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80 Wanderer von Absperrungen auf alter Bahntrasse gestoppt - das ist der Grund

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Von: Dirk Grein

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Der Bürgermeister hatte den Veranstaltern in der Vorwoche mitgeteilt, dass eine Nutzung der alten Bahntrasse nicht möglich sei. Um dieser Untersagung Nachdruck zu verleihen, stellte die Stadt Absperrgitter auf, die auch schon teilweise dekoriert worden sind.
Plettenbergs Bürgermeister hatte den Veranstaltern in der Vorwoche mitgeteilt, dass eine Nutzung der alten Bahntrasse nicht möglich sei. Um dieser Untersagung Nachdruck zu verleihen, stellte die Stadt Absperrgitter auf, die auch schon teilweise dekoriert worden sind. © Schäfer

Nicht nur die große Resonanz auf die gemeinsame Wanderung sorgte bei den Veranstaltern des SGV Elsetal und der Märkischen Museumseisenbahn für Erstaunen. Als die mehr als 80 Personen große Gruppe sich am Sonntag von der Wiesenstraße aus auf den Weg in Richtung Haltepunkt Köbbinghauser Hammer machte, da erblickte sie unterwegs Absperrungen, die nur wenige Tage zuvor aufgestellt worden waren.

Plettenberg - Das Begehen der alten Bahntrasse – auf der sich Wander- und Bahnfreunde eine Kombination aus Rad- und Fußweg sowie Bahnstrecke wünschen – war somit nicht möglich. Dies hatten die Verantwortlichen nach eigenen Aussagen auch nicht beabsichtigt, dennoch waren sie verwundert über die Absperrung. Wir erkundigten uns daher bei der Stadt Plettenberg nach den Gründen für diese Sperrung.

Der ausschlaggebende Grund liegt auf der Hand: Laut Bauamtsleiter Sebastian handelt es sich bei der genannten ehemaligen Bahntrasse nicht um eine öffentlich nutzbare Verkehrsfläche. Das Areal gehöre der Stadt Plettenberg, die dieses vor einigen Jahren von der Deutschen Bahn gekauft habe.

Vor diesem Hintergrund sei die Stadt auch in der Verkehrssicherungspflicht: Verletzen sich beispielsweise Fußgänger auf dieser Fläche, dann haftet die Eigentümerin, also die Stadt. Und ein solcher Fall, der tunlichst vermieden werden soll, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, da eine gefahrlose Benutzung der alten Trasse – so, wie sie jetzt ist – kaum möglich sei.

Sperrung der alten Bahntrasse: Stadt nennt vielfältige Gefahren

Der Bauamtsleiter verweist darauf, dass der Untergrund uneben und das Gelände zum Teil zugewachsen sei. Außerdem werden in diesem Bereich die Bäume nicht derart regelmäßig auf ihre Standfestigkeit kontrolliert, wie es etwa im öffentlichen Verkehrsbereich vorgeschrieben ist. Auch von ihnen könnte somit eine Gefahr ausgehen.

Die Stadt sah sich zum Handeln gezwungen, nachdem in unserer Zeitung davon zu lesen war, dass eine Gemeinschaftsveranstaltung in diesem Bereich geplant war, die eine gewünschte Nutzung der Trasse zum Thema hatte. Daher nahm Bürgermeister Ulrich Schulte in der letzten Woche Kontakt auf zum SGV Elsetal, zur Märkischen Museumseisenbahn und zur ADFC-Ortsgruppe, die ebenfalls an der Durchführung beteiligt war. Er verdeutlichte, dass eine Begehung der alten Bahntrasse nicht möglich sei.

Als Konsequenz darauf haben die Verantwortlichen ihre Ankündigung in der Zeitung angepasst: War zunächst noch eine Wanderung über die alte Bahntrasse bis Köbbinghauser Hammer angekündigt worden, so wurde in einer zweiten Fassung die Nutzung eines Fuß- und Radweges beschrieben. Genau diesen wählte die Gruppe dann letztlich auch. Durch die am Freitag von der Stadt aufgestellten Absperrungen war eine Nutzung der alten Bahntrasse ohnehin nicht möglich.

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