FDP-Landtagsabgeordnete und Agenturchefin besuchen Seniorenzentrum

Mit Anfang 50 eine Ausbildung beginnen

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Sandra Pawlas, Chefin der Agentur für Arbeit (rechts), und die FPD-Landtagsabgeordnete Angela Freimuth (2. von rechts) besuchten das Herscheider Seniorenzentrum. Dabei lernten sie Renate Wagner (links) kennen, die mit Anfang 50 ihre Ausbildung begann

Herscheid - Mit Anfang 50 noch einmal Lehrling werden – das ist ein großer Schritt. Renate Wagner ist diesen gegangen und absolviert ihre Ausbildung zur Altenpflegerin im Seniorenzentrum in Herscheid.

„In die Altenpflege wollte ich schon immer gehen“, sagt die gelernte Steuerfachangestellte im Gespräch mit der FDP-Landtagsabgeordneten Angela Freimuth und Sandra Pawlas, Chefin der Agentur für Arbeit in Iserlohn. Durch einen Krankheitsfall konnte sie nicht in ihren alten Beruf zurück und wurde Pflegehilfe in der privaten Pflege und dann im Seniorenheim, bis sie sich schließlich zu der Ausbildung entschloss. Derzeit ist sie im zweiten Lehrjahr und macht ihr Examen 2021.

„Es ist schön mit Menschen zu arbeiten. Im Alter geht man damit aber auch anders um, als ein junger Mensch. Man ist ernster dabei und hinterfragt mehr“, sagt die 54-Jährige. Dem stimmte Sandra Pawlas in gewisser Weise zu, als sie sagte, dass die Umschulung oder Ausbildung für Ältere ein Prozess sei, den sie sich im Vorfeld reichlich überlegen würden.

Möglich war der Schritt für Renate Wagner durch ein Programm der Arbeitsagentur. Mit diesem ist die Weiterbildung von Geringqualifizierten oder Älteren im Betrieb möglich. Einen Teil der Weiterbildungskosten übernimmt dabei die Agentur für Arbeit, das kann auch bis zu 100 Prozent sein, um die Kosten nicht dem Unternehmen oder dem Auszubildenden aufs Auge zu drücken. Das beinhalte zum Beispiel auch einen Arbeitsentgeltzuschuss für die Zeit, die der Auszubildende nicht zur Verfügung stehe.

Ältere Quereinsteiger habe man schon öfter im Seniorenzentrum gehabt und es habe gut geklappt, erklärt Einrichtungsleiterin Anke Dahlhaus. Denn durch gemischte Teams finde ein Austausch statt. Die Einrichtung empfiehlt jedoch, ein Praktikum zu absolvieren, bevor man sich für die Ausbildung entscheidet. Zum einen könne die Einrichtung die Person so kennenlernen und diese könne feststellen, ob der Beruf auch wirklich etwas für sie sei. „Viele haben auch erst als Assistentin hier gearbeitet und dann habe ich ihnen den Vorschlag gemacht, ob sie nicht noch die Ausbildung machen wollen“, sagt Pflegedienstleiterin Daniela Böhme.

Zum Thema Ausbildung sagt Anke Dahlhaus: „Wir versuchen selbst auszubilden, um den eigenen Nachwuchs sicherzustellen, da der Markt leer ist.“ Von zehn Schülern würden auf jedem Wohnbereich fünf Lehrlinge eingesetzt. Zwei beenden in diesem Jahr ihre Ausbildung, doch zwei weitere würden im Herbst noch nachrücken, was eindeutig für die Einrichtung spreche – darin waren sich Sandra Pawlas und Angela Freimuth einig. Daniela Böhme hofft allerdings, dass mit dem neuen Gesetz im neuen Jahr und der damit verbundenen Zusammenlegung der Ausbildungen zur Krankenschwester und zum Altenpfleger die Altenpflege nicht hintenüber falle.

Doch nicht nur was die Ausbildung, sondern auch was die übrigen Angestellten angeht, müsse man für viele Formen offen sein. Da es im Seniorenzentrum in Herscheid viele Mütter und auch Alleinerziehende gebe, habe man zum Beispiel einen Mamadienst von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr eingerichtet. Auf diese Weise könne man die Mütter als Mitarbeiterinnen erhalten. In allen Bereichen sei die Kommunikation das A und O – und die funktioniere gut, so Böhme abschließend.

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