So funktioniert das Prinzip Solidarische Landwirtschaft

Alles für die tolle Knolle: Kartoffelernte „noch zufriedenstellend“

Mehrere Mitglieder des Vereins Solidarische Landwirtschaft Lüdenscheid waren nach Kiesbert zur Kartoffelernte gekommen – vorne mit dabei: Vorsitzender Thomas Haferberger (links). Eine Verpflichtung zur Erntehilfe gibt es im Verein nicht.
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Mehrere Mitglieder des Vereins Solidarische Landwirtschaft Lüdenscheid waren nach Kiesbert zur Kartoffelernte gekommen – vorne mit dabei: Vorsitzender Thomas Haferberger (links). Eine Verpflichtung zur Erntehilfe gibt es im Verein nicht.

Kartoffeln, soweit das Auge reicht: Bei Bio-Bauer Ulrich Pieper war Zeit für die Ernte. Angebaut hatte er die „tolle Knolle“ für den Verein Solidarische Landwirtschaft Lüdenscheid. Und so halfen mehrere Mitglieder in Kiesbert mit.

Herscheid - Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein ging es an die Arbeit. „Noch 15 Reihen“, sagte Pieper. Rund zwei Stunden würde das noch einmal dauert. Bei unserem Besuch am späten Nachmittag hatten die Helfer schon gut die Hälfte geschafft. Insgesamt sollten 400 bis 500 Kilo geerntet werden. Vor zwei Wochen wurde bereits eine gute Tonne aus der Erde geholt.

Der wechselhafte Sommer habe in diesem Jahr dafür gesorgt, dass die Ernte kleiner ausfalle als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. „Noch ist das aber zufriedenstellend“, sagte Pieper. Drei verschiedene Sorten hatte er angebaut.

Darwin Hoffmann präsentiert einen Teil der Ausbeute.

Pieper, der seit 1995 einen anerkannten Biobetrieb führt, steuerte den Traktor, der den jahrzehntealten Kartoffelroder zog. Dieser beförderte die Erdäpfel – zusammen mit Erde, Steinen und Pflanzen – aus dem Boden über ein Förderband vorbei an den Erntehelfern. Die konnten die Kartoffeln dann aussortieren und auf die äußeren Förderbänder legen, die direkt in Säcke führten. Bevor die Kartoffeln in der Küche landen, werden sie noch einmal genauer sortiert.

Abnehmer sind Mitglieder des Vereins Solidarische Landwirtschaft Lüdenscheid (SoLawiLü). Dieser arbeitet mit Landwirten in der Region zusammen. Die Bauern sagen am Anfang des Jahres, wie viel sie voraussichtlich produzieren können und wie viel Geld sie dafür benötigen. Interessierte Vereinsmitglieder werfen dann in einer Bieterrunde zusammen – abhängig vom eigenen Bedarf und den eigenen Möglichkeiten – und können sich dann wöchentlich ihren Anteil beim Lüdenscheider Hof Woeste abholen. Für den Landwirt habe das den Vorteil, dass er für das Jahr sichere Einnahmen hat.

Der Kiesberter Bio-Bauer Ulrich Pieper steuerte den Traktor durch das Kartoffelfeld. Die Kartoffelernte war für ihn die letzte in diesem Jahr.

Vorsitzender Thomas Haferberger nannte einen weiteren Vorteil: Während bei der konventionellen Ernte bis zu 50 Prozent der Kartoffeln aussortiert würden, seien es bei der ökologischen zwischen zehn und 20 Prozent – was unter anderem davon abhänge, ob es zum Beispiel Mäusebiss oder Probleme mit Würmern gebe. Letztlich könnten die Mitglieder selbst entscheiden, welche Kartoffeln sie noch verarbeiten möchten und welche nicht.

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