Wunschbaum zum Abschied für Bernhardine Bathe

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Der Abschied fiel nicht leicht: Die Grundschüler hatten einen Wunschbaum für Bernhardine Bathe gebastelt, den sie ihr bei der Feier in der Aula der Grundschule überreichten. ▪

Balve ▪ „Ein Leben ohne Kinder ist schwer möglich“, fasst Bernhardine Bathe ihr Lebensmotto zusammen. Aufgewachsen mit sieben Geschwistern hat die Hausfrau und Mutter mit ihrem Ehemann Willi selbst drei Kinder großgezogen. Gestern verabschiedete sie sich von den Schülern und Erziehern der Offenen Ganztagsbetreuung an der Grundschule Balve. Sie war eine der Frauen der ersten Stunde, die diese Betreuung mit ins Leben gerufen hatte.

Begonnen hat sie am 26. August 1996 mit Gabriele Streiter; diese hatte schon vor geraumer Zeit eine neue Wirkungsstätte gefunden – Bernhardine Bathe blieb der Einrichtung bis zum letzten Schultag vor den Weihnachtsferien treu. „Wenn es am Schönsten ist, sollte man gehen“, sagte sie zu ihrer Entscheidung, sich ab jetzt nur um Haus und Familie und ihre weiteren Hobbys Wandern und Schwimmen zu kümmern.

Elf Jahre arbeitete Bernhardine Bathe als Betreuerin im Vorkindergarten. Danach versorgte sie acht Jahre lang ihre Mutter. Nach deren Tod suchte sie eine neue Aufgabe und übernahm schließlich die Betreung der Mädchen und Jungen der Grundschule. „Nach vier Wochen wollte ich eigentlich aufhören“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. „Der Stress war enorm.“ Doch zusammen mit ihren Kolleginnen und auch den Kindern fand sie neue Energie, weiter zu machen. Die Schüler waren ihr ans Herz gewachsen; für alle hatte sie beim Mittagessen ein offenes Ohr. „Küchenfee“ war dann auch der von den Kindern verliehene Titel.

Viel Herzlichkeit, viele Ideen und ihr großmütterlicher Charakter hätten ihre Arbeit ausgemacht, betonte Schulleiterin Birgit Heckmann gestern bei der Verabschiedung in der Aula. Hier saß die solcher Maßen Geehrte inmitten der Kinder, die sie nicht loslassen wollten. „Frau Bathe, kommst Du uns mal besuchen?“, fragten sie, als sie sich von ihr verabschiedet hatten. Sie versprach: „Ab und zu komme ich vorbei.“

Der Abschied fiel ihr nicht leicht, hatte die Schule doch sie in den Mittelpunkt der Weihnachtsfeier gestellt. So verfolgte sie in der ersten Reihe die Lieder und Gedichte, erlebte Weihnachtswichtel und hörte die Uraufführung der 31 Kinder in der Bläserklasse. Seit vier Monaten spielen sie unter der Leitung von Christoph Goeke; gestern spielten sie zum ersten Mal vor großem Publikum.

Einen Ehreplatz erhält der „Wunschbaum“, der von den Kindern geschmückt worden war. „Glück“, „Gesundheit“, „Spaß auch ohne uns“, „Alles Gute und schöne Rente“, „Alles Gute in Deinem Leben“ und „Ich hab Dich lieb“, hatten die Schüler auf Kärtchen geschrieben und an die Zweige gehängt. Anerkennung gab es vom OGS-Team, der Vorsitzenden des Fördervereins Anna Schwabe und auch der ersten Vorsitzenden, mit der Bernhardine Bathe zusammen gearbeitet hatte, Maria Bandus. Verabschiedet wurde Bernhardine Bathe mit dem Lied: „Faul sein ist wunderschön“.

Erste Gespräche mit Bewerbern zur Neubesetzung der Stelle als Betreuerin haben bereits stattgefunden, teilte Anna Schwabe mit. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen. Weitere Bewerbungen, auch von Männern, seien noch möglich. Ab Mitte Januar soll das OGS-Team wieder komplett sein.

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