Ungewisse Zukunft für weiterführenden Schulen

In früheren Jahren war die Balver Realschule stets beliebt. Jetzt liegen dagegen nicht mehr genügend Anmeldungen zur Bildung von zwei Eingangsklassen vor.

Balve - Die Zukunft der weiterführenden Schulen in Balve ist ungewiss: Sowohl für die Real- als auch für die Hauptschule liegen zu wenig Anmeldungen zur Bildung von Eingangsklassen vor. Gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen dem CDU- und dem UWG-Lager standen gestern während der Ratssitzung im Mittelpunkt, als Bürgermeister Mühling den Tagesordnungspunkt aufgerufen hatte.

Von Carla Witt

CDU-Fraktionsvorsitzender Johannes Schulte warf seinem UWG-Pendant Lorenz Schnadt vor, die Wählergemeinschaft habe die Pläne zur Sekundarschule torpediert: „Jetzt kann sich die UWG in die erste Reihe setzen und der Beerdigung der Hauptschule beiwohnen.“ An der derzeitigen Entwicklung trage auch das Lehrerkollegium der Realschule Schuld, das „abgeblockt habe“, schimpfte Schulte.

Schnadt konterte, die CDU habe das Projekt Sekundarschule viel zu spät und falsch angepackt. Zudem habe nicht die UWG über die Zukunft der Balver Schulen entschieden: „Die Eltern wollten ihre Kinder hier eben nicht anmelden“, stellte der UWG-Chef fest. Heinrich Stüeken ging noch einen Schritt weiter: „Die CDU hat die Schulpolitik in Balve vor die Wand gefahren.“

SPD-Ratsfrau Sigrid Schmidt bemühte sich schließlich darum, den Blick der CDU- und UWG-Vertreter auf das Wesentliche zu lenken. „Wir sollten alle gemeinsam mit Vertretern der Schulen überlegen, wie wir diese Situation für das kommende Jahr ändern können.“

Dass die derzeitige Situation schwierig und die Anmeldezahlen „nicht rosig“ seien, unterstrich Fachbereichsleiter Michael Bathe: 15 Schüler seien mittlerweile an der Balver Gemeinschaftshauptschule angemeldet worden, 48 an der Realschule. „Damit ist es nach dem Schulgesetz in NRW nicht möglich, Eingangsklassen zu bilden“, sagte Bathe. Um eine Hauptschulklasse bilden zu können, würden 18 Schüler benötigt, für die Realschule sehe das Gesetz zwei Klassen mit jeweils 26 Schülern – insgesamt also 52 – vor.

Mittlerweile habe die Stadt Balve Ausnahmegenehmigungen bei den zuständigen Behörden – für die Hauptschule beim Märkischen Kreis und für die Realschule bei der Bezirksregierung – beantragt. Winfried Becker, Schulrat des Märkischen Kreises, habe bereits signalisiert, dass er sich bei der Bezirksregierung für einen positiven Entscheid bezüglich der Bildung einer Hauptschuleingangsklasse einsetzen wolle. Nun hoffe die Verwaltung bald auf Entscheidungen. „Wir wollen Planungssicherheit für die Eltern und diese natürlich zeitnah informieren“, betonte Bathe.

118 Viertklässler verlassen im Sommer die Balver Grundschulen. 67 wurden an Schulen in Nachbarstädten angemeldet: Walram-Gymnasium Menden (30 Anmeldungen), Gymnasium Sundern (14) ,Gesamtschule Menden (12), Walburgisgymnasium Menden (4) Burggymnasium Altena (1) , Realschule Sundern (1), Realschule Menden (1), Realschulzweig des Walburgisgymnasiums (1), St.-Ursula-Gymnasium Neheim (1).

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