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Zerstörung von Christusfiguren: Video wird Stalker zum Verhängnis

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Von: Julius Kolossa

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Die Christusfigur am Wegekreuz vor dem Feuerwehrgerätehaus in Mellen wurde abgerissen und in den angrenzenden Dorfteich geworfen.
Die Christusfigur am Wegekreuz vor dem Feuerwehrgerätehaus in Mellen wurde abgerissen und in den angrenzenden Dorfteich geworfen. © Kolossa, Julius

Die Vandalismusfälle, die sich seit Juli gegen kirchliche Gegenstände und besonders Christusfiguren an Wegekreuzen in Balve und auf Gräbern auf dem Mellener Friedhof richteten, scheinen seit Samstag aufgeklärt.

Ein 40-jähriger Balver wurde am Samstag verhaftet. Der Mann hatte seit Monaten im Fokus der Ermittler gestanden.

„Er hat eine Frau gestalkt, und wollte sie mit einem Video, in dem einige der gestohlenen und auch zerstörten Christusfiguren zu sehen sind, beeindrucken“, berichtete Polizei-Pressesprecher Christof Hüls im Gespräch mit der Redaktion, was der Auslöser für all diese Taten war. Die betroffene Frau habe sich mit diesem Video an die Polizei gewandt.

Verdächtiger äußert sich nicht zu den Vorwürfen

„Es war am Samstag ein übergreifender Einsatz von Kriminalpolizei und zivilen Kräften, der zum Zugriff geführt hat.“ Wie viele Polizisten genau an dem Einsatz beteiligt waren, wollte Hüls auch auf Nachfrage nicht sagen. Allerdings berichtete der Polizeisprecher, dass der 40-Jährige nicht kooperiere: „Der Mann äußert sich bisher nicht zu den Vorwürfen.“

Die Ermittlungsarbeit der Polizei laufe weiter, gehe es doch jetzt darum, die Fundstücke, die bei der zweiten Hausdurchsuchung bei dem Balver am Samstagabend gefunden wurden, den Taten der vergangenen Monate zuzuordnen. Bei einer ersten Durchsuchung des Wohnhauses des 40-Jährigen vor einigen Wochen hatte die Polizei kein belastendes Material gegen ihn gefunden. Nun werde die Akte zu Ende abgearbeitet, und an die Staatsanwaltschaft übergeben. Ermittelt werde gegen den Balver wegen besonders schwerem Diebstahl an religiösen Gegenständen, Sachbeschädigung auf Gräbern und Störung der Totenruhe.

Arme und Beine an Christus-Figuren abgetrennt

Der Verdächtige soll seit Juli in Balve reihenweise Christus-Figuren die Arme und Beine abgetrennt oder gleich den gesamten Korpus von Wegekreuzen gerissen haben. Weitere Taten außerhalb des Balver Stadtgebietes könnten hinzukommen. Zuletzt hatte es beispielsweise auch einen Vandalismusfall in Sundern-Allendorf gegeben. In Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis wird nun auch hier geschaut, ob ein Zusammenhang besteht.

In Balve waren zuletzt in der Nacht von Freitag auf Samstag in Mellen und Volkringhausen fünf Wegekreuze – auch auf einem Friedhof – geschändet worden. Den Christuskorpus vom Kreuz vor dem neuen Feuerwehrgerätehaus in Mellen hatte der Täter einfach in den angrenzenden Dorfteich geworfen. „Die Figur schwamm wie eine Wasserleiche dort. Die Arme waren abgerissen worden“, zeigte sich Mellens Ortsvorsteher Daniel Schulze-Tertilt am Samstagvormittag geschockt.

Vandalismus-Serie dürfte ein Ende haben

Mit diesen Taten dürfte die Vandalismus-Serie jedoch ein Ende gefunden haben. Denn noch am Abend nahm die Polizei den 40-Jährigen fest, nachdem er seinem Stalkingopfer das Video geschickt und die Frau dieses der Polizei hatte zukommen lassen.

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