Presbyterium und Superintendent nehmen Stellung

Altaraufbau: Nicht absehbare Dimension

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So sieht der Chorraum der Apostelkirche nach dem Abbau des Altaraufbaus aus.

Herscheid – Der Altaraufbau in der Apostelkirche dominiert die Gesprächsthemen im Dorf seit Wochen. Nachdem sich vorwiegend Kritiker des Abbaus zu Wort gemeldet haben, erklärten nun Mitglieder des Presbyteriums ihre Sicht der Dinge und ließen Einblicke in ihre Gefühlswelten zu.

„In unserer Arbeit fühlen wir uns natürlich angegriffen“, gestand Grit Kannert. Die Kirchbaumeisterin betonte dabei, dass die zehn ehrenamtlichen Mitglieder des Presbyteriums von der Gemeinde gewählt worden sind. Außerdem gehört mit Bodo Meier der hauptamtliche Pfarrer diesem Gremium an, welches die Gemeinde leitet und sich daher intensiv mit der Sanierung der Apostelkirche beschäftigt, in deren Rahmen auch über den Altaraufbau diskutiert wird. 

„Der Abbau wurde von uns einstimmig beschlossen und dazu stehen wir auch“, betonte Grit Kannert und verwies in erster Linie auf Sicherheitsbedenken, die zu diesem Schritt geführt haben. Sie bedauere es sehr, dass in zum Teil unsachlichen Leserbriefen Pfarrer Meier zur Zielscheibe der Kritik ausgerufen werde. 

Diese Stellungnahmen hinterlassen auch bei Bodo Meier Spuren. „Das tut natürlich weh“, sagte er am Freitag, um kurz darauf den Blick wieder auf das große Ganze zu richten. Ziel der Sanierung sei es, den Schatz der Kirchengemeinde, die Apostelkirche, so zu gestalten, dass sie auch in Zukunft der Mittelpunkt des evangelischen Gemeindelebens bleiben könne. 

Diesen Weg „wollen wir alle gemeinsam gehen“, verdeutlichte Meier, dass Stellungnahmen der Gemeindemitglieder ausdrücklich erwünscht seien. Vor diesem Hintergrund plane das Presbyterium einen Tag der offenen Tür, bei dem die Prozesse der Kirchensanierung erklärt und unter anderem auch die Bedeutung des Altaraufbaus erklärt werden sollen. 

Eine solche Information zur richtigen Zeit habe kurz vor der Weihnachtszeit gefehlt, sagte Meier. Rückwirkend betrachtet sei es sehr ungeschickt gewesen, dass die Gemeinde nicht über den bevorstehenden Abbau des Altaraufbaus unterrichtet wurde. Dies geschah keinesfalls aus Arglist; es sei schlicht und ergreifend vergessen worden, sagte Meier. 

Völlig neu sei das Thema jedoch nicht: In der Gemeindeversammlung Mitte November wurde das Vorhaben (damals stand noch nicht fest, wann es umgesetzt wird) öffentlich gemacht, ohne dass es dazu eine Äußerung gegeben habe. 

„Die Dimension der jetzigen Reaktionen war nicht absehbar“, sagte Superintendent Klaus Majoress. Er zeigte Verständnis für die emotionalen Äußerungen der Gemeindemitglieder, die an dem Altaraufbau hängen. Genau so gebe es aber auch Befürworter, die sich jedoch öffentlich kaum zu Wort melden. 

Der Apostelkirche willen müsse die Kirchengemeinde jedoch zusammenhalten, wünschte sich Majoress. Zumal, und das betonten alle Gesprächsteilnehmer unabhängig voneinander, die Zukunft des Altaraufbaus völlig offen sei. Die kommenden Wochen des Kirchenjahres stehen im Zeichen des Austausches, sagte Pfarrer Meier, Austausch mit den Gemeindemitgliedern, aber auch mit dem Kirchenkreis, der Landeskirche und der Denkmalpflege. 

Nach dem Ablauf des liturgischen Jahres werde dann darüber entschieden, ob der Altaraufbau wieder im Chorraum aufgestellt wird oder an einer anderen Stelle. „Die Entscheidung wird nicht gefällt, der Entschluss soll wachsen“, skizzierte Pfarrer Meier den weiteren Verlauf des Prozesses.

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