Leuchtende Augen nach Holperstart

Ausfällen und Verzögerungen zum Trotz: 21. Stöbertag ein voller Erfolg

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Wie sieht die Herscheider Unterwelt aus? Die Stöberkinder Hanna und Moritz schauten nach.

Herscheid – Dass bei der Arbeit nicht immer alles wie geplant verläuft und die Uhr eine entscheidende Rolle spielt, diese Erfahrung machten die 59 Drittklässler gleich zu Beginn des 21. Herscheider Stöbertages.

Quasi über Nacht war Organisatorin Meryem Yilmaz von der Gemeindeverwaltung zum Improvisieren gezwungen worden: Erst ereilte sie die kurzfristige Absage eines Betriebes und dann meldeten die beiden Grundschulen, dass fünf Kinder ausfielen. Die in Puzzlearbeit erstellte Einteilung der Stöberstellen musste umgestellt werden. 

Doch damit nicht genug: Ein Fahrer, der die Kinder zu ihren Arbeitsplätzen bringen sollte, hatte seinen Stöbereinsatz anscheinend verpennt. Als dann auch noch nach einer Fahrzeugpanne die Landstraße 561 bei Blumenthal halbseitig gesperrt wurde, verzögerte sich der Transport der Hüinghauser Schüler zusätzlich. 

Derlei unvorhersehbare Dinge gehören auch im Arbeitsleben mit dazu, da gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Genau das machten die Organisatoren: Meryem Yilmaz rief einen Ersatzfahrer herbei und Bürgermeister Uwe Schmalenbach hielt seine Begrüßung bewusst kurz. 

Er animierte die 59 Drittklässler dazu, am Stöbertag Fragen zu stellen: „Was unternimmt ein Unternehmer? Was machen die Großen an ihrem Arbeitsplatz?“ Vielleicht könnten die Kinder auf diese Weise ja auch Ideen für ihren späteren beruflichen Werdegang sammeln. 

Doch nicht nur für den Nachwuchs sei der Stöbertag, den der Märkische Kreis vor 21 Jahren ins Leben gerufen hatte, bedeutend. „Auch für die Erwachsenen ist es spannend, ihren Arbeitsalltag mit Kinderaugen zu sehen“, wusste der Bürgermeister. Er bedankte sich bei den 38 teilnehmenden Stöberstellen, bei Eltern, Lehrern und Betreuern, beim Märkischen Kreis, der die gelben Mützen zur Verfügung gestellt hatte, bei der Heimatzeitung für die Finanzierung des Stöberheftes, sowie bei den Helfern des DRK-Ortsvereins und des Jugendzentrums. 

Ein besonderes Lob richtete er an Meryem Yilmaz, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Ortrud Struck diesen Tag geplant hatte, und wie erwähnt auch die letzten Hindernisse meisterte. Dann begann für die Kinder das Abenteuer: Meryem Yilmaz gab die Aufteilung für die Vormittagsschicht bekannt. Sie erklärte, dass nach Möglichkeit jedem Kind an diesem Tag zumindest ein Wunschberuf ermöglicht werden sollte. 

Firmen, Dienstleister, Einzelhandel, Landwirte – die Vielfalt der Stöberstellen war beachtlich. Besonders beliebt war traditionell die Eisdiele, weil nahezu alle Drittklässler dort hereinschnuppern wollten. „Wir hatten aber nur vier Plätze und mussten das Los entscheiden lassen“, erklärte Meryem Yilmaz. 

Wenn auch manches Kind nach der Einteilung zunächst enttäuscht reagierte, so kehrten am Mittag alle Stöberer begeistert von ihrer ersten Schicht zum Jugendzentrum zurück, wo sie sich stärken konnten. Am Nachmittag lernten sie dann eine zweite Arbeitswelt kennen. Und so endete der Stöbertag trotz des holprigen Starts genau so, wie ihn sich alle erhofft hatten: mit leuchtenden Kinderaugen, fröhlichen Betreuern und glücklichen Organisatoren.

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