Ziel erreicht, aber es gibt noch spannende Aufgaben

Andreas Brinkmann (l.) zeichnete die Mitglieder aus, die den Eisenbahnfreunden seit dem Gründungsjahr die Treue halten: Alfons Blumenkamp, Ernst Krekeler, Peter Heimbecher, Uwe Richter, Johannes Schmoll, Herbert Rubarth und Burkhard Wendel (von links). ▪

HÖNNETAL ▪ Als sich die Eisenbahnfreunde Hönnetal (EFH) vor 25 Jahren zusammenschlossen, hatten sie ein klares Ziel: „Verhindern, dass die Hönnetalbahn stillgelegt wird.“ Heute ist die Zukunft der Hönnetalbahn zwar bis auf weiteres gesichert, ihre Mission sehen die Eisenbahnfreunde dadurch aber noch nicht als beendet an. Sie haben weiterhin viel vor, wie am Samstag während der Jubiläumsfeier deutlich wurde.

Zu der Feier waren zahlreiche Mitglieder gekommen. Einige von ihnen schilderten in einer von EFH-Mitglied Andreas Brinkmann und SV-Redakteur Volker Griese unterhaltsam moderierten Talkrunde die Erlebnisse, die sie mit den Eisenbahnfreunden verbinden. So erfuhren die Jubiläumsgäste, dass die Gründungsphase des Vereins zum Teil recht holprig verlaufen war. Erinnert wurde auch an den Wein mit Namen EFH-Tröpfchen (Untertitel: Bahn und Schiene statt Blechlawine). Weitere Themen waren die Gründung des Fördervereins Schienenbus und der Kauf der vierteiligen historischen Schienenbusgarnitur sowie die vielfältigen damit durchgeführten interessanten Sonderfahrten.

„Das erste Jahr war das schwierigste. Damals haben wir uns schon gefragt, ob das alles überhaupt Sinn macht“, sagte Burkhard Wendel, Pressewart der Eisenbahnfreunde. Trotz dieser Anfangsschwierigkeiten entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte, die unter dem 1. Vorsitzenden Klaus Krekeler begann. „Ihm haben wir viel zu verdanken“, erinnerte sich Wendel. Doch auch in dieser Zeit habe es Höhen und Tiefen gegeben. Wendel: „Als 1989 die Strecke Menden-Hemer-Iserlohn stillgelegt wurde, war das schon ein herber Rückschlag.“

Die Schwesterstrecke im Hönnetal konnte dem gleichen Schicksal entkommen. Volle Züge am Anfang der 90er Jahre sorgten dafür, dass sich alle einig waren: „Die Hönnetalbahn muss bleiben!“ Passend dazu wurden damals die Fahrpläne optimiert. Seit 1993 fahren die Züge im Stundentakt.

Auch bei den Eisenbahnfreunden tat sich zu dieser Zeit etwas, im Vorstand wurde eine Wachablösung vollzogen. Johannes Schmoll übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden, Guido Kaiser wurde zu seinem Stellvertreter gewählt. In dieser Konstellation arbeitet der Vorstand bis heute, was durchaus Vorteile mitbringt: „Man kann sich aufeinander verlassen, vieles ist Routine und ein Selbstläufer“, sagt Wendel. Als Symbol für die gute Zusammenarbeit unter den Eisenbahnfreunden steht das neue Vereinsheim in Binolen, bei dessen Entstehung alle Mitglieder kräftig angepackt hatten. In Binolen werden nun die neuen Ziele für den Verein gesteckt.

Denn ihr Ursprungsziel hatten die Eisenbahnfreunde schon Mitte der 90er Jahre erreicht. „Nach Gründung des Zweckverbands Ruhr-Lippe 1996, der sofort deutlich machte, dass es eine Zukunft für die Hönnetalbahn gibt, war der Erhalt eigentlich gesichert“, erinnerte sich Johannes Schmoll.

Doch die Mission seines Vereins war damit noch nicht beendet: „Immer wieder kamen spannende Aufgaben auf uns zu“, so Schmoll. Sanierung der Bahnsteige, Anschaffung neuer Fahrzeuge, die Wiedereröffnung der Haltestelle Klusenstein – dies alles habe die Arbeit im Verein weiter angetrieben.

So profitieren nicht nur die vielen Schüler weiterhin von dem Engagement der Eisenbahnfreunde. Denn sie sind auf die zwischen Neuenrade und Menden pendelnden Züge angewiesen. Die Sonderfahrten, die die Freunde regelmäßig organisieren, sorgen dafür, dass die Eisenbahn als Nahverkehrsmittel hier in der Region nicht zu sehr an Bedeutung verliert. „Wir wollen die Menschen einfach für das Bahnfahren begeistern“, brachte es Johannes Schmoll auf den Punkt.

Während der Jubiläumsfeier wurden auch die Mitglieder geehrt, die dem Verein bereits seit 25 Jahren die Treue halten. Dies sind Klemens Berken, Alfons Blumenkamp, Gabriele Keil-Gedenk, Ernst Krekeler, Raimund Schütz, Johann Schwalke und Burkhard Wendel (alle aus Balve), Heinz Friedriszik und Sigrid Hiltenkamp (Neuenrade), Peter Heimbecher, Angelika Herrmann, Herbert Rubarth und Reiner Sonnemann (Menden), Uwe Richter (Fröndenberg), Hubert A. Sickart (Berlin) und Johannes Schmoll (Dortmund). ▪ jok

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare