Elsen präsentiert sich Fachjury modern und zugleich traditionsbewusst

Auch ohne Titel ausgezeichnet: Dieses Dorf hat definitiv Zukunft

Edgar Althoff (rechts) zeigt die Dorfpost, einen urigen Schaukasten im Schatten der mächtigen Elsener Linde.
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Edgar Althoff (rechts) zeigt die Dorfpost, einen urigen Schaukasten im Schatten der mächtigen Elsener Linde.

Elf Besichtigungen an drei Tagen: Zum Abschluss dieser ereignisreichen Ausflüge lernte die Bewertungskommission des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ am Mittwochvormittag die Ortschaft Elsen kennen. Dort hatten die Anwohner ein kurzweiliges Programm zusammengestellt.

Herscheid - Bürgermeister Uwe Schmalenbach empfing die Besuchergruppe um Kreisheimatpfleger Rolf Klostermann in der Ortsmitte, an historischer Stelle: auf dem einstigen Schulhof in Elsen. In kurzen Worten ging Schmalenbach auf die ländliche Struktur der Ebbegemeinde ein, in der es insgesamt 126 Wohnplätze gibt. Elsen mit seinen 113 Einwohnern zähle zu den größeren Ortschaften; der Bürgermeister hob insbesondere die Dorfgemeinschaft hervor, die unverzichtbar für den Zusammenhalt sei.

Zwei Vertreter dieser Gemeinschaft, Edgar Althoff und Dietrich Herfel, nahmen die Kommission mit auf einen kurzen Spaziergang. Beginnend an der etwa 100-jährigen Dorf-Linde, die als zentraler Treffpunkt durch eine schmucke neue Borkenkäfer-Sitzbank aufgewertet wird und in deren Schatten die zentrale Dorfpost, ein uriger Schaukasten, zu finden ist.

Zu Besuch in Dietrich Herfels (rechts) Bauernmuseum.

Von dort ging es vorbei an der Elsener Ziegen-Zucht und den Insekten-Hotels, die gemeinsam mit Kindern gebaut und aufgestellt worden sind, zum ältesten Gebäude des Ortes, dem Wehrspeicher aus dem Jahr 1732. In diesem hat Dietrich Herfel ein kleines Bauernmuseum mit Exponaten aus vergangenen Jahrzehnten eingerichtet, das die Gäste zu einer Reise in die Vergangenheit einlud.

In der benachbarten, frisch renovierten Festscheune gab Edgar Althoff in einem mit Bildern unterlegten Vortrag Einblicke in das pralle Dorfleben. Dabei hob er die kulturellen und gesellschaftlichen Aktivitäten hervor: Maifeier, Osterfeuer, Adventssingen und Reibekuchenfest, um nur einige zu nennen. Anwohner Georg Neukirch sei es zu verdanken, dass auch während der Corona-Pandemie auf musikalische Freuden nicht gänzlich verzichtet werden musste; er und befreundete Musiker boten einige Balkon-Konzerte.

Sichtlich zufrieden: die Elsener Ziegen-Zucht.

Voller Stolz berichtete Althoff über die Elsener Wasserleitung, die einen „Beitrag zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung“ leiste. Die Leitung wurde im Jahr 2019 umfangreich erneuert – natürlich in Eigenleistung, wobei die Elsener auf maschinelle Hilfe setzen konnten. Da im Dorf einige Landwirte (im Nebenerwerb) wohnen, sei das Treckeraufkommen beachtlich, bemerkte Althoff mit verschmitztem Lächeln.

Der Wettbewerb und die Platzierungen

Insgesamt haben sich elf Ortschaften im Rahmen des Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ um den Titel beworben. Besucht hat die Bewertungskommission die Orte von Montag bis Mittwoch dieser Woche. Direkt im Anschluss fällte die Bewertungskommission die Entscheidung in Altena. Kreissieger wurde Oberbrügge-Ehringhausen (Halver). In der Kategorie bis 500 Einwohner gewann Menden-Lürbke vor Herscheid-Elsen und Iserlohn-Hemberg. Die Kategorie unter 1000 Einwohner gewann Balve-Mellen vor Hemer-Frönsberg und Balve-Eisborn. Über 1000 Einwohner siegte Oberbrügge-Ehringhausen vor Hemer-Ihmert und den drei Drittplatzierten Altena-Dahle, Hüingsen und Halingen (beide Menden).

Erfreut konnte er darauf verweisen, dass der Altersdurchschnitt in den letzten Jahren durch Zuzüge und Familienzuwachs gesenkt werden konnte. Ein Dauerthema seit mehr als 30 Jahren sei die Verkehrsberuhigung: Durch zehn Blumenkästen (betreut von den Anwohnern) und zwei Berliner Kissen soll Temposündern das Rasen erschwert werden. Das gelinge mal mehr, mal weniger gut.

Mit vielen Eindrücken im Gepäck bestieg die Jury ihren Bus und machte sich auf zur abschließenden Bewertung. Elsen landete dabei in der Kategorie bis 500 Einwohner auf dem zweiten Platz. Auch ohne Titel sind sich die Anwohner trotzdem sicher: „Unser Dorf hat Zukunft“.

Der Wehrspeicher, das älteste Gebäude des Ortes.

Mehr zur Ergebnisfindung lesen Sie hier.

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