Winter sorgt zunehmend für Probleme auf Balves Straßen

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Uwe Feuerherd hat sich eine Schneefräse zugelegt. Damit kann er den Gehweg vor seinem Haus an der Tannenstraße mühelos vom Schnee befreien. ▪

GARBECK ▪ Seit drei Wochen hält der Winter die Stadt Balve in seinem eisigen Griff. Während sich die einen über die anhaltende weiße Pracht freuen oder sie zumindest mit Gleichmut ertragen, sind andere ihrer längst überdrüssig.

Zur letzten Kategorie zählt Martina Müller aus der Akazienstraße in Garbeck. Sie arbeitet als Nachtschwester in einem Neuenrader Altenheim und beklagt sich darüber, dass sie in ihrer Straße mit dem Auto nur unter größten Schwierigkeiten vorankommt. „Hier wird nur geräumt, wenn wir angerufen und uns beschwert haben“, sagt sie. Drei Mal sei der Räumdienst in diesem Winter bisher da gewesen – immerhin öfter als am Jahresanfang. „Da mussten wir jeden Tag Anschiebhilfe geben“, erinnert sich Martina Müller. Die Garbeckerin denkt auch an Anwohner, die sich weniger zu helfen wissen als sie: „Nebenan wohnt eine alte Dame, die dreimal am Tag zur Dialyse gefahren werden muss. Die wissen oft gar nicht, wie sie die ins Auto bekommen sollen!“

Wesentlich gelassener sieht das Lothar Rossmanek. Der Unternehmer wohnt nicht weit von Martina Müller entfernt in der Kiefernstraße und schaufelt den Schnee vor seinem Haus weg. Auch hier haben die Räumfahrzeuge den Schnee rechts und links am Straßenrand aufgehäuft. „Es ist eben Winter. Da müssen wir uns gegenseitig helfen anstatt aufeinander zu schimpfen“, sagt Rossmanek und zeigt, wie es geht. „Ich habe den Räumdienst gebeten, den Schnee ganz nah an mein Grundstück zu schieben. Den Bürgersteig benutzt doch jetzt sowieso niemand.“ Auf dieser Weise ist aber immerhin eine etwas breitere Fahrbahn entstanden.

Nicht weit entfernt, an der Ecke zur Tannenstraße, räumt Uwe Feuerherd den Gehweg vor seinem Haus von den Schneemassen frei: Kraft sparend mit einer Schneefräse. „Ich habe hier 120 Meter frei zu halten, das geht doch gar nicht anders“, sagt er und lacht dabei, während die Frästrommel seiner Maschine den Schnee im hohen Bogen zur Seite befördert.

Auch Feuerherd trägt somit dazu bei, dass die Schneeberge am Straßenrand wachsen und wachsen. Beim städtischen Bauhof hat man dieses Problem bereits erkannt. „Wir werden die Wetterentwicklung in den nächsten Tagen abwarten und dann nach Weihnachten entscheiden, ob wir den Schnee in Teilbereichen abfahren“, erklärte Carsten Glänzel, der im Rathaus den Winterdienst koordiniert. Priorität sollen nach seinen Worten schmale Anliegerstraßen wie die in Garbeck haben. Gleichzeitig appellierte er aber auch noch einmal an Autofahrer, ihre Wagen so abzustellen, dass sie die Schneeräumfahrzeuge nicht behindern.

Darüber hinaus bittet Glänzel um Verständnis dafür, dass bei extremen Wetterverhältnissen wie zuletzt manche Straßen erst mit Verzögerung oder längere Zeit sogar überhaupt nicht geräumt werden können. Der Räumdienst arbeite am Limit. „Unsere Leute sind täglich ab 4.30 Uhr im Einsatz und brauchen manchmal den ganzen Tag, um die Straßen der Dringlichkeitsstufe eins und zwei frei zu halten“, beschreibt er die Situation an Tagen mit dauerhaftem Schneefall. Die Dringlichkeitsstufe drei – dazu gehören Anliegerstraßen ohne Gefälle – bleibe dann eben ungeräumt.

Sorgen bereitet Glänzel darüber hinaus der mittlerweile arg geschrumpfte Streusalzvorrat. Von ursprünglich gut 50 Tonnen, die der Bauhof in seinem Salzsilo eingelagert hatte, sind nur noch etwa 15 Tonnen übrig geblieben, und Nachschub ist derzeit schwer zu bekommen. „Seit Mitte vergangener Woche streuen wir deshalb schon nur noch Granulat und halten das Salz für den Fall zurück, dass wir es mit Glatteis zu tun bekommen“, so Glänzel.

Der Zweckverband für Abfallbeseitigung gibt Tippsfür eine einwandfreie Entleerung der Abfallbehälter im Winter.

Auch die Müllabfuhr hat mit den winterlichen Straßenverhältnissen ihre liebe Not. So blieben in dieser Woche die grauen Restmülltonnen in Leveringhausen und Höve-ringhausen sowie in Teilen von Garbeck (Akazienstraße, Ahornstraße, Erlenstraße, Buchenstraße, Eichenstraße, Kiefernstraße, Sonnenhang, Fuchswinkel, Amselfeld, In der Lanfert, An der Haardt und Liboriweg) stehen. „Es wird versucht, diese noch im Laufe der Woche zu leeren. Da sich heute noch keine hinreichend genauen Aussagen über die Witterungs- und Verkehrsverhältnisse der nächsten Tage treffen lassen, können auch keine genauen Termine festgelegt werden“, teilte der Zweckverband für Abfallbeseitigung am Dienstag dazu mit. Sollte bis einschließlich Heiligabend keine Leerung möglich sein, könnten die Bürger am nächsten regulären Leerungstermin zu den Tonnen Abfälle in Säcken dazu stellen, hieß es weiter. Diese würden dann ausnahmsweise mit abgefahren. Außerdem bestehe die Möglichkeit, Restabfall kostenlos an den Bringhöfen in Werdohl, Menden, Iserlohn oder Letmathe abzugeben.

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