Holzabfuhr ist Streitthema

Ärger über blockierte Straßen: Wie Holztransporte Anwohner massiv nerven

Die Fahrbahn an der Langenbecke in Herscheid sei laut Michael Heller über Stunden von den Holztransportern blockiert
worden.
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Die Fahrbahn an der Langenbecke in Herscheid sei laut Michael Heller über Stunden von den Holztransportern blockiert worden.

Herscheid - Vielerorts bahnen sich in diesen Tagen große Holztransporter ihren Weg durch die Wälder und über die Straßen. Nicht selten sind verdreckte Fahrbahnen und blockierte Zufahrten die Folge

.Der Ärger bei vielen Betroffenen wächst – so wie in einem Fall aus Herscheid. „Diese Situation ist nicht mehr hinnehmbar“, sagen Michael Heller und Anna Klossek. Beide wohnen im Herscheider Ortsteil Langenbecke und ärgern sich – so wie derzeit vermehrt Bürger in Plettenberg und Herscheid – über die Holztransporte, die vor ihren Haustüren stattfinden. Im Fall Heller/Klossek geht es um die Zufahrtsstraße zur Langenbecke, vis a vis zur Weißen Ahe. In einem Schreiben an die Heimatzeitung erklärt Michael Heller die Situationen, wenn kein Durchkommen ist: „Es handelt sich um eine einspurige Fahrbahn. Kein Rettungswagen, kein Feuerwehrfahrzeug kommt hier vorbei. Es reicht jetzt.“ Ähnlich beschreibt auch Anna Klossek in einem separaten Schreiben an die Zeitung und die Behörden die Situation und fordert von der Gemeinde, ordnungsbehördliches Verfahren gegen den Verursacher einzuleiten. Michael Heller ergänzt: „Es handelt sich hier um ein Naturschutzgebiet. Wir bitten um sofortige Erledigung und Antwort.“

Blockieren der Straße nicht gestattet

Die Verantwortlichen der Gemeinde Herscheid haben sich daraufhin des Themas angenommen und sowohl mit den Beschwerdeführern, als auch mit dem Auftraggeber der Holztransporte Kontakt aufgenommen. Aber eine konkrete Handhabe, durch die in diesem Fall jemand belangt werden könnte, gebe es nur in der Theorie, sagt Bärbel Sauerland, Ordnungsamtsleiterin der Gemeinde. Natürlich sei das Blockieren einer öffentlichen Straße ohne triftigen Grund nicht gestattet. Im Fall der Holztransporte gebe es aber einen guten Grund, denn die gefällten Bäume im Wald müssten ja irgendwie fortgeschafft werden. Richtig wäre, dass der Auftraggeber dafür eine Sperrung der Straße beantragt – ähnlich wie es kürzlich für die Kreisstraße 6 zwischen Herscheid und Rärin geschehen ist. Auch dort mussten das Borkenkäferholz aus dem Wald abtransportiert werden. Die Praxis zeigt: Oft werden diese Straßensperrungen aber nicht beantragt, obwohl sie erfahrungsgemäß im Großteil der Fälle genehmigt werden. Der Grund dafür sei, dass die Abtransporte nicht immer planbar seien. Natürlich würde sich Bärbel Sauerland wünschen, dass alle Holztransporte vorher angemeldet werden, aber für die Betroffenen mache dies im Endeffekt keinen Unterschied.

„Ob mit oder ohne Genehmigung – für den Anwohner wäre der Zustand exakt der gleiche“, betont Bärbel Sauerland. Denn auch mit einer Genehmigung würden Holztransporter Wege blockieren und Anwohner im Zweifel nicht mehr durchkommen. Dass das „sehr unbefriedigend und schwierig“ sei, kann Sauerland gut nachvollziehen. Sie appelliert an alle Betroffenen, sich vor Ort zu arrangieren. Wenn die Zufahrt blockiert sei, sollten die Betroffenen die Lkw-Fahrer ansprechen und sie bitten, kurz Platz zu machen. So würde es auch in einem Notfall laufen – wenn der Rettungsdienst nicht durchkommt, müssen die Holztransporter eben aus dem Weg gefahren werden. Sollten sich Anwohner vor Ort nicht mit den Lkw-Fahrern einigen können und das Ordnungsamt eingeschaltet werden, „fahren wir natürlich auch hin und schauen vor Ort“, sagt Sauerland, die in den letzten Wochen den einen oder anderen Einsatz in dieser Hinsicht zu verzeichnen hatte. Aber sie bittet alle Beteiligten um Rücksichtnahme: „Diese schwierige Situation gibt es derzeit überall. Da müssen wir jetzt irgendwie durch.“

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