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2G-Plus im Fitnessstudio: „Ein Schlag in den Nacken“

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Von: Dirk Grein

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Die Kontrolle im Eingangsbereich des Feelgood gehört zum neuen Corona-Alltag: Hier lässt sich Fitnesstrainer Sebastian Rudat (links) den Nachweis sowie das Testergebnis eines Sportlers auf dessen Handy zeigen.
Die Kontrolle im Eingangsbereich des Feelgood gehört zum neuen Corona-Alltag: Hier lässt sich Fitnesstrainer Sebastian Rudat (links) den Nachweis sowie das Testergebnis eines Sportlers auf dessen Handy zeigen. © Foto: Grein

Die Stimmung im Feelgood ist angespannt. Die seit Dienstag geltende überarbeitete Coronaschutzverordnung schlägt den Betreibern und den Sportlern gleichermaßen aufs Gemüt. Denn daraus geht hervor, dass Fitnessstudios bis auf Weiteres nur von Personen genutzt werden dürfen, die entweder geimpft oder genesen sind und zusätzlich ein negatives Testergebnis vorlegen können. 

Herscheid - Wie sich die Einführung dieser 2 G-Plus-Regel auf den Betrieb auswirkt, darüber sprach Dirk Grein mit Studioleiter Markus Gärtner.

Wie geht es dem Herscheider Feelgood zum Start ins neue Jahr?

Markus Gärtner: „Es ist eine Katastrophe. Wir machen alles, wir tun alles. Das fing an mit der Kontaktnachverfolgung, der 3 G-Regel und dann nur immunisierte Personen. All das müssen wir immer wieder kontrollieren, davon sind einige Leute schon richtig genervt. Die sagen dann: „Du weißt doch, dass ich geimpft bin.“ Ja, das wissen wir. Aber wir müssen trotzdem immer wieder prüfen, ob die Leute ihre Nachweise auch dabei haben. Zwischendurch werden wir schließlich auch durch das Ordnungsamt kontrolliert – und wenn die Nachweise der Sportler fehlen sollten, dann ist das unser Problem. Das alles ist verbunden mit jeder Menge Diskussion.“

Und jetzt kommt noch die 2 G-Plus-Regel...

Markus Gärtner: „Das ist ein Schlag in den Nacken. Viele Leute haben einfach keine Lust darauf, sich vor jedem Gang zum Training auch noch testen zu lassen. Wir werden das spüren, es wird viel weniger los sein. Und das ausgerechnet kurz vor dem Januar-Geschäft. Letztes Jahr ist es durch den Lockdown schon komplett weggefallen und jetzt mit 2 G-Plus werden sich auch nicht viele anmelden.“

Wie wichtig ist der Jahresbeginn für Fitnessstudios?

Markus Gärtner: „Januar und Februar sind immer die Monate, in denen die meisten Mitgliedschaften geschlossen werden, da haben die Leute gute Vorsätze und kommen dann ins Fitnessstudio. Das Problem für uns besteht darin, dass wir Kündigungen erhalten, das ist ja eigentlich immer mal der Fall, auch ohne Corona. Aber normalerweise kommen auch neue Mitglieder nach – und das geschieht jetzt in geringerem Maße.“

Kein Training wegen der Testpflicht? Markus Gärtner sorgt sich um die Gesundheit insbesondere der älteren Mitglieder.
Kein Training wegen der Testpflicht? Markus Gärtner sorgt sich um die Gesundheit insbesondere der älteren Mitglieder. © Archivfoto: Halbhuber

Haben Sie Verständnis dafür, dass die Leute keine Lust auf die neuen Regeln haben?

Markus Gärtner: „Natürlich habe ich Verständnis dafür. Aber ich weiß andererseits auch, wie wichtig das Training insbesondere für die Gesundheit unserer älteren Mitglieder ist. Deswegen rate ich ihnen, sich wenigstens zwei Mal pro Woche testen zu lassen, um dann hier auch trainieren zu können. Gerade hier in Herscheid haben wir doch großes Glück, dass alles super klappt mit dem Testzentrum. Deswegen appelliere ich an alle Leute: „Verzichtet nicht wegen des Testens auf das Training.“

Gelten für Sportler, die die 2 G-Plus-Regel erfüllen, weitere Einschränkungen bei der Nutzung des Studios?

Markus Gärtner: „Unsere Besucher kommen mit Maske rein. Diese tragen sie bis in die Umkleide und dann können sie sich beim Training frei bewegen. Wir haben alle Geräte auf Abstand gestellt, damit die Leute während des Sports auseinander sind, und desinfizieren regelmäßig. Es muss also nicht mit Maske trainiert werden – dann würde der Betrieb vermutlich ganz einbrechen.“

Wie angespannt ist die wirtschaftliche Situation für das Fitnessstudio?

Markus Gärtner: „Wir kommen im Moment zwar zurecht, aber selbstverständlich geht es uns wirtschaftlich viel schlechter als vor der Pandemie. Das Gute an der Lage ist jedoch, dass wir immer gut gewirtschaftet haben und daher über die Runden kommen. Aber trotzdem bleibt die Ungewissheit bestehen: Wie lange geht das noch so weiter? Wann kommen die Leute wieder? Natürlich ist auch immer ein bisschen Angst dabei.“

Was wünschen Sie sich für das neue Jahr für das Feelgood?

Markus Gärtner: „Dass alles wieder normal ist und dass wir wieder ganz normal unseren Job machen können. Und natürlich auch, dass die Leute wieder mit Freude zum Training kommen können.“

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