Dr. Peter Liese ruft zu Geschlossenheit auf

Aufstehen gegen die Populisten

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„Wollen wir dieses Europa oder wollen wir, dass es zerfällt?“, lautete die zentrale Frage von Dr. Peter Liese an die Herscheider.

Herscheid – In vier Monaten steht die „wichtigste Europawahl an, die es je gegeben hat“, schwor Wolfgang Weyland die 70 Zuhörer im Bistro des Seniorenzentrums auf die Abstimmung am 26. Mai ein. 

Der Vorsitzende hatte daher zum 28. politischen Frühstück seiner Senioren-Union Dr. Peter Liese eingeladen, der seit 25 Jahren dem EU-Parlament angehört. „Wollen wir dieses Europa oder wollen wir, dass es zerfällt?“, dies ist laut Dr. Liese die zentrale Frage, die es Ende Mai zu beantworten gilt. 

Aus seiner Sicht gebe es viele gute Gründe, sich für den Erhalt der Europäischen Union als Friedensgemeinschaft stark zu machen. Exemplarisch nannte er offene Grenzen und gemeinsame Regeln für die Wirtschaft. 

Weil aber längst nicht mehr alle Mitgliedsstaaten diese Ansicht teilen, stehe die EU vor einer Zerreißprobe. Die Brexit-Auswirkungen, sofern dieser denn tatsächlich erfolgt, seien noch nicht absehbar. Dennoch wagte Dr. Liese einen Blick nach vorne: Ein abruptes Austreten Großbritanniens könnte Arbeitsplätze auch im Märkischen Kreis kosten und negative Folgen für die Gesundheitsversorgung (Stichwort Medikamenteneinfuhr) haben. 

Am Beispiel Italien führte der CDU-Abgeordnete aus, dass die Antieuropäer in vielen Ländern stärker werden. Die Gefahr, dass es nach der Wahl im EU-Parlament keine Mehrheit pro Europa gebe, sei daher bedrohlich groß. 

Aktuellen Umfragen zufolge befürworten 81 Prozent aller Deutschen zwar den Verbleib in der EU. Doch auch hierzulande gibt es Kritiker, vor allem aus Reihen der AfD. Diese in ihre Schranken zu weisen, müsse eines der Ziele sein, sagte Dr. Liese. 

Dafür sei es notwendig, den Menschen aufzuzeigen, wieso die EU unverzichtbar ist. In Südwestfalen habe man dies nicht zuletzt durch das Förderprogramm Regionale gemerkt, das unter anderem den Burg-Aufzug in Altena ermöglicht habe. Auch die Industrie zählt zu den Profiteuren: Laut Dr. Liese hat die Hüinghauser Firma Wilhelm Schröder Mittel aus dem Regionalfonds erhalten. Und auch die Landwirtschaft ist auf die Unterstützung durch die EU angewiesen. 

Was die politische Positionierung seiner Partei betrifft, so richtet der 55-Jährige sein Augenmerk verstärkt auf die Grünen, weniger auf die SPD. Der Umweltschutz liege ihm zwar am Herzen, sagt Dr. Liese. Doch die Forderung der Grünen, das Steigenlassen von Luftballons zu verbieten, sei maßlos übertrieben. Um die Vermüllung der Meere zu stoppen, soll nach Alternativen zu Plastikverpackungen gesucht werden. Auch die Forderungen nach Fahrverboten von Diesel-Fahrzeugen sei unverhältnismäßig. 

Abschließend rief der Mescheder dazu auf, gegen die Populisten aufzustehen und für das vereinte Europa einzustehen, das „uns über 70 Jahre Frieden, Freiheit und Wohlstand gebracht“ hat. Dass ihm die Unterstützung der Senioren-Union sicher sein dürfte, belegte der Applaus, mit dem die Zuhörer den Redner verabschiedeten.

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