So wird im Hönnetal die Erinnerung wieder lebendig

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Handarbeit an der Gedenktafel: Stephan Dunker brachte die rund 100 Jahre alte Bronzeplatte gemeinsam mit seinem Handwerkerkollegen Christian Gördes wieder auf Vordermann.

Hönnetal – „Wir erinnern mit dieser Reinigungsmaßnahme an die Schutzaktion zum Erhalt des Hönnetals.“ Adalbert Allhoff-Cramer, Geschäftsführer des Naturhistorischen Vereins Hönnetal blickte am Mittwoch noch einmal rund 100 Jahre zurück.

Damals hatten viele Balver mit ihrem Einsatz verhindert, dass das Hönnetal mit seinen Felsformationen und Höhlen dem Kalkabbau zum Opfer fiel. 

Gereinigt wurde auf Initiative des Naturhistorischen Vereins eine Gedenktafel inmitten der Felswand in der Kurve vor der Kreuzung nach Deilinghofen, die sich mit genau dieser Schutzaktion befasst. Bei der ersten Reinigung der Platte nach fast 100 Jahren entfernten Stephan Dunker, Metallkunst-Handwerker aus Beckum, und sein Kollege Christian Gördes mit Schleifmitteln und ganz viel Wasser eine zentimeterdicke Schmutz- und Dreckschicht. 

Erste Ergebnisse nach zwei Stunden

Schon nach zwei Stunden kamen die ersten Ergebnisse ans Licht. „In der bittersten Not gab freudig das Volk der Westfalen für die Schönheit des Tals reich vom kargen Besitz. Rettete stolz die uralten die hochautragenden Felsen: seiner Heimat zum Schutz, selbst sich zum dauernden Ruhm. In den Jahren 1919-1920.“, war nun auf der Tafel wieder deutlicher zu lesen. Aber die beiden Metallexperten legten Wert auf Präzision und schliffen auch die letzten Schmutzpartikel ab. 

Anschließend wurde die Platte schwarz eingefärbt und mit Feinschleifmitteln kontrastiert. „Der Schriftzug und der Rahmen werden hell hervorgehoben, der Hintergrund wird dunkel“, erklärte Stephan Dunker. „Dafür ist viel Handarbeit erforderlich.“ Mit einer Kübelspritze wurde die 2,30 mal 1,25 Meter große Bronzetafel für die Arbeiten immer wieder abgespritzt – dafür wurde viel Wasser benötigt, dass der Beckumer in seinem Transporter mitgebracht hatte. 

Tafel hat besondere Bedeutung

Vereinsgeschäftsführer Adalbert Allhoff-Cramer zeigte sich mit dem Reinigungsergebnis sehr zufrieden, habe diese Tafel doch eine ganz besondere Bedeutung. Auch wenn sie inmitten der Felswand kaum von den Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden kann, solle dieser Bronzetafel eine besondere Würdigung zukommen. Schließlich hängt sie schon seit fast 100 Jahren an dieser Stelle. Montiert wurde die Tafel nämlich, so hat Allhoff-Cramer herausgefunden, im Jahr 1920. 

Seitdem erinnert die Bronzeplatte an die Schutzaktion zum Erhalt des Hönnetals. „Nach dem Widerstand der Bürger hat die Arnsberger Regierung um 1919/20 diesen Einsatz befürwortet und das Tal unter Schutz gestellt. Allerdings mussten dafür 325 000 Reichsmark von der Bevölkerung durch Spenden und eine Lotterie aufgebracht werden“, erzählte Allhoff-Cramer. 

Heimatscheck für Restaurierung

Für die Restaurierung der Bronzetafel wurde dem Naturhistorischen Verein Hönnetal ein Heimatscheck in Höhe von 2000 Euro im Rahmen des Förderprogramms „Heimat.Zukunft.NRW – Wir fördern, was Menschen verbindet“, zur Verfügung gestellt. „Die Idee, uns um diese Förderung zu bewerben, hatten wir schon vor einem Jahr bei der Gründung unseres Vereins“, sagte Allhoff-Cramer.

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