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Windkraft in Balve: Politik setzt auf „Bürgerwindräder“

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Von: Julius Kolossa

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Die sechs Windräder auf dem Kohlberg sind mittlerweile fertiggestellt und in Betrieb. Jetzt möchte das Unternehmen SL Naturenergie ein Windkraft-Projekt im Bereich des Balver Waldes realisieren.
Die sechs Windräder auf dem Kohlberg sind mittlerweile fertiggestellt und in Betrieb. Jetzt möchte das Unternehmen SL Naturenergie ein Windkraft-Projekt im Bereich des Balver Waldes realisieren. © Wiechowski, Jona

Mit „Bürgerwindrädern“ möchte die Politik die Balver am finanziellen Erfolg neuer Windenergieanlagen im Stadtgebiet beteiligen und so den Widerstand gegen den Bau von Windrädern in Teilen der Bevölkerung brechen.

Einen entsprechenden Antrag stellte die CDU am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses Umwelt, Stadtentwicklung, Bau.

„Die CDU-Fraktion begrüßt grundsätzlich den moderaten und strukturierten Ausbau der Windkraft. Dabei muss aber unbedingt die Bevölkerung mitgenommen werden“, sagte Fraktionsvorsitzender Alexander Schulte. „Ganz besonders im Vordergrund stehen sollte das Anliegen, dass Stadt und Bürger auch finanziell profitieren und beteiligt werden, wenn neue Windenergieanlagen entstehen.“ Hierfür sollten Stiftungs- und Genossenschaftsmodelle geprüft werden, damit ein Teil der erwirtschafteten Einnahmen lokal genutzt werden kann.

„Dieser Antrag ist gut“, lobte Lorenz Schnadt, Ausschuss- und UWG-Fraktionsvorsitzender. „Er steigert die Akzeptanz und könnte ein lohnendes Beteiligungsmodell werden.“ Allerdings forderte er frühe Kenntnisnahme der Öffentlichkeit vor Planungsbeginn. „Dann kommen auch kleinere Investoren sofort zum Zug.“ Und ein Projektmanager solle sich des ganzen Themas annehmen. Positiv äußerte sich auch Thomas Vogtmann (SPD): „Wir werden zustimmen.“

Einstimmiger Auftrag an die Verwaltung

So wurde die Verwaltung einstimmig beauftragt, bei künftigen Projekten frühzeitig darauf hinzuwirken, dass Beteiligungsmodelle und -verfahren zur Anwendung kommen wie bei Bürgerwindparks. Außerdem soll geprüft werden, inwieweit der bisher gewonnene Strom aus Windkraft auf Balver Stadtgebiet eventuell für die stadteigene Stromgesellschaft genutzt werden kann. Und: Es sind Stiftungsmodelle zu prüfen, bei denen ein Teil der Einnahmen mittelfristig für freiwillige oder soziale Leistungen und ehrenamtliche Zwecke verwendet wird.

Zudem sprach sich der Ausschuss einstimmig für eine Aufhebung der seit 2009 im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Windkraft-Vorrangzone im Beckumer Feld aus. Die im Plan verankerte Anlagengesamthöhe von 150 Metern erschien den Ausschussmitgliedern als nicht mehr effizient genug. Lorenz Schnadt sagte: „Wenn ein Investor dagegen klagen würde, hätte er gute Karten.“

Windräder im Bereich des Balver Waldes

Die drei Windräder, die Investor SL Naturenergie im westlichen Bereich des Balver Waldes in Richtung Leveringhausen bauen möchte, sollen eine Höhe von bis zu 230 Meter haben. Bis zu 20 Millionen Euro könnte die Realisierung des Projektes kosten. Doch dieses ist noch in einer ganz frühen Planungsphase. So läuft derzeit die Umweltverträglichkeitsprüfung durch den Märkischen Kreis.

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