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Windräder in Balve: Investor hofft auf schnellen Baustart

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Von: Julius Kolossa

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Die sechs Windräder auf dem Kohlberg sind mittlerweile fertiggestellt und in Betrieb. Jetzt möchte das Unternehmen SL Naturenergie ein Windkraft-Projekt im Bereich des Balver Waldes realisieren.
Die sechs Windräder auf dem Kohlberg sind mittlerweile fertiggestellt und in Betrieb. Jetzt möchte das Unternehmen SL Naturenergie ein Windkraft-Projekt im Bereich des Balver Waldes realisieren. © Wiechowski, Jona

Wenn es nach Investor Klaus Schulze Langenhorst geht, sollen die drei geplanten Windräder im Bereich des Balver Waldes in Richtung Leveringhausen schnell realisiert werden. Ob es wirklich so kommt, bleibt allerdings abzuwarten.

„Wir wollen hier möglichst bald Gas geben“, sagt der Gründer und Geschäftsführer des Gladbecker Unternehmens SL Naturenergie. Das Unternehmen möchte drei rund 230 Meter hohe Anlagen des selben Typs wie auf dem Kohlberg in Neuenrade bauen. Um das Vorhaben realisieren zu können, müssten Rodungen vorgenommen werden. Möglich machen könnte das Vorhaben des Investors die neueste Fassung des Regionalplan-Entwurfs für den Märkischen Kreis. Denn in diesem Entwurf sind im östlichen, südlichen und westlichen Stadtgebiet von Balve insgesamt acht Windenergie-Bereiche vorgesehen.

Um im Bereich des Balver Waldes möglichst schnell Strom produzieren zu können, hofft Schulze Langenhorst auf wenig Widerstand. „Wir setzen auf die Akzeptanz der Balver, hoffen nicht auf eine Ausuferung wie bei den Anlagen auf dem Kohlberg in Neuenrade.“ Hier hatte SL Naturenergie 2012 die ersten Gespräche geführt. Seit Kurzem sind alle sechs Windräder zumindest eingeschränkt in Betrieb. Ob dies allerdings auch dauerhaft so bleiben wird, ist aber noch immer nicht endgültig rechtssicher geklärt. Bekanntlich steht ein Hauptsacheverfahren gegen den Betrieb der Anlagen vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster noch aus. Die Projekt-Gegner um die Initiative „Rettet den Kohlberg“ hatten immer wieder versucht den Bau der Windräder zu stoppen und zweimal gerichtlich einen zeitweiligen Baustopp erwirkt. Doch auch aus Balve ist mit Widerstand zu rechnen. So lehnen Politik und Verwaltung das Windkraft-Projekt größtenteils ab.

Anlagen werden 230 Meter hoch

Im Bereich des Balver Waldes in Richtung Leveringhausen sollen drei Windenergieanlagen vom Typ E-138 entstehen. „Jede hat einen Rotordurchmesser von 138 Metern und ist insgesamt 230 Meter hoch“, sagt Schulze Langenhorst. Mit seinem Unternehmen möchte er rund 20 Millionen Euro investieren, um die drei Windenergieanlagen auf einer Fläche von Waldeigentümern zu realisieren und ans Netz anzuschließen. Die Pacht würde bis zum Ende der Betriebsdauer laufen. Schulze Langenhorst: „Jede Anlage ist etwa 25 Jahre in Betrieb.“

In diesem Zeitraum könne jede Windenergieanlage genug Energie erzeugen, um 3500 Haushalte dauerhaft mit Strom zu versorgen. Doch so weit ist es längst noch nicht. Beim Märkischen Kreis als der zuständigen Behörde läuft derzeit zunächst die Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts. Auch hierbei hofft Schulze Langenhorst auf ein schnelles Ende. Denn von seinem Unternehmen seien sämtliche Vorschriften beim Erstellen des Antrags eingehalten worden, der vor acht Monaten beim Märkischen Kreis eingereicht wurde.

Strom soll vor Ort erzeugt und verbraucht werden

Der Beteiligung der Öffentlichkeit sieht der Investor gelassen entgegen: „Es fahren immer mehr E-Autos auf den Straßen und es werden mehr Wärmepumpe-Heizungen eingebaut, sodass mit einem Anstieg des Stromverbrauchs zu rechnen ist. Mit unseren Windenergieanlagen können wir einen Beitrag dazu leisten, direkt vor Ort erzeugten Strom auch vor Ort verbrauchen zu können.“ Noch seien aber keine abschließenden Gespräche mit Energieversorgern geführt worden, noch gebe es keinen Standort für den Netzverknüpfungspunkt, von dem aus weitere Kabel verlegt werden müssten. Klaus Schulze Langenhorst: „Aber irgendwann werden wir den Anwohnern Tarife und Stromverträge anbieten können.“

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