Durch das Lanuv bestätigt

Kein Zweifel: Wolf im MK nachgewiesen - er riss vier Schafe

Es gibt keinen Zweifel: Ein Wolf hat am 28. November auf einer Wiese im Märkischen Kreis vier Texelschafe gerissen und ein weiteres Tier verletzt.

Balve - Damit wurde offiziell ein Wolf im Märkischen Kreis nachgewiesen: Zu diesem Ergebnis kam jetzt das Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz (Lanuv) nach einer Untersuchung der Tierkadaver. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden jetzt auch Moritz Lohmann vorgelegt. Lohmann gehört die Herde, die von dem Wolf attackiert wurde.

TierWolf
Wissenschaftlicher NameCanis lupus
Höhe66 bis 81 cm (Erwachsener, Schulterhöhe)
Länge 1,2 bis 2 m (Erwachsener)
Gewichtmännlich: 30 bis 80 kg, weiblich: 23 bis 55 kg

„Es gibt einen bestätigten Wolfsnachweis in Langenholthausen“, sagte Lanuv-Pressesprecher Wilhelm Deitermann auf Anfrage. Damit ist der Wolf offiziell im Märkischen Kreis nachgewiesen worden - es ist der erste Nachweis anhand eines Nutztierrisses.

Die gerissenen Tierkadaver wurden untersucht. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Damit ist offiziell bestätigt: Im Märkischen Kreis wurde anhand eines Nutztierrisses ein Wolf nachgewiesen.

Wolf im Märkischen Kreis nachgewiesen: Erster Nachweis anhand eines Nutztierrisses

Zuvor hatte es im Juli und Mai 2019 jeweils Sichtbeobachtungen mit Fotos in Kierspe und Meinerzhagen gegeben. In dem Fall in Meinerzhagen identifizierte das Lanuv das Tier auf den Bildern eines Hobbyfotografen. Ebenfalls im Mai 2019 fanden sich Kot- und Urinspuren eines Wolfs in Neuenrade.

Wolf im Märkischen Kreis nachgewiesen: Lanuv veröffentlicht Nachweise auf einer Internetseite

Nachzulesen ist dies mittlerweile auch auf der Internetseite www.wolf.nrw, die das Lanuv betreibt. Auf dieser Seite gibt es unter anderem eine interaktive Karte, in die landesweit alle Wolfsnachweise eingetragen werden. Als zweitjüngster Eintrag unter der Karte findet sich unter dem Datum 28. November mit Balve auch der Märkische Kreis in der langen Auflistung. „4 Schafe tot, 1 Schaf verletzt“ heißt es in der Bemerkungsspalte ganz nüchtern zu dem Vorfall.

Land leistet Entschädigungszahlungen für Wolfsrisse

Das Land leistet über die Bezirksregierungen Entschädigungszahlungen für Wolfsrisse. Dafür hat das Umweltministerium die sogenannten „Förderrichtlinien Wolf“ erlassen. „Halter und Landwirte sollen nicht allein die Lasten tragen, die der gesetzlich garantierte Artenschutz für den Wolf mit sich bringt“, heißt es darin gleich zu Beginn. Die Richtlinie sieht Entschädigungen vor für Tierverluste, Tierarztkosten und Medikamente sowie für Gebühren, die durch die amtliche Tierwertermittlung oder die Untersuchung von tot aufgefundenen Nutz- und Haustieren durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt entstehen. Halter von Schafen und Ziegen in einem offiziell festgelegten Wolfsgebiet können zudem Fördermittel für den Kauf von Elektrozäunen und „die wolfssichere Optimierung bestehender Zäune und Zubehör für den Schutz ihrer Herden vor Übergriffen durch Wölfe“ beantragen. Ein festgelegtes Wolfsgebiet wird eine Region allerdings erst, wenn nachgewiesen ist, dass sich ein Wolf hier fest angesiedelt hat.

Dass es wirklich ein Wolf war, der seine Tiere gerissen hat, überraschte Schäfer Moritz Lohmann nicht: „Als Jäger gehe ich auch in Brandenburg zur Jagd, ich kenne einen Wolfsbiss. Und meine angefallenen Tiere wiesen sehr eindeutige Anzeichen dafür auf.“

Lohmann, der seit fünf Jahren seine kleine Herde mit 20 Mutterschafen und 15 Lämmern auf Wiesen im Raum Balve und Langenholthausen weiden lässt, erinnert sich an den 28. November: „Meine Tiere kamen nicht wie sonst auf mich zu, sondern waren im Gegenteil sehr verängstigt. Als ich alles absuchte, fand ich vier tote Schafe, von denen zwei angefressen waren. Ein weiteres Schaf war durch einen Halsbiss verletzt worden.“ Es handelt sich im Märkischen Kreis um den ersten bekannten Angriff eines Wolfs auf Schafe.

Rubriklistenbild: © Alexander Heinl/dpa

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