Ziel ist ein "sanfter Tourismus“ im Hönnetal

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Die Feldhofhöhle ist die bekannteste der vielen Höhlen im Hönnetal und sicherlich eines der Wahrzeichen des Naturschutzgebietes, dessen Sehenswürdigkeiten der Naturhistorische Verein bekannter machen möchte.

Balve - Das Hönnetal lohnt sich bei jedem Wetter – findet zumindest Andreas Kolarik. Bei einem Spaziergang in dieser Woche kann er dem unter Naturschutz stehenden Gebiet zwischen Volkringhausen und Klusenstein auch bei Regen nur gute Seite abgewinnen.

Der Vorsitzende vom Naturhistorischen Verein Hönnetal ist begeistert von der vielfältigen Natur und den Denkmälern wie der alten Mühle und der darüber liegenden Burg Klusenstein. All dies bekannter zu machen, ist eines der Ziele des im August gegründeten Vereins. 

„Wir wissen so viel über Vulkane, die Prärie und den Wilden Westen, aber viel zu wenig über unsere Heimat“, findet Kolarik. 26 Mitglieder hat er bislang als Unterstützer seines Ansinnens gewonnen. Aus Balve kommen sie, aber auch aus Menden, Neuenrade, Hemer, Sundern, Wuppertal und der Schweiz. „Wir sind international geworden“, schmunzelt der Vorsitzende. 

Mehr als 100 Höhlen sind bekannt

Die Verbundenheit zur Natur wurde ihm von seinem Vater vermittelt, ebenso das Interesse an Höhlen. Mehr als 100 davon gibt es im Hönnetal, nicht alle sind jedoch erfasst, sodass deren Standorte nur einem eingeweihten Kreis bekannt sind. Die bekannteste der Höhlen ist die Feldhofhöhle. „Mal sehen, was uns diesmal am Ende erwartet“, rechnet Andreas Kolarik auch bei diesem Spaziergang wieder mit Müll, der nach der Feier von Schwarzen Messen hinterlassen wurde. Diesmal jedoch gibt es stattdessen Schmierereien an den Wänden. Der Schein der Taschenlampe fällt außerdem auf eine weiße Grablaterne; das einzig Handfeste, das Kolarik diesmal mitnehmen kann. Bei der Müllsammelaktion im November kamen noch mehrere Beutel voll Abfall zusammen. 

Ein Schild am Eingang informiert den Besucher über dieses Naturdenkmal, das auch wie ein solches behandelt werden sollte. Hier möchte der Naturhistorische Verein ansetzen: „Wir wollen das Hönnetal erforschen, entwickeln, erhalten und den Menschen die Natur erleben lassen.“ Der damit einhergehende „sanfte Tourismus“ müsse verantwortungsvoll angegangen werden. 

Panoramaradweg keine Option mehr 

Verabschieden mussten sich Kolarik und der Verein allerdings bereits von der Vision, einen Radweg von Volkringhausen bis nach Oberrödinghausen auf einer Länge von etwa zehn Kilometern auf einer Stahlkonstruktion in zehn Meter Höhe neben der Bahnstrecke verlaufen zu lassen. Weil es sich beim Hönnetal um ein FFH-Gebiet (Flora, Fauna, Habitat) handelt, welches deshalb besonderen Natur- und Landschaftsschutz genießt, gab es von behördlicher Seite im Dezember eine Absage. Irgendwie aber bleibe der Verein dieser Idee weiter verbunden und suche nun nach Alternativlösungen für einen Radweg durch das Tal. 

Die alte Mühle in Klusenstein: Andreas Kolarik hofft, das Gebäude in diesem Jahr erwerben zu können.

Zuversichtlich ist Kolarik aber, dass noch in diesem Jahr die alte Mühle in Klusenstein in Vereinsbesitz übergehen kann: „Der Eigentümer Klaus Peper würde an uns verkaufen.“ Dies wäre „ein Traum“ für den Vorsitzenden. Dieses Gebäude, im Jahr 1265 als Getreidemühle erbaut, 1914 aufgestockt und 1915 mit einer Turbine versehen, die Strom durch Wasserkraft in der Hönne erzeugt, ist seit 1984 in die Denkmalschutzliste der Stadt Balve eingetragen. „Der Kaufpreis liegt im sechsstelligen Bereich“, ließ Kolarik durchblicken. Und: „Für einen Privatmann ist dieser und die etwa 1,5 Millionen Euro, die in das Gebäude investiert werden müssen, nicht zu stemmen. Für uns als Verein, der Fördergelder bekommen kann, aber schon.“ Ein Antrag auf Förderung durch das Land sei in Bearbeitung und habe gute Chancen auf Bewilligung. Das Gebäude soll komplett saniert und anschließend als Vereinsheim sowie Veranstaltungsort genutzt werden. 

Zum 100-Jährigen: Schild wird erneuert

Einige Nummern kleiner ist das Vorhaben, die im Hönnetal angebrachte Tafel zum Schutz der Natur zu restaurieren. Ein 2000-Euro-Heimatscheck des Landes könnte dabei helfen. Aber direkt an der Straße gelegen, ist die Demontage und Montage kein einfaches Vorhaben, so muss mit den zuständigen Behörden über eine Straßensperrung gesprochen werden. Angebracht im Jahr 1920, soll das Schild 2020 in neuem Glanz erstrahlen. 

Zum Jubiläum „100 Jahre Schutz des Hönnetals“ soll zudem ein Wochenende mit Vorträgen stattfinden. „Ein autofreies Hönnetal wird es zu diesem Anlass aus Sicherheitsgründen aber nicht geben. Es fehlen Fluchtwege“, bedauerte Kolarik. Dafür aber erstellt der Verein eine Festschrift, für die noch Autoren mit Bezug zum Hönnetal gesucht werden.

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