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Zukunft des Hallenbades: Politik muss entscheiden

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Von: Julius Kolossa

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Wie geht es mit dem Hallenbad in Balve weiter? Mit dieser Frage beschäftigt sich ab 8. März die Lokalpolitik.
Wie geht es mit dem Hallenbad in Balve weiter? Mit dieser Frage beschäftigt sich ab 8. März die Lokalpolitik. © Julius Kolossa

Weil qualifiziertes Personal fehlt, ist der öffentliche Badebetrieb im Balver Hallenbad seit Wochen nur eingeschränkt möglich. Wie es mit dem Bad weitergehen soll, muss jetzt die Politik entscheiden. Dabei gibt es drei Optionen.

„Unser städtisches Hallenbad wird an den drei Öffnungstagen mittwochs bis freitags gerne in Anspruch genommen – ich bekomme viele Anrufe, wenn es aus personellen oder wartungstechnischen Gründen mal geschlossen bleiben muss“, sagt Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Zuletzt dürften sich die Anrufe gehäuft haben, denn das Bad ist schon seit Wochen für den öffentlichen Betrieb nur eingeschränkt geöffnet.

Zwar gingen die Besucherzahlen in den Corona-Jahren wegen der Einschränkungen und Lockdowns stark zurück, „aber die Leute wollen wieder in ihr Hallenbad“, glaubt Bathe zu wissen. Er hält das heimische Bad an der Murmke für eine „sinnvolle und gute Einrichtung, für die es sich lohnt, den Badebetrieb aufrechtzuerhalten“. Das Schul- und Vereinsschwimmen ist von den Einschränkungen – unter anderem das Frühschwimmen ist seit Wochen nicht möglich – nicht betroffen, weil jeweils eine eigene Aufsicht gestellt wird.

Personal aus Altena muss aushelfen

Momentan ist der eingeschränkte öffentliche Badebetrieb nur mit externem Personal aus Altena möglich, das die Aufsicht übernimmt. Denn die von der Stadt angestellte Aufsicht fällt erkrankt weiterhin aus. Um einen Betrieb trotzdem gewährleisten zu können, wurde eine Kooperation mit den Stadtwerken Altena geschlossen. Diese verfügen über freie personelle Kapazitäten, weil das Hallenbad seit der Juli-Flut ein wirtschaftlicher Totalschaden und geschlossen ist.

Die Besucherzahlen im Murmke-Bad

In den vergangenen beiden Corona-Jahren ist es zu einem deutlichen Besucherrückgang im Balver Hallenbad an der Murmke während des öffentlichen Badebetriebs gekommen. Im vergangenen Jahr kamen gerade einmal 500 Besucher, 2020 waren es immerhin 1400. In den Vor-Corona-Jahren 2019 und 2018 kamen 2500 beziehungsweise 3230 Badegäste.

Eine langfristige Lösung für das Murmke-Bad zu finden, ist Sache der Politik. Der Ausschuss Ehrenamt, Schule, Digitalisierung, Soziales beschäftigt sich in seiner nächsten Sitzung (Mittwoch, 9. März, ab 18 Uhr in der Garbecker Schützenhalle) mit dem Thema. „Wir von der Verwaltung schlagen drei Optionen vor, wie eine Lösung gefunden werden könnte, den Badebetrieb für die Öffentlichkeit zu gewährleisten“, erläutert Bathe.

Dauerhafte Kooperation mit anderen Städten?

Eine Option ist die dauerhafte Kooperation mit anderen Städten. Laut Verwaltungsvorlage belaufen sich die jährlichen Kosten für eine Fachkraft (28 Stunden pro Woche), die einen ganzheitlichen Überblick über technische und bauliche Anlagen, aber auch über die Wasseraufsicht und die organisatorischen Abläufe hat, auf 50 000 Euro. Schreibt die Stadt Balve diese Stelle selbst aus, beliefen sich die Personalkosten auf 40 000 Euro, hat die Verwaltung ausgerechnet. Die Ausschreibung einer Vollzeitstelle würde eine Ausweitung der Öffnungszeiten nach sich ziehen. Diese sei laut Verwaltung aufgrund des Belegungsplanes jedoch nur bedingt möglich. Einzig der Sonntagmorgen käme hinzu. Die jährlichen Personakosten stiegen bei dieser Option auf rund 56 000 Euro.

Welche Option die Verwaltung favorisiert, möchte Bath nicht sagen: „Die Entscheidung darüber bleibt der Politik überlassen.“ Diese solle in eine Diskussion einsteigen, wobei auch eine Grundsatzdiskussion über die Möglichkeiten des künftigen öffentlichen Badebetriebs geführt werden solle.

Öffnungszeiten: Momentan ist das Balver Hallenbad für den öffentlichen Badebetrieb lediglich mittwochs von 20 bis 22 Uhr, donnerstags von 15 bis 20 Uhr und freitags von 18 bis 21.30 Uhr geöffnet.

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