Annerose Nessels tränenreicher Schulabschied

Einzigartige Laufbahn: Sie war Lehrerin an allen drei Herscheider Schulen

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Die Grundschüler verabschiedeten sich nicht nur mit einem selbstgeschriebenen Lied von der Schulleiterin, sondern auch mit einem Wünschebaum.

Herscheid – Taschentücher wurden an diesem besonderen Tag für Annerose Nessel zu unerlässlichen Begleitern. Die Verabschiedung in den Ruhestand nach 39 Jahren im Herscheider Schulwesen gestaltete sich für die scheidende Schulleiterin emotional und tränenreich.

Die wohl größte Überraschung hatten die Schüler vorbereitet: Sie sangen zunächst auf dem Pausenhof ein eigens für diesen Anlass umgeschriebenes Lied. Nach einer Rede der Schülerpräsidenten, die „ihrer Frau Nessel wunderschöne, endlose Ferien“ wünschten, überreichten sie ihr ein Geschenk für den heimischen Garten und ließen zudem das Schullied erklingen. 

Ein ums andere Mal musste die Schulleiterin zum Taschentuch greifen, insbesondere, als sich die Schüler mit innigen Umarmungen bei ihr bedankten. Wenig später blickte Annerose Nessel bei ihrer Abschiedsfeier vor geladenen Gästen in der Aula auf ihre bemerkenswerte Laufbahn zurück, die ein Alleinstellungsmerkmal vorzuweisen hat: In den 39 Jahren ihres Schaffens vor Ort war die Lehrerin in allen drei Herscheider Schulen tätig gewesen. Auch die Vorbereitungen für die Schule der Zukunft, das Bildungszentrum Rahlenberg, hat sie aktiv miterleben und gestalten können. 

Ihre anfänglichen beruflichen Vorstellungen (Kinderärztin) musste Annerose Nessel rasch – auch wegen der eigenen Noten – verwerfen und entschloss sich stattdessen dazu, Lehrerin zu werden. Eine Entscheidung, die sie nie bereuen sollte. Dringender Mangel an Englischlehrern war der Grund dafür, dass sie am 4. August 1980 ihren Dienst an der Hauptschule aufnahm. 

„Das war eine tolle Zeit“, erinnert sich die heute 64-Jährige gerne zurück an niveauvolle Klassenfahrten oder auch an die Schülergruppe, die sich regelmäßig bei ihr daheim einfand, um Zeitschriften für die Mitschüler zusammenzustellen. 

Nach über 17 Jahren an der Hauptschule wagte Annerose Nessel den nächsten beruflichen Schritt und übernahm an einem Rosenmontag die Konrektorstelle an der Grundschule Hüinghausen. Nach Jahren der Zusammenarbeit mit Jugendlichen sei der Unterricht für Kinder anfangs eine große Umstellung gewesen, gestand Annerose Nessel und bedankte sich für die damals erfahrene Unterstützung ihrer Kollegen. 

Doch eben diese Arbeit mit den Jüngsten erwies sich für sie als große Freude und Gewinn. Im Jahr 2000 folgte der Wechsel an die Grundschule Herscheid, ihrer beruflichen Heimat. Dort hat sie in den letzten 19 Jahren über 1 000 Kinder und deren Eltern kennenlernen dürfen. 

Dort, wo sie einst als Junglehrerin der Hauptschule begonnen hatte, schloss sich nun der berufliche Kreis für Annerose Nessel: In der Schulaula, der einst als Klassenraum genutzt wurde, erhielt sie aus den Händen von Schulrätin Christa Sacher ihre Urkunde zum Eintritt in den Ruhestand. In diesem neuen Lebensabschnitt werde sie sich verstärkt ihren kreativen Hobbys widmen, erklärte die einstige Fachlehrerin für Textilgestaltung. Auch auf zukünftige Reisen und mehr Zeit für ihren geliebten Garten freue sie sich, erzählte Annerose Nessel. 

Und natürlich werde sie ihre Grundschule Herscheid nicht aus den Augen verlieren. Zwar werden dort nach den Sommerferien andere Personen das Sagen haben, doch wenn sie etwa als Vorleserin oder Jurorin des Lesewettbewerbes benötigt werden, dann komme sie immer wieder gerne zurück an ihre (nun) alte Wirkungsstätte.

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