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Baukosten steigen um bis zu 40 Prozent: Sorgen bei Hallenumbau im MK

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Von: Nina Scholle

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Die explodierenden Baukosten bereiten Uwe Schmalenbach (links), hier  im Bild mit Gordan Dudas,  und Volker Halbhuber Sorgen (re.).
Die explodierenden Baukosten bereiten Uwe Schmalenbach (links), hier im Bild mit Gordan Dudas, und Volker Halbhuber Sorgen (re.). © Scholle

 Die Bauarbeiten um und in der Gemeinschaftshalle in Herscheid schreiten voran, doch die Baukosten explodieren. Auf seiner Homepage informiert der Schützenverein regelmäßig über den Fortschrittt. 

Herscheid - Doch am Samstag hatten interessierte Bürger auch die Möglichkeit, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen.

Bis zu 40 Prozent teurer

Trotz des vielfachen Lobs, das die Besucher aussprachen, plagen den Schützenverein aber auch Sorgen bezüglich des Hallenumbaus. Das Problem: die explodierenden Kosten. Eine durchschnittliche Baukostensteigerung von 20 bis 30 Prozent setzt dem Schützenverein zu. Bürgermeister Uwe Schmalenbach nennt in der Spitze fast 40-prozentige Nachforderungen der beauftragten Unternehmen. „Wir machen uns ernsthaft Sorgen über den weiteren Verlauf“, räumt Schmalenbach ein.

Er sieht den Hallenumbau als „enorm wichtiges Projekt“ und bezeichnet es als „Glücksfall“, dass dies nach vielen Jahren der Bemühungen nun mit Fördergeldern realisiert werden könne. „Es ist gut, dass wir das jetzt angehen können. Aber der Zeitpunkt ist eine Katastrophe.“ Erst die Corona-Pandemie, dann die Flutkatastrophe und jetzt der Ukraine-Krieg: „Die Rahmenbedingungen haben sich massiv geändert“, so Schmalenbach. Die Verfügbarkeit von Baumaterialien habe sich seit dem letzten Jahr „deutlich verschärft“ und seit Kriegsbeginn sei die Lage „dramatisch“. Zum Teil müsse man froh sein, überhaupt ein Angebot zu bekommen.

Lars Cramer erklärt: „Wir müssen wegen der Baukostensteigerung gucken, wie wir was angehen.“ So müsse manches gegebenenfalls nach hinten geschoben werden. Zudem sagt er: „Wir wollen jetzt nicht das Nonplusultra hier haben“, was Anständiges solle es aber schon sein.

Nutzbaren Zustand erreichen

Für den ersten Vorsitzenden des Schützenvereins Volker Halbhuber ist klar: Es müsse alles daran gesetzt werden, die Halle in einen nutzbaren Zustand zu bringen, sodass sie schnellstmöglich vermietbar ist.

Zudem hofft der Schützenverein auf die Spendenbereitschaft der Bevölkerung und auch Bürgermeister Schmalenbach appelliert „ganz stark an die Solidarität“, denn die Halle habe eine „enorme Bedeutung für das Gemeindeleben in Herscheid“. Er schlägt einen Bogen zum Hallenbau in den 1950-er Jahren: Schon damals hätten sich die Herscheider Bürger sehr großzügig gezeigt und den Hallenbau finanziell unterstützt – im Nachkriegsdeutschland alles andere als selbstverständlich.

Vor der Halle entsteht der neue Eingangsbereich in die Gemeinschaftshalle.
Vor der Halle entsteht der neue Eingangsbereich in die Gemeinschaftshalle. © Scholle

Landtagsabgeordneter Gordan Dudas sieht auch das Land NRW in der Pflicht: „Das Land muss gucken, dass die Gemeinde nicht alleingelassen wird.“ Beim Turm in Halver sei dies durch einen „Kraftakt aus der Bevölkerung“ gelungen und Ähnliches wünsche er sich auch für die Halle in Herscheid, denn diese habe – ebenso wie besagter Turm – Identifikationscharakter.

Appelle an die Spendenbereitschaft

„Werden Sie ein bleibender Teil der neuen Gemeinschaftshalle“ – so lautet der Werbeslogan für die „Gemeinschafts-Bausteine“. Für 50 Euro pro Baustein wird der Name auf einen oder mehrere Gemeinschafts-Bausteine gedruckt, die im Eingangsbereich der Halle sichtbar verbaut werden. Aufgrund der jüngsten Kostenentwicklungen sei diese Spendenaktion wichtiger denn je, betont der Vorsitzende Halbhuber.

Als weitere Möglichkeit der finanziellen Unterstützung nennt Cramer die Möglichkeit der großflächigen Werbung im Sportschützenbereich. Perspektivisch sei es das Ziel, irgendwann in den Ligabetrieb einzusteigen, erzählt Cramer – mit insgesamt elf Schießbahnen ist dies nach dem Umbau prinzipiell möglich, denn die Voraussetzung hierfür sind zehn Bahnen. Dann würden verstärkt Wettkämpfe ausgetragen, Siegerehrungen würden vor der Werbewand stattfinden und die davor geschossenen Fotos veröffentlicht: ein nicht zu verachtender Werbeeffekt für mögliche Sponsoren, meint Cramer.

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