YouCat im Turmzimmer: „Eine Seele gibt es nicht“

Jeder Teilnehmer der YouCat-Veranstaltung durfte seine Gedanken äußern und so ergaben sich spannende Diskussionen. - Foto: Kolossa

LANGENHOLTHAUSEN - Über den Glauben ins Gespräch kamen jetzt elf Menschen im Turmzimmer der St.-Johannes-Kirche. Als Grundlage des Abends diente der Jugendkatechismus YouCat, ein von Jugendlichen für Jugendliche zum Weltjugendtag in Madrid herausgegebenes Werk, in dem Antworten auf die Fragen des Glaubens gegeben werden.

Und aus dem Jugendkatechismus resultierte auch die Arbeitsweise: Zu acht Thesen schrieben die Teilnehmer ihre Meinungen auf.

So machten sie sich Gedanken darüber, ob ein Gott einen Plan mit ihnen habe, dass es, wenn es Gott wirklich gebe, eigentlich kein Leid und Unfrieden geben dürfte, schwierige Lebenssituationen nicht als Strafen – sondern als Prüfungen – anzusehen seien, dass die Seele nicht nachzuweisen ist, es sie also auch nicht gibt, dass der Mensch von Gott ebenso wie Pflanzen und Tiere erschaffen worden und demnach auch nicht wertvoller sei, und dass der Mensch nur ein Zufallprodukt der Evolution sei.

All diese Aussagen finden sich im YouCat wieder, ebenso wie mögliche Antworten, die zur Diskussion gestellt wurden. Impulse setzte dabei Pastor Stefan Siebert, der Fragen wie Antworten aus theologischer Sicht bewertete. So seien das Evangelium und das „Vater unser“ eine Handlungsanweisung für den Alltag, stellte er dar. Außerdem: „Die Sehnsucht Gottes ist der Mensch, hat der heilige August gesagt. Demnach ist der Mensch kein Zufall, sondern aus Liebe geschaffen.“

Zu den vielen Zufällen, die einem täglich mehrmals passieren: „Gott greift täglich durch Menschen in das Geschehen ein.“ So würde sich erst im Rückblick auf ein Ereignis zeigen, was wann wie zusammen gewirkt hat.

Jeder konnte seine Meinung äußern, und sich, wie es ein Teilnehmer ausdrückte, „bereichern lassen von der Vielfalt“. Michael Sprenger, mit Vivien Lösse, Melanie Busche, Karina Fittkau und Pastor Stefan Siebert im Vorbereitungsteam tätig, wies auf eine Folge-Veranstaltung hin. Auch werde an einer Jugendmesse gearbeitet, der ersten nach der Fastenzeit.

Von Julius Kolossa

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