Würdige Erinnerung an einen besonderen Balver

Pröppers Musik wurde gespielt.

BALVE ▪ Theodor Pröpper (26. Mai 1896 bis 31. Juli 1979) hat Balve durch seine Heimatverbundenheit geprägt, deutschlandweit rühmten Fachleute seine Fähigkeit, Empfindungen musikalisch zum Ausdruck zu bringen. So war denn auch der Festakt am Freitag ein würdiger Anlass, an den großen Balver, dem vor 50 Jahren die Ehrenbürgerwürde verliehen wurde, zu erinnern.

140 Gäste nahmen daran teil. Neben Familienangehörigen auch solche, die aus Rat, Verwaltung, Kirche, Vereinen oder aber als interessierte Privatpersonen ihre Verbundenheit zum Ausdruck brachten.

Bürgermeister Hubertus Mühling wies auf den „geschichtsträchtigen Tag für die Stadt Balve“ hin. Pröpper hätte mit seinen Werken ein Vermächtnis hinterlassen, welches wohl vielen Generationen in Erinnerung bleiben möge. Grußworte sprachen Thomas Gemke, Landrat und Vorsitzender des Kreisheimatbundes, und Elmar Reuter, Vorsitzender des Sauerländer Heimatbundes. Pfarrer Andreas Schulte: „Theodor Pröpper erreichte die Herzen der Menschen.“ Aus aktuellem Anlass stellte er zur Situation des St. Marien-Hospitals fest: „Die Kirche setzt sich hinter den Kulissen für das Krankenhaus ein. Haben Sie Vertrauen.“

Viel zu Verdanken hatte dem Ehrenbürger auch die Heimwacht Balve. Deren Vorsitzender Werner Ahrens stellte die wichtigsten Stationen vor, die am 7. August 1921 mit der Gründung begannen: „1922 entdeckte er die die Höhle als Theater- und Konzertsaal.“. Pröpper ordnete sich nicht der „Gleichschaltung“ der NS-Diktatur unter, sondern legte den Vorsitz ab dem 3. Oktober 1934 nieder. 1947 erwachte die Heimwacht zum Leben, und dies mit einem Ereignis, von dem noch folgende Generationen profitieren werden: Pröpper stellte eine Denkschrift über die Balver Höhle zusammen, in der auf die prähistorische Bedeutung eingegangen wurde. Damit überzeugte er die Militärs, dieses Naturdenkmal, das in den Kriegsjahren eine Produktionsstätte für Flugzeugfahrgestelle (Federherstellung) war, nicht zu sprengen.

1953 wurde Theodor Pröpper vom Paderborner Erzbischof Lorenz Jäger zum Kirchenmusikdirektor ernannt, 1959 zum Heimwacht-Ehrenvorsitzenden. 1961 erfolgte die Ernennung zum Ritter des „Gregrorius-Ordens“, am 27. Dezember 1961 die Auszeichnung zum Ehrenbürger Balves, und am 26. Mai 1966 erhielt er das von Bundespräsident Heinrich Lübke verliehene Bundesverdienstkreuz.

Musikalisch wurde ein Teil von Pröppers Werken, die entweder 1960 im „Klingemund“ (231 Lieder, davon ein Drittel plattdeutsch), oder aber als Messvertonungen (elf), Kantaten (14), Motetten (20) und auch als Orgelkompositionen (25) bekannt sind, vom Musikverein Balve (Leitung: Matthias Streiter) dem Männerchor 1874 Balve (Elisabeth Alfes-Blömer), dem Pianisten Claus Canstein und dem Tenor Stephan Hinssen vorgetragen. So kamen uner anderem das „Sauerlandlied“, und „Verlangen“ zu Gehör. Neu bearbeitet wurde das „Patronatslied St. Johannes“. Als Erinnerung übergab Alexander Jedowski an Stefan Pröpper eine Partitur mit Widmung. Dr. Franz-Josef Ratte stellte in seinem Vortrag die Bedeutung des musikalischen Schaffens heraus, und Pfarrarchivar Rudolf Rath überreichte als bleibende Erinnerung an Prof. Thomas Pröpper, das Findbuch zum literarischen Nachlass. Diesen Wegweiser vom Titel oder Stichwort zum Standort im Archiv wurde von Rath zusammen gestellt.

„Ich bedanke mich im Namen meiner Familie für das, was spürbar geworden ist: das Andenken unseres Vaters bleibt lebendig erhalten“, fasste Prof. Thomas Pröpper diesen Festakt zusammen, der mit dem „Balver Lied“ endete. Eine kleine Ausstellung zum Wirken Pröppers rundete den Festakt ab. ▪ Julius Kolossa

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