Ökumene rückt in den Mittelpunkt

Besuch des Weihbischofs: Austausch zwischen weltlicher und kirchlicher Gemeinde

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Visitationsbesuch im Rathaus: Im Beisein von Pfarrer Patrick Schnell (links), Bürgermeister Uwe Schmalenbach (Zweiter von links) und Pastor Albert Akohin (rechts) trug sich Weihbischof Wilhelm Zimmermann (Zweiter von rechts) in das goldene Buch der Gemeinde Herscheid ein.

Herscheid – Fünf Jahre hat er gebraucht, um nach seiner Ernennung zum Weihbischof des Bistums Essen die Pfarrei St. Laurentius zu besuchen. Im Rahmen dieser Visitation tauschte sich Wilhelm Zimmermann im Herscheider Rathaus mit Bürgermeister Uwe Schmalenbach aus – und wurde angenehm überrascht.

Hoher Waldanteil, geringe Arbeitslosigkeit, großes bürgerschaftliche Engagement: In seinem Vortrag stellte Schmalenbach die vielen Vorzüge der Ebbegemeinde heraus. Zugleich betonte er, dass Zahlen nicht das entscheidende Kriterium sein dürften: Die Bürger vor Ort belegen mit ihrem durchschnittlich verfügbaren Jahreseinkommen von 28 238 Euro im NRW-Vergleich zwar den zwölften Platz. „Wichtiger ist aber, dass es den Menschen gut geht“, sagte der Bürgermeister. 

Dass Herscheid aktuell eine lebenswerte Gemeinde sei, daran ließ Schmalenbach keinen Zweifel. Dies zeige auch die Bevölkerungsentwicklung: Der Rückgang falle wesentlich geringer aus, als noch vor Jahren angenommen wurde; 7 050 Einwohner sind es derzeit vor Ort. 

Auch die Jüngeren will die Gemeinde erreichen

Mit verschiedenen Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung soll die Gemeinde interessant für alle Generationen bleiben. „Wir haben die Chance, diesen Prozess zu beeinflussen“, so Schmalenbach. Als aktuelle Herausforderungen nannte er den demografischen Wandel, die Digitalisierung und den kommunalen Finanzausgleich. 

Dinge, mit denen sich auch der Weihbischof auskennt. Denn die katholische Kirche befindet sich in einem Strukturwandel. Der sogenannte Pfarreienprozess dauert noch bis zum Jahr 2030. „Wo er endet, das weiß ich nicht“, gestand Zimmermann. An weiteren Veräußerungen komme man nicht vorbei. Andererseits müsse aber auch investiert werden, um Gelder generieren zu können. 

„Was brauchen wir für die Seelsorge vor Ort?“, das müsse bei allen Überlegungen bedacht werden. Die Ökumene werde eine zentrale Rolle spielen, vermutet Zimmermann und hofft auf gegenseitige Hilfe. Ein mögliches Beispiel: Wird in einem Ort eine Kirche aufgegeben, dann dürfe es kein Tabu sein, eine Heilige Messe in einer evangelischen Kirche zu feiern.

Erfreut über Fortschritt 

Erfreut nahm der Weihbischof zur Kenntnis, dass die Herscheider in dieser Hinsicht sehr fortschrittlich agieren. So kommen einmal im Jahr Vertreter der Gemeindeverwaltung sowie die Pfarrer und Pastöre der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde zu Abstimmungsgesprächen zusammen. Ein Ergebnis dieser Treffen war, dass die Gemeinde das einstige Pfarrhaus an der Gartenstraße zwischenzeitlich als Wohnraum für Flüchtlinge nutzen konnte. 

Zum Abschluss seines Besuchs im Rathaus trug sich Wilhelm Zimmermann in das goldene Buch der Gemeinde ein.

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