Änderung der Holzvermarktung sorgt für Wirbel

Ohne Förster geht es nicht

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Rolf Brühne, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Herscheid, suchte im Düsseldorfer Landtag das Gespräch mit der SPD-Fraktion.

Herscheid - Die knapp 200 Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Herscheid stehen vor einer ungewissen Zukunft: Die Holzvermarktung wird ab dem Jahr 2019 auf neue Beine gestellt.

Wie genau, das ist zurzeit noch nicht absehbar. „Wir müssen uns überlegen, wie wir das innerhalb eines Jahres auf die Reihe kriegen sollen“, beklagte der FBG-Vorsitzende Rolf Brühne. Hintergrund ist ein Urteil des Bundeskartellamtes, welches entschieden hat, dass die aktuelle Praxis in NRW nicht zulässig ist. 

Bisher wird das Herscheider Holz über das Regionalforstamt Märkisches Sauerland vermarktet. Revierförster Klaus Kermes steht den Waldbesitzern mit Rat und Tat zur Seite, berät sie bei Pflegemaßnahmen und verhandelt die Preise mit den Sägewerken aus. Dass er dies sowohl für den Staatsforst, aber eben auch für kommunale und private Wälder ausführt, verstoße soll neuer Rechtssprechung gegen europäisches Kartellrecht. 

Nach jetzigem Kenntnisstand soll der Landesbetrieb Wald und Holz zum nächsten Jahreswechsel die Holzvermarktung abgeben. „Ich weiß nicht, wie das gehen soll“, sagte Rolf Brühne. Er erinnerte bei der Winterversammlung der Landwirte daran, dass die Forstbetriebsgemeinschaft ehrenamtlich tätig und daher auf die Unterstützung von Profis angewiesen sei. „Ohne den Förster geht es nicht, er ist nicht wegzudenken aus unserem Forst.“ Ob und wie die beratende Tätigkeit der Förster erhalten bleibt, ist noch unklar. 

Um seinen Unmut über die sich anbahnenden Veränderungen zum Ausdruck zu bringen, reiste Brühne gemeinsam mit Forstbesitzern aus Lüdenscheid und Halver am Mittwoch nach Düsseldorf. Im Landtag trafen sie sich mit Mitgliedern der SPD-Fraktion. „Wir haben den Standpunkt der Kleinwaldbesitzer zum Ausdruck gebracht“, erklärte Brühne. Ein deutliches Zeichen erhofft sich der Herscheider auch von der Delegiertenversammlung des Waldbauernverbandes am 27. Februar in Werl. „Der Verband ist für uns eine Art Personalrat“, betont Brühne. Er hofft, dass sich die Waldbauern einheitlich positionieren, um eine zukunftsfähige Lösung für alle Waldbauern zu erhalten. 

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