Naturschutzzentrum erklärt den richtigen Schnitt von Obstbäumen

Auch Bäume brauchen Erziehung

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Acht Jahre alt sind die Obstbäume auf der Wiehardt. Weil der Erziehungsschnitt in den Anfangsjahren versäumt worden war, hatten die Teilnehmer ausreichend Möglichkeit, ihre theoretischen Kenntnisse in der Praxis zu testen.

Herscheid – Jetzt ist Baumschnittzeit. Doch wie werden die Bäume richtig beschnitten? Und welche Bäume werden beschnitten?

Das lernten knapp ein Dutzend Interessierte beim Kurs „Obstbaumschnitt für Anfänger“ des Naturschutzzentrums Märkischer Kreis im und um das Wanderheim Wiehardt. Während Steinobstbäume direkt nach der Ernte beschnitten werden, ist jetzt die Zeit, Kernobstbäume zu beschneiden, also beispielsweise Apfel- und Birnbäume. 

Der Vormittag stand ganz im Zeichen der Theorie. In rund zwei Stunden erhielten die Teilnehmer einen umfassenden Einblick in die Grundkenntnisse des Obstbaumbeschnitts und erfuhren Wissenswertes zu alten Obstsorten. Nach einem gemeinsamen Mittagsessen wurden diese jüngst erworbenen Kenntnisse dann in der Praxis angewandt. 

Dabei könne man nicht viel falsch machen, sagte Volker Knipp vom Naturschutzzentrum MK, der den Kurs leitete. An einem Apfelbaum zeigte er exemplarisch, worauf zu achten sei. Zunächst wurden die drei Leitäste sowie der Mitteltrieb freigeschnitten. Um eine harmonische Krone zu gewährleisten, wurden die Leitäste auf die gleiche Höhe gekürzt. Anschließend wurden die Fruchtäste beschnitten. Diese brauchen „viel Luft und Licht“, damit die Früchte sich gut entwickeln können.

In den ersten acht bis zehn Jahren sollte laut Knipp in jedem Jahr ein Erziehungsschnitt erfolgen. Dies war bei den achtjährigen Obstbäumen um das Wanderheim Wiehardt versäumt worden, weswegen am Samstag zum Teil kräftig gestutzt und freigeschnitten werden musste.

Nachdem der Beispielbaum beschnitten war, machten sich die Kursteilnehmer selbst ans Werk. Gemeinsam überlegten sie, welche Äste bleiben, welche be- oder abgeschnitten werden sollten. Mit Rat und Tat stand Knipp ihnen zur Seite.

Neben dem richtigen Schnitt wurden auch Informationen zur Baumpflege vermittelt, wie beispielsweise Dünnung und Schutz vor Verbiss. Ebenso lernten die Kursteilnehmer, dass es nicht sinnvoll sei, einfach irgendeine Sorte anzubauen, die man aus dem Supermarkt kenne, sondern darauf zu achten, dass die Sorte in die entsprechende Gegend passe.

Denn im Gegensatz zum Schnitt, könne man bei der Sortenwahl viel falsch machen, erläuterte Knipp. Ins Sauerland passen beispielsweise die Apfelsorten Prinz Albrecht von Preußen oder Harberts Renette. Ausgestattet mit den neuen Kenntnissen wollen sich die Kursteilnehmer nun an die eigenen Obstbäume wagen.

Eine Teilnehmerin erzählte, sie habe sich bisher nicht an den Baumschnitt herangewagt, aus Sorge, etwas falsch zu machen. Zwar könne man sich Anleitungen im Internet ansehen, aber ein Kurs am lebenden Objekt sei schon aufschlussreicher. Volker Knipp ermutigte die Teilnehmer, es einfach zu wagen, denn ohne Pflege, sprich ohne Beschnitt, sei den Bäumen auch nicht gut getan.

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