Erster Stern ist Belohnung für die Ideen der Bürger

Diese Regionale-Projekte werden jetzt weiterentwickelt

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Auffällige gelbe Absperrbänder, Markierungen und ein MVG-Bus: An der abgefahrenen Ideenwerkstatt Ende Mai am Rathaus beteiligten sich viele Herscheider.

Herscheid – Der erste Schritt ist gemacht, zwei sollen bis zur Umsetzung folgen. Dass das Regionale-Konzept der Kommunen „Oben an der Volme“ – zu denen Herscheid zählt – mit einem Stern ausgezeichnet wurde, ist nicht zuletzt ein Verdienst der Bürger, die sich in den Prozess eingebracht haben.

 „Das ist wirklich ein gutes Zeichen für unsere interkommunale Bewerbung“, fasste Herscheids Bürgermeister Uwe Schmalenbach zusammen. Er und seine Amtskollegen aus Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle erhielten am Dienstag aus den Händen von Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper Urkunden. Diese bescheinigen den Bürgermeistern, dass das gemeinsam erarbeitete Konzept unter dem Titel „5 G*MEINDEN bauen ihr Netz der Zukunft“ die erste Stufe des Regionale-Qualifizierungsprozesses erfolgreich durchlaufen hat. 

Der Herscheider Rat beschloss im März 2018, sich mit den Volme-Kommunen zusammenzuschließen und sich um die Strukturfördermaßnahme Regionale 2025 zu bewerben. Nach Abstimmungs- und Planungsgesprächen wurde im Frühjahr 2019 mit dem Berliner Büro nonconform in den einzelnen Kommunen zu Ideenwerkstätten eingeladen. Auch in Herscheid wurde unter großer Beteiligung der Bürger darüber nachgedacht, wie die Gemeinde zukunftsfähig und lebendig gestaltet werden kann. Sowohl bei Veranstaltungen am Rathaus als auch auf einer digitalen Ideenwand trugen die Bürger ihre Wünsche vor.

Entstanden ist das integrierte Rahmen-, Handlungs- und Zielkonzept. Dieses umfasst exakt 136 Seiten. Auf diesen werden die fünf Kommunen, die Regionale und die Bürgerbeteiligung erläutert. Darauf basierend wurden unter dem Dachtitel „Netz der Zukunft“ die Maßnahmen zu vier Einheiten gebündelt. Diese lauten Grünes Netz, Netz der Mobilität, Netz der Angebote und Aktivitäten sowie das Netz der Beziehungen. Nach der Fertigstellung wurde das Konzept bei einer Abschlussveranstaltung im Herbst auf der Nordhelle präsentiert, inklusive eines Live-Konzertes der Band Zoff. 

Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper überbrachte die Auszeichnung mit dem ersten Regionale-Stern an Bürgermeister Uwe Schmalenbach.

Jedes Handlungsfeld umfasst neben Maßnahmenbündeln auch die sogenannten Leuchttürme. Dies sollen herausragende Projekte sein, deren Strahlkraft über die heimische Region hinausgeht. Auch auf Herscheider Gebiet ist eine solche Maßnahme angedacht: So soll gemeinsam mit der Stadt Meinerzhagen ein Wander- und Naturerlebniszentrum auf der Nordhelle realisiert werden. In Kierspe soll ein Klimazentrum entstehen, Meinerzhagen soll ein außerschulisches Bildungszentrum (Science und Social College) erhalten, Halver könnte von einem Technologie- und Gründerzentrum profitieren und in Schalksmühle wird über ein Kompetenzzentrum Gesundheit nachgedacht. Für Herscheid sind neben diesen Leuchttürmen aber auch weitere Maßnahmenbündel interessant, die etwa zur Verbesserung der Gemeinschafthalle oder der Mobilität beitragen können. 

Nach der Auszeichnung mit dem ersten Stern durch den Regionale-Beirat können die fünf Volme-Kommunen nun die Feinarbeit aufnehmen. „Aus den Ideen sollen realisierungsfähige Konzepte erarbeitet werden“, erklärt Herscheids Bauamtsleiter Lothar Weber. Dafür sei sicherlich die Hilfe von weiteren Fachbüros notwendig. Aber auch vor Ort sollen die Gespräche vertieft werden; so soll möglichst zu Beginn des nächsten Jahres ein Termin wegen des Wanderzentrums auf der Nordhelle stattfinden. Wird das Gesamtkonzept mit dem zweiten Stern gewürdigt, dann erhält es die Zuteilung zu möglichen Förderprogrammen. Die Sicherstellung dieser finanziellen Mittel würde erst durch die Vergabe des dritten Regionale-Sternes erfolgen. 

Ein zusätzliches Bonbon des Konzepts: Es enthält sämtliche 2 000 Ideen von den Bürgern. Wenngleich diese nicht alle im Rahmen des Regionale-Prozesses umgesetzt werden können, so sollen sie doch ein Leitfaden für die Arbeit vor Ort sein. Leicht umsetzbare Vorschläge wie das Aufstellen von zusätzlichen Sitzbänken könnten kurzfristig umgesetzt werden. Andere Wünsche, wie die nach einer öffentlichen Toilette in den Dorfwiesen, werden in anderen Projekten der Gemeinde (Bewerbung um den Titel Erholungsort) bereits behandelt und sollen dort besprochen werden, erklärt Bürgermeister Schmalenbach, der die Ideen als „wertvolle Sammlung“ bezeichnet.

Hier ist das komplette Konzept nachlesbar.

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