Apostelkirche braucht neue Heizung

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Da kaum alte Zeichnungen von der Apostelkirche vorhanden sind, wurden neue Aufmaße erstellt und während der Gemeindeversammlung ausgestellt. Prädikant Thorsten Kohlen, erläuterte Details.

Herscheid - Bis die Sanierungsarbeiten in der evangelischen Apostelkirche beginnen, wird es noch einige Zeit dauern. Die Planungen und verschiedene Arbeiten laufen jedoch schon auf Hochtouren und ein erstes Konzept wurde am Samstag im Rahmen der Gemeindeversammlung vorgestellt.

Begleitet wurde die Versammlung von der Architektin des Kirchenkreises Christa Woschèe und Architektin Cathrin Brückmann. Cathrin Brückmann, die mit der Planung beauftragt ist, beschrieb den Zustand der Apostelkirche aus bautechnischer Sicht und stellte anschließend das Konzept vor. Da es nur wenige Zeichnungen der Kirche gibt, wurden zunächst neue Aufmaße erstellt. Dabei stellte sich heraus, dass es in der Herscheider Kirche kaum eine gerade Ecke gibt, bemerkte die Architektin.

Obwohl die letzte denkmalgerechte Sanierung der Wandflächen noch keine 25 Jahre zurückliegt, zeigen sich an den Wänden und Decken starke Verschmutzungen, bei denen man von Vergrauung und Schwarzstaub spricht. Dabei handelt es sich um Ablagerungen von Staub und Rußteilchen, Rückstände die Besucher mit in die Kirche gebracht haben, feiner Abrieb vom Steinfußboden oder Ruß von Kerzen. Ein weiterer Schritt war die Untersuchung der bauphysikalischen Gegebenheiten, dem Zusammenwirken von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Dazu wurden im gesamten Kirchenraum vom Dezember 2017 bis Ende Juli 2018 Feuchtigkeits- und Temperaturmessgeräte angebracht. Die Auswertung der Daten zeigte, dass die Luftfeuchtigkeit zum größten Teil im gewünschten Rahmen, nicht unter 45 Prozent und nicht über 70 Prozent, lag.

Der Temperaturverlauf war von Dezember bis April relativ gleichmäßig aber auf hohem Niveau. So wurde die Kirche in den Wintermonaten nahezu dauerhaft auf 18 Grad, teilweise über 20 Grad geheizt. Empfohlen ist für Kirchen während Gottesdiensten 18 Grad nicht zu überschritten und maximal 20 Grad. Ohne Besucher sollten die Temperaturen hingegen zwischen 8 und 10 Grad liegen. Die Messgeräte zeigten starke Temperaturschwankungen an, was ein Hinweis darauf ist, dass die Fußbodenheizung keine gleichmäßige Wärme erzeugt. Die Empfehlungen für die optimalen Werte werden in der Apostelkirche sowohl unter wie auch überschritten.

Zusammenfassend erklärt Cathrin Brückmann, dass die Probleme in erster Linie im Zusammenhang mit Temperatur und Feuchtigkeit liegen und diese Bedingungen in der Kirche unbedingt neu geregelt werden müssen. In diesem Zusammenhang spielt die Heizung eine wesentliche Rolle. Es handelt sich um eine Elektro-Fußbodenheizung aus den 70er Jahren, die teilweise defekt ist, sich kaum steuern lässt und sehr kostenintensiv ist. Hier ist klar, dass etwas geändert werden muss.

Der wichtigste Punkt der Sanierungsmaßnahmen ist eindeutig die Erneuerung der Heizung. Dadurch ergibt sich die Erneuerung des Bodenbelags, der ebenfalls aus der Zeit der letzten Sanierung 1970/71 stammt. Der Belag (Anröchter Stein) löst sich vom Untergrund und sieht mittlerweile unschön aus. Für den neuen Fußboden sei auch wieder der Anröchter Stein oder auch Anröchter Dolomit geplant. Zur Ansicht waren einige Muster des Belags bei der Gemeindeversammlung ausgelegt.

Als Grundlage für eine spätere Ausschreibung wurden Reinigungsproben veranlasst um herauszufinden, um welche Art der Verschmutzung an den Wänden es sich handelt, wie stark sie anhaftet und wie gut die Fläche sich reinigen lässt.

Ein weiterer Punkt, der im Falle der Sanierung ins Auge gefasst werden sollte, sind die Risse von denen sich eine ganze Reihe im Gewölbe gebildet haben. Diese sollten im Rahmen der Arbeiten verschlossen werden, erklärte die Architektin. Der Statiker, der hinzugezogen wurde, habe dazu Vorschläge gemacht. Bei einem großen, senkrechten Riss in der Nähe der Sakristei wurde festgestellt, dass im Dachgeschoss, im Zimmerwerk, eine Querverbindung fehlt. Cathrin Brückmann erklärte dass die Risse, auch wenn man sie verschließt, im Laufe der Zeit wieder kommen können. Die Spannungen in einem so alten Gebäude seien einfach da. Die Besucher konnten sich über die Lage der Risse anhand einer Zeichnung ein Bild machen.

Da die Elektrik und auch die Beleuchtung in der Apostelkirche nicht mehr ganz den aktuellen Bestimmungen entsprechen, sollte dies im Rahmen der Sanierungsarbeiten ebenfalls aktualisiert werden, empfiehlt die Architektin Cathrin Brückmann. Denn: „Eine gute Lichtplanung kann die Schönheit der Kirche und ihrer Ausstattung viel besser betonen“.

Nach dieser ersten Einschätzung was auf die Kirchengemeinde zukommen kann, stellte Pfarrer Bodo Meier fest, dass es erstaunlich ist, wie viel Aufwand bisher schon Betrieben wurde, obwohl an der Kirche noch Garnichts zu sehen ist. „Ein ungeheurer Aufwand um den Istzustand der Kirche mit den notwendigen Maßnahmen abzugleichen“, erklärte er.

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