung sein, die Hände jetzt in den Schoß zu legen. Weitere Förderprogramme sollten genutzt werden. Wir wollen nicht alleine Entscheidungen treffen, sondern die Menschen mit auf den Weg der weiteren Gestaltung der Gemeinde nehmen und deren Vorschläge gerne umsetzen.

UWG: Blick auch auf die Außenbezirke lenken

Weitere Fördermaßnahmen sind mit der Sanierung der Schützenhalle und des Freibades bereits beschlossen. Diese unterstützen wir, da sie für die weitere Entwicklung des Dorfes wichtig sind. Neben dem Kernort sollte der Blick aber auch in die Außenbezirke gelenkt werden. Im Rahmen einer Ortsbesichtigung haben wir uns in Hüinghausen umgesehen und sehen die Notwendigkeit, ein städtebauliches Entwicklungskonzept gemeinsam mit der Bevölkerung zu erarbeiten, um mit einem Konzept auch Fördermittel zu gewinnen. Zu nennen ist hier zum Beispiel die Nachnutzung der Grundschule, aber auch der langfristige Erhalt der Rammberghalle. Wichtig sind uns der Erhalt und die langfristige Sicherung der kommunalen Infrastruktur, auch wenn dafür nur geringe oder überhaupt keine Fördermittel bereitstehen. Das ist neben dem Erhalt der Straßen auch im Außenbereich vor allem die Beseitigung der im Brandschutzbedarfsplan festgestellten Mängel in den Gerätehäusern der Freiwilligen Feuerwehr. Bei allen geförderten Projekten darf nicht vergessen werden, dass die Förderung oft nur für den Bau verwendet wird – die spätere Unterhaltung ist aus dem gemeindlichen Haushalt zu bestreiten. Diese ist aber umso wichtiger, damit die neuen Einrichtungen und Anlagen dauerhaft schön und nutzbar bleiben. Dazu gehört für uns zum Beispiel auch eine regelmäßige Kontrolle und Reinigung der öffentlichen Flächen wie zum Beispiel der Dorfwiesen durch den Bauhof und auch durch das Ordnungsamt, um Vandalismus und Verschmutzung zu verhindern.

Bündnis 90 / Die Grünen: Alter Schulplatz - eine kritische Betonwüste

Wir setzen uns für eine Gemeindeentwicklung ein, die im Einklang mit der Natur und Umwelt sowie mit unserem Dorfbild steht. Modernisierungen sind wichtig und richtig. Sie sollen zu unserer schönen Gemeinde passen und dessen Charakter nicht kaputtmachen. Betrachtet man den neu gestalteten Schulplatz samt der Betontreppe und dem Teilstück Neuer Weg, sollte man dringend überlegen, ob dies das optische Vorbild unserer Gemeinde in der Zukunft sein soll. Wir sehen diese Betonwüste kritisch und sprechen uns für eine Auflockerung des Bereiches mit natürlichen Baustoffen und Hochbeeten aus – natürlich unter Berücksichtigung der Funktion des Platzes als Veranstaltungsort und der Parkmöglichkeit. Das kaltweiße Licht der neuen Straßenbeleuchtung muss wieder einem warmweißen Licht weichen. Im Kontrast zum Betoncharakter des Schulplatzes stehen unsere schönen Dorfwiesen. Hier müssen Mittel und Wege gefunden werden, wie man der regelmäßigen Vermüllung begegnen kann, damit wir möglichst viele Jahre Freude an diesem schönen Ort haben. Die Dorfwiesen sollen ein Treffpunkt für Jung und Alt sein. Man könnte diesen wunderschönen Ort des sozialen Miteinanders zum Beispiel mit einer Bouleanlage, einem Schachfeld und/oder einem Büchertauschregal weiter aufwerten. Für das Schulzentrum bieten wir unsere aktive Hilfe an, einen schönen Schulgarten aufzubauen und zu betreiben.

FDP: Lebensqualität im Dorf und in den Bezirken erhöhen

In der vergangenen Legislaturperiode konnten wir Großprojekte in bisher nie gekannter Höhe gemeinsam beschließen. Die Zuschussquote ist entsprechend hoch. Es freut die FDP Herscheid sehr, dass auch die Gemeinschaftshalle umfangreich saniert, barrierefrei gestaltet und modernisiert werden kann, gleiches gilt für das Herscheider Freibad. Wir sind somit für die Zukunft gut aufgestellt, wichtig ist es nun, auch andere Investitionen im Auge zu behalten und entsprechend voranzubringen. Unser Straßennetz ist vermeidlich in einem erneuerten Zustand. Grundsätzlich sind jedoch keine langfristigen Sanierungen möglich gewesen, der Abtransport der vernichteten Fichtenbestände sorgt weiterhin für eine enorme Belastung der Straßen im gesamten Gemeindegebiet. Hier hilft uns mittelfristig nur ein Konzept zur umfangreichen Sanierung, finanziell werden wir auch diese Maßnahmen ohne Zuschüsse aus Land und Bund nicht erreichen können. Die Corona-Lage trifft auch Herscheid, wir werden dies in den zukünftigen Einnahmen der Kommune deutlich spüren können. Umso erfreulicher ist es daher, dass wir bereits die meisten Projekte begonnen haben. Zukünftig ist es eine Kernposition der FDP Herscheid, die Lebensqualität sowohl im Dorf als auch in den Außenbezirken weiter sicherzustellen und zu verbessern. Die FDP Herscheid wird mit entsprechendem wirtschaftlichen Sachverstand weiterhin Projekte analysieren, Kosten im Auge behalten und die Belastung für den Herscheider Bürger so gering wie möglich halten.

ÖDP: Immer mehr umwelt- und klimagerecht

In den letzten Jahren wurden viele Projekte umgesetzt und begonnen, die unsere Gemeinde attraktiver und moderner gestalten. Zu bedenken ist, dass uns all diese Projekte nicht geschenkt wurden, sondern (auch) zu einem nicht unerheblichen Teil aus der Gemeindekasse finanziert wurden. Hier muss die kommenden Jahre, in Anbetracht der aktuellen Haushalts- und Konjunktur-Lage, intensiv bedacht werden, was wirklich erforderlich ist. Oft ist „weniger = mehr“! Die bereits umgesetzten und geplanten Großprojekte gilt es zu pflegen und anzupassen, damit die getätigten Investitionen lange Bestand haben! In letzter Zeit äußerten sich eine Reihe von Bürgern, dass unter anderem die Dorfwiesen oft vermüllt sind und bis in die Nacht laut gefeiert wird. Daran müssen wir gemeinsam im Rat arbeiten und Lösungen entwickeln, damit Jung und Alt lange Freude an diesen Errungenschaften für unsere Gemeinde haben. Des Weiteren ist es wichtig, bei den aktuellen und kommenden Projekten darauf zu achten, dass nachhaltige Gesichtspunkte berücksichtigt werden! Gibt es Ladesäulen für Elektroautos? Werden die Dächer der kommunalen Neubauten begrünt oder mit Photovoltaik ausgestattet? Werden zusätzliche Flächen versiegelt? Herscheid muss mit der Zeit gehen und diese verlangt immer mehr nach einem umwelt- und klimagerechten Lebensstil! Für die Nachnutzung von Gebäuden, wie der Grundschule Hüinghausen und dem alten Gebäudeteil der Grundschule Herscheid, setzen wir auf eine aktive Bürgerbeteiligung, die alle Herscheider einbezieht.

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