Aufruf der Forstgemeinschaft: Sturmschäden schnell beheben / Zentrale Lagerplätze

Logistische Herausforderung im Wald

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Bilder die bezeugen, mit welcher Gewalt Sturm „Friederike“ durch Herscheids Wälder tobte: Einzelne Bäume wurden mitsamt Wurzeltellern umgeworfen, andere umgeknickt wie Streichhölzer. Zum Teil liegen die Bäume immer noch quer über Forstwegen.

HERSCHEID - „Friederike“ richtete in Herscheid zwar keine gravierenden Schäden an. Dennoch stellen die Folgen des Sturmtiefs die heimischen Forstbesitzer vor Probleme.

Während in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens und Deutschlands von den größten Schäden seit „Kyrill“ gesprochen wird, kann der Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft Herscheid Entwarnung geben. Nach einer ersten Begutachtung gemeinsam mit Förster Klaus Kermes wird mit etwa 500 Festmeter Holz gerechnet, welches Opfer des Sturms geworden sind. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, meint Kermes. 

Die Aufräumarbeiten gestalten sich allerdings kompliziert. Denn im Vergleich zu besagtem Orkan „Kyrill“ – bei dem komplette Landstriche einfach ausradiert wurden – sind bei „Friederike“ vor Ort größtenteils Einzelbäume betroffen. Diese wurden entweder abgebrochen oder aber mitsamt Wurzelteller umgeworfen. Das Sturmholz liegt verteilt auf der gesamten Fläche der heimischen Forstbetriebswirte und ist teilweise nur schwer erreichbar; genau das stellt die Waldbesitzer vor eine schwierige Aufgabe. 

Denn die Beseitigung der Schäden will die Forstbetriebsgemeinschaft nicht auf die lange Bank schieben. „Die Zeit drängt“, meint Kermes. Da nicht abzusehen sei, wie sich das Wetter im Frühjahr entwickelt, werde der Borkenkäfer zu einer Gefahr. Bei trockenem Wetter könne sich der Schädling explosionsartig vermehren und auch gesunde Bäume befallen. Eine Population könne innerhalb eines Jahres von einem Muttertierchen auf insgesamt 350 000 anwachsen. Genau deswegen müsse das Sturmholz so schnell wie möglich beseitigt werden, um größere Schäden zu verhindern. 

Die Forstbetriebsgemeinschaft wendet sich daher mit einem dringenden Appell an alle heimischen Waldbesitzer: Ziel ist es, möglichst das gesamte vermarktbare Holz der Betroffenen zu veräußern. „Auswirkungen auf den Holzmarkt sind nicht zu befürchten“, geht Klaus Kermes davon aus, dass die Holzpreise trotz der zu erwartenden steigenden Mengen stabil bleibt. Die Nachfrage der Sägewerke sei weiterhin groß, sagt der Förster. 

Innerhalb der nächsten vier Wochen, spätestens bis zum 28. Februar, sollten die Herscheider ihre Sturmschäden gesichtet und bei der Forstbetriebsmeinschaft gemeldet haben. „Um ihre Bestände erreichen zu können kann es sein, dass die Zuwege erst freigesägt werden müssen. Sollten Sie dazu nicht in der Lage sein, fragen Wie ihren Nachbarn, beauftragen Sie ein Forstunternehmen oder unseren Förster“, heißt es in einem Schreiben an die Waldbesitzer. 

Die Fuhrunternehmen können das Sturmholz jedoch aus logistischen Gründen nicht einzeln aus den Wäldern holen; das würde große Kosten verursachen. Deswegen sollen vor Ort zentrale Lagerplätze eingerichtet werden; wo sich diese befinden, das muss noch festgelegt werden. Der Transport zu diesen Lagerplätzen muss von den Waldbesitzern selbst organisiert werden. Klaus Kermes ergänzt, dass er sich bei der Vermarktung des Holzes auf zwei Leitsortimente beschränken möchte. Wer die Aufarbeitung des Sturmholzes selbst erledigen möchte, der sollte sich daher vorher mit ihm in Verbindung setzen und die Form (Abschnitte oder Stammholz) erfragen. 

Wer Fragen zu der Beseitigung der Sturmschäden hat, der erreicht den Vorsitzenden der Forstbetriebsgemeinschaft, Rolf Brühne, unter Telefon (0 23 57) 41 02 oder per Email rolfbruehne1@ gmx.de. Außerdem steht Geschäftsführerin Christa Vidal als Ansprechpartnerin unter Telefon (0 23 57) 42 00 oder unter Email christa.vidal@gmx.de zur Verfügung.

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